Strafverfolgungsbehörden in Deutschland lassen Server im Tor-Netzwerk teils monatelang überwachen, um Tor-Nutzerinnen und -Nutzer zu deanonymisieren. Besonders betroffen sind Seiten im sogenannten Darknet. Dies zeigen Recherchen des ARD-Politikmagazins Panorama und STRG_F (funk/NDR).
Die bei der Überwachung gewonnenen Daten werden demnach in statistischen Verfahren so aufbereitet, dass die Tor-Anonymität gänzlich ausgehebelt wird. Reporter von Panorama und STRG_F konnten Unterlagen einsehen, die vier erfolgreiche Maßnahmen in nur einem Ermittlungsverfahren zeigen. Es sind die weltweit ersten belegten Fälle dieser sogenannten "Timing-Analysen". Bisher galt dies als quasi unmöglich.
21 Comments
D_a_X@feddit.org · 58 pts · 1y
Kommentar von FEFE zum Thema:
theTarrasque@lemmy.world · 3 pts · 1y
Danke dir, dass du das hier hinkopiert hast. Sehr wichtig, die Einordnung mitzuliefern - sowas hätte man auch direkt bei der Tagesschau tun sollen.
30p87@feddit.org · 20 pts · 1y
Arschlöcher
Flipper@feddit.org · 20 pts · 1y
Es gibt einige bekannte Fälle in denen Tornutzer deanonymisiert würde.
Es Student hat eine Bombendrohung über Tor an seine Uni geschickt, damit eine Prüfung verschoben wird. Mehrmals. Er war nur leider immer der einzige Tor Nutzer im Uni Netz.
Bei einem anderen war die Vermutung daß er zu ein bestimmter IRC Nutzer ist. Also ist sein Netz und der IRC Nutzer getrackt worden. Nach 2 Wochen war klar er ist es. Immer wenn es eine Tor Verbindung gab, war auch der IRC Nutzer online und umgekehrt.
Es kann auch das Tor Protokoll geknackt werden, wenn man nur genug Tor Knoten besitzt. Diese ganzen Dinge sind unheimlich aufwändig. Daher würde ich das mit Vorsicht genießen.
boredsquirrel@slrpnk.net · 13 pts · 1y
Als quasi unmöglich galt die jetzt nicht...
Aber ja, ein gutes VPN zusätzlich schadet sicher nicht. Und in öffentlichen Netzwerken sein.
oberstoffensichtlich@feddit.org · -11 pts · 1y
Emotet@slrpnk.net · 29 pts · 1y
Das stimmt bei richtiger Verwendung schlichtweg nicht und es nützt niemandem, wenn man falsche Informationen herausposaunt. Wie auch im Artikel zu lesen, fand die timing attack auf üblichem Wege, gerade fürs deutsche Rechtssystem aber äußerst kontrovers statt:
Bei einer Timing Attack werden, wie der Name schon sagt, Zugriffszeiten und möglichst viele (Meta-)Daten zu bestimmten Paketen statistisch abgeglichen. So kann man auch ohne direkten Zugriff auf die Daten bei ausreichender Datenlage feststellen, wer mit wem kommuniziert.
Hier wurde schlichtweg jeder o2 Kunde in Deutschland erstmal pauschal überwacht, ob er nicht mit einem bestimmten Server Kontakt aufnimmt. Um dem entgegenzuwirken, kann man natürlich erst einmal über einen (no log) VPN Provider gehen, um gar nicht erst zugeordnet werden zu können.
boredsquirrel@slrpnk.net · 16 pts · 1y
Absolut. VPNs sind so verbreitet, dass viel mehr Menschen sie verwenden als Tor. Auch weil sie halt normal schnell sind.
Hauptnutzen ist, dem ISP nicht zu sagen dass man Tor nutzt.
philpo@feddit.org · 3 pts · 1y
Exakt. Und niemand hindert einen ja daran mit multiple-Hops zu arbeiten. Also von VPN zu VPN hangeln erschwert den Vektor irgendwann enorm, v.a. wenn vertrauenswürdige VPNs genutzt werden.
Insbesondere für Oppositionelle in repressiven Regimen reicht die "nutze Tor" und "nutze ein VPN" halt nicht aus.
boredsquirrel@slrpnk.net · 2 pts · 1y
Multihops verstehe ich nicht.
Client -> VPN1 -> VPN2 -> weiter
Erlaubt VPN2 einfach jede Verbindung von VPN1? Ansonsten würde es doch gar keinen Sinn ergeben, wenn man sich dort auch authentifizieren muss, was geloggt werden könnte.
Saleh@feddit.org · 0 pts · 1y
Authentifizierung mit einem Account der über anonyme Zahlungsmittel bezahlt wurde.
boredsquirrel@slrpnk.net · 1 pts · 1y
Wenn es Logs gibt, sagen die dann aber dieselbe ID und damit dann auch IP Adresse weil es ja beim selben Anbieter ist
RedPandaRaider@feddit.org · 5 pts · 1y
Wieso wird sowas eigentlich nicht vom Bundesverfassungsgericht einkassiert? Ach so im eigenen Interesse...
funtrek@discuss.tchncs.de · 0 pts · 1y
Samsy@lemmy.ml · 5 pts · 1y
Nehmt es mir nicht übel, aber seit ich weiß was ein Exit-Node ist, weiß ich dass ich Tor eh nie für egal was nutzen würde. Mir ist eh nur Datenschutz wichtig. Sehen natürlich Darknet Nutzer dann anders. Aber ich denke mal, da das System erkannt ist, ist Darknet nichts was auch nur irgendwer nutzen sollte.
EddyBot@discuss.tchncs.de · 4 pts · 1y
Solange nur .onion Adressen genutzt werden, wird gar kein Exit-Node befragt
aus dem Artikel werden diese jetzt auch nicht explizit erwähnt
theTarrasque@lemmy.world · 2 pts · 1y
Mit Rechercheergebnissen von strg_F wäre ich vorsichtig, die haben ja schon einige Male zurückrudern müssen.
YourPrivatHater@ani.social · -2 pts · 1y