Sichere Radinfrastruktur: Man möchte schreien „Handelt endlich!“

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13 Comments

Obin@feddit.org · 10 pts · 302d (3 replies)

In meiner Stadt gehen die Fahrradspuren auch immer extrem nah an den parkenden Autos vorbei, weil es Anscheinend wichtiger ist die Stadt bis auf den letzten Quadratmeter mit Autos vollzupfropfen, als für Sicherheit der Fahrradfahrer zu sorgen*.

Das "Problem" ist vermutlich, dass die Autos zwischen Bäumen parken, also kann man nicht einfach die Fahrradspur und Parkplätze tauschen. Man sollte aber einen Schritt weiter denken und im Freien parkende Autos nach und nach ganz aus den Innenstädten verbannen. Es ist eine unglaubliche Platzverschwendung, Verkehrspolitischer Irrsinn (Ich denke jeder hier liebt das 17h Parkplatzsucheballet der abgelenkten und müden Autofahrer) und einfach unansehnlich. Tiefgaragen sollten machbar sein und Regeln wie in Tokyo, dass die Zulassung eines Autos schon einen festen Stellplatz erfordert.

*) Ein anderes Problem bei mir in der Stadt z.B., dass jetzt bereits an zwei stellen in die Straße hineinragende Straßenbahnhaltestellen (begrüßenswert!) gebaut wurden, bei denen die Fahrradspur dann mit Rampen auf den Fußgängerweg (Fahrrad frei) umgelenkt wird. Wäre alles schön und gut, wenn nicht immer die Autos auf den Rampen parken würden (im Autohirn vermutlich ok, weil nicht rot eingefärbt, also kein Fahrradweg) würden und man nun stattdessen im Autoverkehr den Spurwechsel + Schlenker über die Schienen wagen müsste.

kossa@feddit.org · 2 pts · 300d (2 replies)

"Fahrradfahrer frei" ist eh eine Pest. Die Fahrrad"strategie" hier scheint zu sein, einfach die meisten Bürgersteige damit vollzuklatschen und so zu tun, als sei damit alles erledigt.

Wenn ich da wirklich Schrittgeschwindigkeit fahre, kann ich halt auch gleich zu Fuß gehen. Bombenstrategie 👍, such Fahrrad, much wow.

Obin@feddit.org · 1 pts · 300d (1 reply)

Der Fußgängerweg ist an der Stelle, nicht zuletzt wegen der in die Straße hinein verlegte Haltestelle sehr breit, das alleine wäre also hier nicht das Problem. Ich hab auch kein Problem mal ein paar Meter Schrittgeschwindigkeit zu fahren und den Fußgängern Vorrang zu geben. Fahrrad ist trotzdem angenehmer als zu Fuß.

Immerhin hat man überhaupt an die Fahrradfahrer gedacht und auch sonst wird bei mir viel für Fahrradfahrer getan in letzter Zeit. Fast überall wo Kreuzungen umgebaut werden ist es hinterher deutlich besser als vorher, es gibt etliche Fahrradstraßen mittlerweile, ordentliche Fahrradständer an jeder zweiten Ecke (jeweils nach Bauarbeiten). Aber trotz dem guten Willen sind viele Lösungen nicht ausgereift. Da könnte man mal ein paar Verkehrsplaner in die Niederlanden zur Weiterbildung schicken, die haben die erprobten Lösungen.

Das schlimmste ist aber halt die Rücksichtslosigkeit der Autofahrer und einfach deren schiere, absurde Menge. Lieferwägen die nachts im Wohngebiet mitten auf der Kreuzung parken, grundsätzlich alle Ecken/Kurven zugeparkt, Rollifahrer und Ältere mit Gehhilfen schauen dumm aus der Wäsche und gesunde Menschen müssen sich an der Stoßstange vorbeipressen. Parken auf dem Fahrradweg ist sowieso der Klassiker. Parkermächtigungsblinker an und dann passt das für einen ein- bis zweistündigen Einkauf. Und praktisch nie dass ich irgendwo Knöllchen an den falsch parkenden Autos sehe, wird das noch gemacht? Ich glaube das Ordnungsamt kommt hier einfach schier nicht mehr hinterher bei der Autoflut.

kossa@feddit.org · 1 pts · 300d

Da könnte man mal ein paar Verkehrsplaner in die Niederlanden zur Weiterbildung schicken

Würde schon reichen, wenn die einfach mal im zuständigen Dezernat ihre eigenen fahrradfahrenden Kollegen fragen würden. Habe dieses Frühjahr bei so einer Fahrradcity Aktionswoche der Stadt teilgenommen. Da gab es auch Workshops mit einigen Entscheidungsträgern. Die fahren halt alle kein Fahrrad, haben die halt auch ehrlicherweise so gesagt. Ja gut, da hat mich dann nichts mehr gewundert.

Aber gut, der Modal Split ist bei uns auch gruselig. MIV bei 40%, während er bei anderen deutschen Großstädten im Schnitt bei 30% liegt, ist kein Wunder, dass man da selten Fahrradfahrer trifft.

FleetingTit@feddit.org · 2 pts · 300d

Nein nein, das sind die Fahrradfahrer Schuld. Die hätten ja Auto fahren können, dann wären sie sicher! /s

Klimaschutz@feddit.org · 1 pts · 302d
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gandalf_der_12te@discuss.tchncs.de · -12 pts · 302d (7 replies)

fahrräder sind nicht so toll. sie funktionieren nicht bei jedem wetter. sie funktionieren nicht bei jedem gesundheitszustand. öffis sind besser in den städten; und am land ... wenn man am land lebt hat man sowieso schon verloren mmn.

kossa@feddit.org · 7 pts · 302d

Fahrräder funktionieren bei jedem Wetter, das Fahry funktioniert ggf. nicht bei jedem Wetter.

Aber Öffis funktionieren auch nicht bei jedem Wetter. ¯\_(ツ)_/¯

Wetter doof.

Tudsamfa@lemmy.world · 4 pts · 302d (2 replies)

Und wie genau kommst du zu diesem Kommentar unter einem Artikel, der die Tode durch Dooring Unfälle der Vehrkerspolitik zuschreibt?

Sollen die Vehrkerspolitik nichts dagegen tuen, da Fahrräder ja nicht perfekt sind? Oder siehst du Verkehrpolitik als Nullsummenspiel, bei der man nur Fahrradinfrastruktur auf Kosten der Öffis machen kann?

Wahrheit ist, jeder Fahrradfahrer trägt nicht zum Stau bei, wodurch Busse schneller ans Ziel kommen. Und jeder Öffi mit Fahrradmitnahme erreicht ein vielfaches mehr an Fahrgästen, als wenn nur die in Gehreichweite die Station ansteuern.

Das mag nur gegen meinen eigenen Stohmann argumentieren, also nochmal meine Frage an dich: Warum hieltst du diesen Kommentar unter diesem Artikel für angemessen?

gandalf_der_12te@discuss.tchncs.de · -3 pts · 302d (1 reply)

das problem an der Fahrradkultur ist dass sie implizit davon ausgeht, dass das was für einen selber gut funktioniert auch für andere gut funktionieren müsste, so etwa nach dem schema "fuck you it works for me". Fahrräder funktionieren für 70% der menschen nicht weil die einfach zu faul sind aufs rad zu steigen. Anstatt den menschen zu sagen dass ihre bedürfnisse falsch sind könnte man die einfach mal ernst nehmen und sich auf angebote konzentrieren die wirklich den menschen dienen.

Tudsamfa@lemmy.world · 4 pts · 302d

Haben Autofahrer ein Bedürfnis, Fahrradfahrer mit ihren Türen umzubringen, oder wie?

Asinus@feddit.org · 3 pts · 302d (2 replies)

Warum "entweder Fahrrad oder Öffi"? Die Kombination macht es in Städten.

Und ja; vielleicht sollte man bei akutem Glatteis nicht unbedingt Rad fahren. Aber das sind 2-3 Tage im Jahr. Da schiebe ich morgens zur Arbeit mittags und abends kann ich wieder radeln...
Ich wohne derzeit in einer kleinen ~50K-Einwohner-Stadt. Hier gibt es keine ortsinternen Öffis. Mit dem Zug komme ich aber regional überall hin. Alles andere geht lokal mit dem Rad. Das brauche ich dafür eben auch an fast jedem einzelnen Tag im Jahr. Ist überhaupt gar kein Problem.

kossa@feddit.org · 2 pts · 302d (1 reply)

Ich schrieb es gerade in einem anderen Thread: Fahrräder dürfen Spikes tragen. Habe ich im Auslandssemester in Norwegen kennengelernt und man darf sie in D fahren. Glatteis hält das Fahrrad nicht auf.

Muss man Bock drauf haben, klar.

Asinus@feddit.org · 2 pts · 302d

Stimmt. Gibts - lohnt sich vielleicht regional verschieden. Bei mir ist halt meist <1 Woche pro Jahr wirklich Winter, dafür kauf ich keinen Mantel mit Spikes und zieh den drauf. Aber es wäre schon cool, allein für die Blicke.