Diese Diskussionen und Schilderungen habe ich auch schon mitbekommen und es war für mich erschreckend, wie häufig das passiert. Das fängt bei "einfachen" kurzen Wanderungen an, wo dann jemand einfach vorweg läuft und sich nicht umdreht oder wartet, bis zu richtigen Touren in abgelegenen Gegenden, wo die Begleitung teilweise einfach so zurückgelassen wird. Ohne sich um die Situation oder Versorgung einen Kopf zu machen.
Und ich hab selbst im Himalaya auf einer Tour eine Niederländerin getroffen, der das passiert ist. Ihr Freund hatte sie zu der Tour überredet. Die Absprache war nach einigen Diskussionen, weil er eigentlich zum Annapurna Basecamp wollte, dass sie eine einfache Teahouse-Tour machen. Sie hatte keine wirkliche Erfahrung bezüglich solcher Touren. Und da der Partner sie erst im Anschluss an ihr Austauschsemester in Indien vor Ort abgeholt hatte, war sie auch ohne vernünftige Ausrüstung - kein tauglicher Schlafsack und sie hatte auch keinen eigenen Rucksack, in den ihre Sachen gepasst hätten. Einen Hobbyguide hatten sie dabei. Und dann an einer Abzweigung kam die Überraschung. Der Freund wollte doch noch seine Wunschtour machen. Zum Glück hat sie sich nicht bequatschen lassen. Was ihm nicht gefallen hat. Er wollte sie dann dort alleine lassen und mit dem Guide allein weiter. Das hat der Guide nicht mitgemacht. Also ist der Freund ohne die beiden los. Aber allein die Vorstellung, dass er das so geplant hatte und auch bereit war, sie da alleine zu lassen.
Steh ich auf dem Schlauch oder passt der erste Absatz des Artikels irgendwie nicht ins Muster mit den anderen geschilderten Fällen?
Vor einem Jahr erfror Kerstin G. am Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs. Ihr Partner hatte sie dort zurückgelassen, um Hilfe zu holen. Im Februar wurde Thomas P. wegen grob fahrlässiger Tötung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Also wenn er wirklich Hilfe holen wollte und das nicht nur eine Ausrede sein soll, dann war das vielleicht eine dumme Idee, eine Fehleinschätzung der Situation oder was auch immer, aber doch kein absichtliches Zurücklassen der Partnerin!?
Ich war schon oft mit meiner Partnerin in den Bergen wandern, auch in entlegenen Gebieten ohne Handyempfang oder Infrastruktur. Je nach Situation finde ich sich aufzuteilen und Hilfe zu holen durchaus die richtige Entscheidung, wenn ein Unfall passiert ist und man keine andere Möglichkeit hat, vor Ort jemanden zu alarmieren.
Lies und beurteile ob der Polizist recht hat, oder Thomas P. bezüglich dessen, ob er Hilfe holen wollte. Ich finde es recht eindeutig, ich bin nicht mal sicher ob man noch von fahrlässiger Tötung reden sollte.
Danke. Der geschilderte Tourverlauf ist in der Tat fragwürdig und schwer nachzuvollziehen. Eine konkretere Bewertung mag ich mir juristisch da aber nicht anmaßen, dafür hat auch der Wikipedia-Artikel nicht ausreichend Informationen. Eine offensichtlich absichtliche Tötung kann ich aber zumindest nicht herauslesen. Denke man darf bei der Bewertung von sowas auch einfach nicht vergessen, was für eine krasse Ausnahmesituation das sicher gewesen sein muss. Da tickt der Kopf nicht unbedingt so klar, wie jetzt, wo man gemütlich auf dem Sofa sitzt und die vermutlich sehr umfangreich aufbereitete Außenperspektive liest.
Wenn man dem Angeklagten hier eine Ausrede unterstellen will, könnte der Autor ja zumindest ein "um laut eigener Aussage Hilfe zu holen" o.ä. stehen. Insbesondere da es das erste Beispiel war und ich das Konzept Alpine Divorce noch nie gehört hatte, war es für mich sehr verwirrend so.
Es wurden 2 Fälle im Artikel genannt. Der eine ist schlichtweg Mord und der andere, laut der Soziologin, mangelnde Empathie.
Auf Social Media teilen viele Frauen ähnliche Geschichten. Bei Wander- oder Klettertouren finden sie sich allein am Berg wieder, zurückgelassen von ihrer männlichen Begleitung. Es kommt zur "Alpine Divorce", der alpinen Scheidung. Oft der Anfang vom Ende einer Beziehung.
Aha, weil Leute in den sozialen Medien davon sprechen ist es natürlich jetzt ein weitverbreitetes Phänomen? Ich finde das journalistisch ganz schlecht erarbeitet. Keine Zahlen, keine Analyse der Meldungen: was ist passiert, wo ist das passiert, waren die verheiratet, usw.
Ich kann mit dem Artikel nicht mal einschätzen wie oft das passiert. Sind das 10 Frauen weltweit die davon berichten? 100?
10 Comments
You@feddit.org · 48 pts · 140d
Diese Diskussionen und Schilderungen habe ich auch schon mitbekommen und es war für mich erschreckend, wie häufig das passiert. Das fängt bei "einfachen" kurzen Wanderungen an, wo dann jemand einfach vorweg läuft und sich nicht umdreht oder wartet, bis zu richtigen Touren in abgelegenen Gegenden, wo die Begleitung teilweise einfach so zurückgelassen wird. Ohne sich um die Situation oder Versorgung einen Kopf zu machen.
Und ich hab selbst im Himalaya auf einer Tour eine Niederländerin getroffen, der das passiert ist. Ihr Freund hatte sie zu der Tour überredet. Die Absprache war nach einigen Diskussionen, weil er eigentlich zum Annapurna Basecamp wollte, dass sie eine einfache Teahouse-Tour machen. Sie hatte keine wirkliche Erfahrung bezüglich solcher Touren. Und da der Partner sie erst im Anschluss an ihr Austauschsemester in Indien vor Ort abgeholt hatte, war sie auch ohne vernünftige Ausrüstung - kein tauglicher Schlafsack und sie hatte auch keinen eigenen Rucksack, in den ihre Sachen gepasst hätten. Einen Hobbyguide hatten sie dabei. Und dann an einer Abzweigung kam die Überraschung. Der Freund wollte doch noch seine Wunschtour machen. Zum Glück hat sie sich nicht bequatschen lassen. Was ihm nicht gefallen hat. Er wollte sie dann dort alleine lassen und mit dem Guide allein weiter. Das hat der Guide nicht mitgemacht. Also ist der Freund ohne die beiden los. Aber allein die Vorstellung, dass er das so geplant hatte und auch bereit war, sie da alleine zu lassen.
alleycat@feddit.org · 21 pts · 139d
Klingt eher nach Alpine Attempted Murder.
30p87@feddit.org · 13 pts · 139d
Ich hoffe für sie mal, Ex-Freund
You@feddit.org · 14 pts · 139d
Diese Anregung hatten wir ihr zumindest deutlich angedeutet auch mit auf den Weg gegeben.
rbn@sopuli.xyz · 14 pts · 139d
Steh ich auf dem Schlauch oder passt der erste Absatz des Artikels irgendwie nicht ins Muster mit den anderen geschilderten Fällen?
Also wenn er wirklich Hilfe holen wollte und das nicht nur eine Ausrede sein soll, dann war das vielleicht eine dumme Idee, eine Fehleinschätzung der Situation oder was auch immer, aber doch kein absichtliches Zurücklassen der Partnerin!?
Ich war schon oft mit meiner Partnerin in den Bergen wandern, auch in entlegenen Gebieten ohne Handyempfang oder Infrastruktur. Je nach Situation finde ich sich aufzuteilen und Hilfe zu holen durchaus die richtige Entscheidung, wenn ein Unfall passiert ist und man keine andere Möglichkeit hat, vor Ort jemanden zu alarmieren.
macros@feddit.org · 5 pts · 138d
Da noch niemand die Suchmaschinebemüht hat: https://de.wikipedia.org/wiki/Tod_einer_Bergsteigerin_am_Gro%C3%9Fglockner_im_J%C3%A4nner_2025
Lies und beurteile ob der Polizist recht hat, oder Thomas P. bezüglich dessen, ob er Hilfe holen wollte. Ich finde es recht eindeutig, ich bin nicht mal sicher ob man noch von fahrlässiger Tötung reden sollte.
rbn@sopuli.xyz · 3 pts · 138d
Danke. Der geschilderte Tourverlauf ist in der Tat fragwürdig und schwer nachzuvollziehen. Eine konkretere Bewertung mag ich mir juristisch da aber nicht anmaßen, dafür hat auch der Wikipedia-Artikel nicht ausreichend Informationen. Eine offensichtlich absichtliche Tötung kann ich aber zumindest nicht herauslesen. Denke man darf bei der Bewertung von sowas auch einfach nicht vergessen, was für eine krasse Ausnahmesituation das sicher gewesen sein muss. Da tickt der Kopf nicht unbedingt so klar, wie jetzt, wo man gemütlich auf dem Sofa sitzt und die vermutlich sehr umfangreich aufbereitete Außenperspektive liest.
D_a_X@feddit.org · 1 pts · 139d
Wenn sein Hilferuf "zufällig" nirgends rechtzeitig vernommen wurde?
rbn@sopuli.xyz · 5 pts · 139d
Wenn man dem Angeklagten hier eine Ausrede unterstellen will, könnte der Autor ja zumindest ein "um laut eigener Aussage Hilfe zu holen" o.ä. stehen. Insbesondere da es das erste Beispiel war und ich das Konzept Alpine Divorce noch nie gehört hatte, war es für mich sehr verwirrend so.
baleanar@discuss.tchncs.de · 2 pts · 136d
Es wurden 2 Fälle im Artikel genannt. Der eine ist schlichtweg Mord und der andere, laut der Soziologin, mangelnde Empathie.
Aha, weil Leute in den sozialen Medien davon sprechen ist es natürlich jetzt ein weitverbreitetes Phänomen? Ich finde das journalistisch ganz schlecht erarbeitet. Keine Zahlen, keine Analyse der Meldungen: was ist passiert, wo ist das passiert, waren die verheiratet, usw.
Ich kann mit dem Artikel nicht mal einschätzen wie oft das passiert. Sind das 10 Frauen weltweit die davon berichten? 100?
Beeindruckt bin ich nicht.