Das ist schon ein hart unmögliches Interview. Schon irgendwie idiotisch, dass man ein Buch über ihre RAF-Zeit schreibt, dann aber total pissig reagiert, wenn sie in einem Interview zu diesem Buch dazu Fragen gestellt bekommt.
Als Kind von echten Proletariern und mittlerweile etwas besser gestellter digitaler Proletarier, verheiratet mit einer Tochter echter Proletarier kann ich dir sagen: Der Proletarier(tm) an sich will in keinem besseren System leben, er mag den Kapitalismus mit seinem Aufstiegsversprechen. Der Proletarier(tm) interessiert sich nicht dafür wer auf welche Toilette gehen darf oder wer als Mann, Frau oder irgend etwas dazwischen gilt... der Proletarier(tm) will nur, dass ihm vom System keine Steine vor die Füße geworfen werden, er im Fall eines Scheiterns auf dem Arbeitsmarkt irgendwie aufgefangen wird und weiter machen kann.
Das, was der Proletarier(tm) aber am wenigsten mag, ja geradezu verbscheut ist es von jemanden aus akademischen Kreisen darüber belehrt zu werden wen er wählen soll, warum er den Klassenkampf führen soll oder warum es total ok ist, dass ihm seine Niedriglohnstelle nun plötzlich von einem vormaligen Flüchtling streitig gemacht wird.
Die AfD wird keines der Probleme des Proletariers(tm) lösen sondern sein Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter machen... aber sie hat verstanden auf "die Unterschicht" zuzugehen ohne diese belehren oder erziehen zu wollen.
Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation?
Ich meine, guck dir alle Social Media Inhalte oder auch nur die Website der Linke an. Da geht es nirgendwo um "Gender-Gaga, LGBTQ* oder Schnitzelverbote". Die kommunizieren seit Jahren Mietpreise, Rente, Vermögensungleichheit.
Woher kommt der glaube des Proletariers™, dass es um Toilettenbenutzung ginge?
10 Comments
muelltonne@feddit.org · 11 pts · 13h
Das ist schon ein hart unmögliches Interview. Schon irgendwie idiotisch, dass man ein Buch über ihre RAF-Zeit schreibt, dann aber total pissig reagiert, wenn sie in einem Interview zu diesem Buch dazu Fragen gestellt bekommt.
lokalhorst@feddit.org · 4 pts · 12h
Schon ein Argument dafür, dass es am Ende doch nur ums Geld ging.
HieroProtagonist@feddit.org · 10 pts · 13h
Witzigerweise ein Problem linker Bewegungen das bis heute fortbesteht...
Ansonsten kann ich nur sagen, dass es die gute Frau schafft in dem Interview einfach nur unglaublich unsympathisch rüberzukommen...
Duke_Nukem_1990@feddit.org · 7 pts · 12h
Die Proletarier rennen halt lieber ihren Henker:innen die Türen ein. Aber ja, ich stimme dir zu, das ist ein Problem für Links.
HieroProtagonist@feddit.org · 13 pts · 11h
Als Kind von echten Proletariern und mittlerweile etwas besser gestellter digitaler Proletarier, verheiratet mit einer Tochter echter Proletarier kann ich dir sagen: Der Proletarier(tm) an sich will in keinem besseren System leben, er mag den Kapitalismus mit seinem Aufstiegsversprechen. Der Proletarier(tm) interessiert sich nicht dafür wer auf welche Toilette gehen darf oder wer als Mann, Frau oder irgend etwas dazwischen gilt... der Proletarier(tm) will nur, dass ihm vom System keine Steine vor die Füße geworfen werden, er im Fall eines Scheiterns auf dem Arbeitsmarkt irgendwie aufgefangen wird und weiter machen kann.
Das, was der Proletarier(tm) aber am wenigsten mag, ja geradezu verbscheut ist es von jemanden aus akademischen Kreisen darüber belehrt zu werden wen er wählen soll, warum er den Klassenkampf führen soll oder warum es total ok ist, dass ihm seine Niedriglohnstelle nun plötzlich von einem vormaligen Flüchtling streitig gemacht wird.
Die AfD wird keines der Probleme des Proletariers(tm) lösen sondern sein Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter machen... aber sie hat verstanden auf "die Unterschicht" zuzugehen ohne diese belehren oder erziehen zu wollen.
kossa@feddit.org · 0 pts · 4h
Aber warum liest/konsumiert der Proletarier™ nur die Inhalte, die ihm all deine verlogenen Talking Points einreden? Wo versagen die linken akademischen Kreise in der Kommunikation?
Ich meine, guck dir alle Social Media Inhalte oder auch nur die Website der Linke an. Da geht es nirgendwo um "Gender-Gaga, LGBTQ* oder Schnitzelverbote". Die kommunizieren seit Jahren Mietpreise, Rente, Vermögensungleichheit.
Woher kommt der glaube des Proletariers™, dass es um Toilettenbenutzung ginge?
brainwashed@feddit.org · -5 pts · 12h
Ja, Proletarier, so dumm, warum erkennen Sie nicht, wer sie anführen sollte?
Duke_Nukem_1990@feddit.org · 7 pts · 12h
Nicht dumm, brainwashed :) aber bei ... manchen ... trifft vielleicht beides zu.
Ooops@feddit.org · 2 pts · 6h
Der war zu einfach...
brainwashed@feddit.org · 4 pts · 12h
Und andere noch im selben Interview Bürgersöhnchen nennen. Sowas dummes kann man sich garnicht ausdenken.