Und alles was ich möchte ist ein robustes, pflegeleichtes Fahrrad, bei dem mir die Reparaturen so leicht wie möglich gemacht wird: eine Liste mit allen Teilen und Maßen wird beigelegt, die Teile sind maximal robust und soweit wie möglich mit "normalen" Maßen. Günstig.
Oder gibt's das schon?
Diese aufgezeigte Zukunft des Fahrrads ist doch ein Verbrechen an dem ursprünglichen Sinn des Fahrrads.
Im Kern holen wir jetzt die Entwicklung noch einmal nach, die das Fahrrad bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gemacht hat. Auch damals wurden bereits Motoren an Fahrräder gebaut. Dann sind diese Fahrräder mit Motoren zunehmend schneller geworden, haben andere Technik bekommen, sind größer geworden und haben irgendwann die Pedale verloren. So haben wir Motorräder bekommen. Im Endeffekt bauen wir das jetzt noch einmal nach, nur mit Elektromotor. Das sieht man wunderbar an den eMTBs, die sich ja immer mehr in Richtung Cross-Motorrad entwickeln und ihre Wurzeln als MTB verlieren. Wir werden das aber auch je nach rechtlicher Regulierung mit den Pedelecs in der Stadt sehen. Am Ende des Tages werden wir noch einmal das Mofa oder die Vespa erfunden haben.
Was halt großartig ist, denn diese MTBs der 90er fahren hervorragend, sind superrobust und für die meisten Anwendungsfälle geeignet. Klar, für den Trail brauchst du was anderes, aber ansonsten ist es gut, dass es diese Kategorie wieder gibt.
Das Thema ist "günstig"
Ich kann zum Beispiel ein hochwertigeres Stahlrahmenfahrrad nehmen und es nachträglich mit einem Mittelmotor oder einem Vorderradmotor ausstatten, was dann zusammen etwas zwischen 2000 und 3000 € kostet. Das ist dann langzeitstabil und alle Teile austauschbar. Ohne Federgabel oder custom Teile
Hab mir eins mit Nabenschaltung und Riemen geholt. Aber leider schon das zweite kaputte Tretlager in einem Jahr, Schutzblech sitzt schlecht, Nabenschaltung lässt sich nicht knackfrei einstellen, Ständer ist abgebrochen weil Aufhängung sehr schlecht konstruiert ist...
Das sollte doch alles kein Problem mehr sein.
Vielleicht ist Singlespeed die Lösung für die Stadt. Kann man mit so einem Teil auch mal 30 km/h auf grader Strecke fahren, oder paddelt man sich da kaputt?
Vielleicht ist Singlespeed die Lösung für die Stadt. Kann man mit so einem Teil auch mal 30 km/h auf grader Strecke fahren, oder paddelt man sich da kaputt?
Kommt auf die Gegend an in der du unterwegs bist. Wenn es flach ist, dann nimm eine Übersetzung mit der du angenehm 25-30 km/h fahren kannst, ist beim Anfahren vielleicht etwas langsamer, in bergigen Gegenden bringt dich so eine Übersetzung um.
Oh, da war ich. Wirklich eine spannende Frage, gerade im Bezug auf eventuelle zukünftige Regulierung. Aktuell fliegt da einiges unter dem Radar und geht noch als Pedelec durch. Es ist unwahrscheinlich, dass das so bleibt, wenn die EU sich der Sache annehmen sollte.
Ich habe jetzt nicht die volle Stunde Vortrag geschaut, aber wir haben da wirklich einen gewissen Regelungsbedarf. Es gibt nämlich massive Unterschiede zwischen einem normalen Pedelec und diesen riesigen Lasten-LKWs, die mittlerweile auf der Fahrradinfrastruktur unterwegs sind. Es macht auch relativ wenig Sinn, dass die Tretunterstützung generell auf 250 Watt festgelegt ist. Völlig egal, ob leichtes Rennrad oder riesiges Lastenrad. Und gleichzeitig ist es natürlich auch etwas bizarr, dass man aus rechtlichen Gründen treten muss. Auch wenn es dann keine Fahrräder im eigentlichen Sinne sind: Es gibt sicherlich einen Platz in unseren Städten für Fahrzeuge, die elektrisch bis 25 km/h fahren und keine Pedale haben.
Ich glaube nicht, dass z.B. eine Frau im Technik Arbeitskreises des ADFC aktiv mitarbeitet. Mir ist zumindest noch keine aufgefallen. Wo sollen sie die Frauen herzaubern?
Nur dass es jetzt nicht als front an deinen Pfosten interpretiert wird: ich fand den Talk tatsächlich interessant.
Beschäftige mich aber beruflich viel mit Panelzusammensetzung und ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn du aktiv auf die Organisationen zugehst und sagst dass es wichtig ist, dass bei den Themen auch Frauen mitsprechen dass sich das Problem von selbst löst.
Ich habe auch ein Paar mal das Thema leicht verändert um dann auch andere Organisationen einzubinden - die es hinkriegen auch Frauen an der Spitze zu haben.
Aber ist das nicht eigentlich eine geschlechterübergreifende Frage. Im Endeffekt sitzen hier ja keine Personen auf dem Panel, weil sie Männer sind. Dort sitzen Personen als Vertreter ihrer Organisationen und vertreten die Position ihrer Organisationen. Der Vorstandsvorsitzende des Radlogistikverband Deutschland e.V. sitzt da ja nicht als Mann, sondern als Vertreter der Lobby für riesige Lastenfahrräder. Seine Position ist ja nicht irgendwie männlich oder weiblich, sondern halt die Position eines Lobbyverbandes. Und mir fällt jetzt irgendwie schwer zu verstehen, was es dann an zusätzlichen Aspekten in die Diskussion bringen würde, wenn da jetzt eine weibliche Lobbyverbandsvertreterin gesessen hätte.
Zu aller erst: ich genieße diese diskussion gerade sehr. ich schätze unglaublich wert dass wir hier so frei von der Vermutung die andere Person sei ein Arschloch darüber diskutieren können. Die Diskussion wird bei mir im beruflichen Umfeld leider sehr stark als Angriff auf den Mann wahrgenommen.
Ist das eine geschlechterübergreifende Frage?: Ja.
Sitzen hier ja keine Personen auf dem Panel, weil sie Männer sind.
Mhh, jain. Die Fahrradbranche hat bis vor einigen Jahre kaum Frauenförderung betrieben obwohl Frauen historisch von den Berufen ausgeschlossen waren. Also er sitzt nicht da weil er ein Mann ist. Aber er hat die Position zumindest teilweise deswegen weil Frauen historisch benachteiligt sind und immer noch diskriminiert werden.
Und mir fällt jetzt irgendwie schwer zu verstehen, was es dann an zusätzlichen Aspekten in die Diskussion bringen würde, wenn da jetzt eine weibliche Lobbyverbandsvertreterin gesessen hätte.
Meine Erfahrung mit Diskussionen über gesamtgesellschaftliche Themen ist, dass es schadet ein Zukunftsbild ohne die beteiligten zu Vermitteln. Waren Frauen in den Prozess mit eingebunden? Dann sollten sie auch ihre Meinung öffentlich äußern dürfen - und eben nicht Rainer der sich anbietet weil er halt schon erfahrung darin hat weil er das schon immer gemacht hat.
Wenn Frauen nicht beteiligt wurden ist das das Problem.
Also kurz: Frauen auch in der Repräsentation von der Organisationen vorzuheben wirkt vielfaltsfördernd und gleichzeitig positiv für die Zuschauer*innen weil mehr sich mit der person schnell identifizieren können.
Das stimmt, es ist gut, bestimmte Sachen einfach mal entspannt zu diskutieren. Und da ist dieses Forum hier echt gut. Ich persönlich knabber bei diesen Fragen immer an der Frage, wie repräsentativ dann jemand für die Hälfte der Menschheit ist bzw. was dann das spezifisch männliche oder weibliche sein soll, was er/sie dann in die Diskussion legen soll.
Wir haben ja zum Beispiel diese Diskussionen über eine Frauenquote in Firmenvorständen, die irgendwie ein gutes Beispiel ist. Es gibt dann auch gleich Leute, die ebenfalls eine Quote für Migranten oder Ostdeutsche fordern. Und irgendwie verstehe ich den Impuls, aber nicht, wie dies etwas an den Zuständen ändern soll. Am Ende sitzen dann da die gleichen psychopathischen CEO-Typen nur als Psychopathin. Ich gehe da nicht davon aus, dass Frauen per Geschlecht grundsätzlich bessere Menschen sind.
Das ist irgendwie auch der Kern meiner Frage eben und das ist wirklich etwas, auf das ich keine Antwort gefunden habe in dieser Thematik. Ich lese häufig die Kritik, dass bei xyz keine Frau dabei wäre. Dass da eine weibliche Perspektive fehlt. Dass der männliche Status Quo dann von einer Frau eingenordet werden sollte. Aber irgendwie sehe ich da diese Geschlechtsfrage nicht, gerade da ich in meinem privaten Umfeld auch jede Menge total unmöglicher Frauen erlebt habe. Das kondensiert dann im Kern in eine Frage: Was genau wäre denn jetzt besser, wenn eine Alice Weidel hier auf dem Podium gesessen hätte?
Da ist so viel gutes drin. Lemmy (Lass mich) ein paar Tage drüber nachdenken damit ich deinen Gedanken auch den Raum in meinem Kopf geben kann dann kommt noch eine ordentliche Antwort.
@nahostdeutschland@frischkaesbagett ich halte nicht viel von Führung per se und man sollte schon aufpassen, dass man Feminismus nicht als Feigenblatt missbraucht. Aber zwischen dem Repräsentieren einer harmlosen Org auf einem Panel und dem Führen einer Faschopartei besteht schon ein Riesenunterschied, oder?
Es geht auch gar nicht darum, dass Frauen besser wären, sondern dass sie überhaupt beteiligt sind, wodurch eine diversere Perspektive entsteht.
Das ist ja gerade die Frage, an der ich knabbere. Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen dem Repräsentieren einer harmlosen Fahrradvereinigung und dem Führen einer Faschopartei. Und ich weiß ja, dass Frauen im Stereotyp als irgendwie sozialer, menschlicher gezeichnet werden als die häufig dann als technokratisch gezeichneten Männer. Und es macht auch Sinn, dass man auf einem Panel die soziale, menschliche Perspektive einbringt.
Aber irgendwie verknüpfen sich bei mir da nicht die Synapsen ganz korrekt, um es zu verstehen: Wenn du jetzt eine Podiumsdiskussion zwischen Björn Höcke und Alice Weidel, dann hast du da ein Panel mit 50% Frauenanteil, aber null Diversität. Da bist du mit anderen Nur-Männer-Panels glaube ich irgendwie besser dran. Und genau da knabber ich ja dran und daher habe ich gefrage: Was ist denn diese spezifisch weibliche Perspektive auf "Fahrrad oder Kraftfahrzeug", die erfordert, dass unbedingt eine Frau auf so einem Panel sitzen muss, wie hier gefordert wurde? Es wurde ja sogar im ursprünglichen Beitrag dieses Diskussionsstrang die ganze Podiumsdiskussion mit "Männer erklären die Zukunft" schon irgendwie heruntergemacht, dass die Diskussion mangelhaft sei, weil eben keine Frau dabei gewesen ist. Und ich will verstehen, was genau das Fehlende denn jetzt genau gewesen ist. Denn wie geschrieben: Die Tatsache alleine, dass eine Frau eine Frau ist, ist ja jetzt keine Perspektive an sich und es macht halt einen Unterschied, ob da eine Katja Diehl oder eine Alice Weidel sitzt. Und wenn ich fordere, dass unbedingt ein Mensch mit den gleichen Geschlechtsmerkmalen wie Katja Diehl und Alice Weidel dabei sein muss, dann verstehe ich nicht so ganz was genau der Zweck dieser Forderung ist. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich es doof finde, dass Frauen auf Podiumsveranstaltungen sitzen und ich finde es auch gut, wenn die Podien eben verschiedene Perspektiven und Positionen bieten.
22 Comments
Aufgehtsabgehts@feddit.org · 3 pts · 115d
Und alles was ich möchte ist ein robustes, pflegeleichtes Fahrrad, bei dem mir die Reparaturen so leicht wie möglich gemacht wird: eine Liste mit allen Teilen und Maßen wird beigelegt, die Teile sind maximal robust und soweit wie möglich mit "normalen" Maßen. Günstig.
Oder gibt's das schon?
Diese aufgezeigte Zukunft des Fahrrads ist doch ein Verbrechen an dem ursprünglichen Sinn des Fahrrads.
nahostdeutschland@feddit.org · 3 pts · 114d
Im Kern holen wir jetzt die Entwicklung noch einmal nach, die das Fahrrad bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gemacht hat. Auch damals wurden bereits Motoren an Fahrräder gebaut. Dann sind diese Fahrräder mit Motoren zunehmend schneller geworden, haben andere Technik bekommen, sind größer geworden und haben irgendwann die Pedale verloren. So haben wir Motorräder bekommen. Im Endeffekt bauen wir das jetzt noch einmal nach, nur mit Elektromotor. Das sieht man wunderbar an den eMTBs, die sich ja immer mehr in Richtung Cross-Motorrad entwickeln und ihre Wurzeln als MTB verlieren. Wir werden das aber auch je nach rechtlicher Regulierung mit den Pedelecs in der Stadt sehen. Am Ende des Tages werden wir noch einmal das Mofa oder die Vespa erfunden haben.
mech@feddit.org · 2 pts · 114d
Dafür gibt's jetzt "Flat Bar Gravel Bikes", die nichts anderes sind als die MTBs der 90er.
JensSpahnpasta@feddit.org · 2 pts · 113d
Was halt großartig ist, denn diese MTBs der 90er fahren hervorragend, sind superrobust und für die meisten Anwendungsfälle geeignet. Klar, für den Trail brauchst du was anderes, aber ansonsten ist es gut, dass es diese Kategorie wieder gibt.
D_a_X@feddit.org · 3 pts · 115d
Das Thema ist "günstig"
Ich kann zum Beispiel ein hochwertigeres Stahlrahmenfahrrad nehmen und es nachträglich mit einem Mittelmotor oder einem Vorderradmotor ausstatten, was dann zusammen etwas zwischen 2000 und 3000 € kostet. Das ist dann langzeitstabil und alle Teile austauschbar. Ohne Federgabel oder custom Teile
zaphod@sopuli.xyz · 2 pts · 115d
Hol dir ein Fahrrad mit Nabenschaltung oder ein Singlespeed.
Aufgehtsabgehts@feddit.org · 1 pts · 114d
Hab mir eins mit Nabenschaltung und Riemen geholt. Aber leider schon das zweite kaputte Tretlager in einem Jahr, Schutzblech sitzt schlecht, Nabenschaltung lässt sich nicht knackfrei einstellen, Ständer ist abgebrochen weil Aufhängung sehr schlecht konstruiert ist...
Das sollte doch alles kein Problem mehr sein.
Vielleicht ist Singlespeed die Lösung für die Stadt. Kann man mit so einem Teil auch mal 30 km/h auf grader Strecke fahren, oder paddelt man sich da kaputt?
zaphod@sopuli.xyz · 2 pts · 114d
Kommt auf die Gegend an in der du unterwegs bist. Wenn es flach ist, dann nimm eine Übersetzung mit der du angenehm 25-30 km/h fahren kannst, ist beim Anfahren vielleicht etwas langsamer, in bergigen Gegenden bringt dich so eine Übersetzung um.
bob_lemon@feddit.org · 2 pts · 115d
Oh, da war ich. Wirklich eine spannende Frage, gerade im Bezug auf eventuelle zukünftige Regulierung. Aktuell fliegt da einiges unter dem Radar und geht noch als Pedelec durch. Es ist unwahrscheinlich, dass das so bleibt, wenn die EU sich der Sache annehmen sollte.
nahostdeutschland@feddit.org · 1 pts · 115d
Ich habe jetzt nicht die volle Stunde Vortrag geschaut, aber wir haben da wirklich einen gewissen Regelungsbedarf. Es gibt nämlich massive Unterschiede zwischen einem normalen Pedelec und diesen riesigen Lasten-LKWs, die mittlerweile auf der Fahrradinfrastruktur unterwegs sind. Es macht auch relativ wenig Sinn, dass die Tretunterstützung generell auf 250 Watt festgelegt ist. Völlig egal, ob leichtes Rennrad oder riesiges Lastenrad. Und gleichzeitig ist es natürlich auch etwas bizarr, dass man aus rechtlichen Gründen treten muss. Auch wenn es dann keine Fahrräder im eigentlichen Sinne sind: Es gibt sicherlich einen Platz in unseren Städten für Fahrzeuge, die elektrisch bis 25 km/h fahren und keine Pedale haben.
frischkaesbagett@feddit.org · -2 pts · 115d
In der heutigen Folge von Männer erklären die Zukunft.
Super interessant.
Schade dass sie nicht auf die (Geschlechter)Vielfalt des Panels achten.
D_a_X@feddit.org · 1 pts · 115d
Ich glaube nicht, dass z.B. eine Frau im Technik Arbeitskreises des ADFC aktiv mitarbeitet. Mir ist zumindest noch keine aufgefallen. Wo sollen sie die Frauen herzaubern?
frischkaesbagett@feddit.org · 3 pts · 115d
Nur dass es jetzt nicht als front an deinen Pfosten interpretiert wird: ich fand den Talk tatsächlich interessant.
Beschäftige mich aber beruflich viel mit Panelzusammensetzung und ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn du aktiv auf die Organisationen zugehst und sagst dass es wichtig ist, dass bei den Themen auch Frauen mitsprechen dass sich das Problem von selbst löst.
Ich habe auch ein Paar mal das Thema leicht verändert um dann auch andere Organisationen einzubinden - die es hinkriegen auch Frauen an der Spitze zu haben.
nahostdeutschland@feddit.org · 3 pts · 115d
Aber ist das nicht eigentlich eine geschlechterübergreifende Frage. Im Endeffekt sitzen hier ja keine Personen auf dem Panel, weil sie Männer sind. Dort sitzen Personen als Vertreter ihrer Organisationen und vertreten die Position ihrer Organisationen. Der Vorstandsvorsitzende des Radlogistikverband Deutschland e.V. sitzt da ja nicht als Mann, sondern als Vertreter der Lobby für riesige Lastenfahrräder. Seine Position ist ja nicht irgendwie männlich oder weiblich, sondern halt die Position eines Lobbyverbandes. Und mir fällt jetzt irgendwie schwer zu verstehen, was es dann an zusätzlichen Aspekten in die Diskussion bringen würde, wenn da jetzt eine weibliche Lobbyverbandsvertreterin gesessen hätte.
frischkaesbagett@feddit.org · 1 pts · 114d
Zu aller erst: ich genieße diese diskussion gerade sehr. ich schätze unglaublich wert dass wir hier so frei von der Vermutung die andere Person sei ein Arschloch darüber diskutieren können. Die Diskussion wird bei mir im beruflichen Umfeld leider sehr stark als Angriff auf den Mann wahrgenommen.
Ist das eine geschlechterübergreifende Frage?: Ja.
Mhh, jain. Die Fahrradbranche hat bis vor einigen Jahre kaum Frauenförderung betrieben obwohl Frauen historisch von den Berufen ausgeschlossen waren. Also er sitzt nicht da weil er ein Mann ist. Aber er hat die Position zumindest teilweise deswegen weil Frauen historisch benachteiligt sind und immer noch diskriminiert werden.
Meine Erfahrung mit Diskussionen über gesamtgesellschaftliche Themen ist, dass es schadet ein Zukunftsbild ohne die beteiligten zu Vermitteln. Waren Frauen in den Prozess mit eingebunden? Dann sollten sie auch ihre Meinung öffentlich äußern dürfen - und eben nicht Rainer der sich anbietet weil er halt schon erfahrung darin hat weil er das schon immer gemacht hat. Wenn Frauen nicht beteiligt wurden ist das das Problem.
Also kurz: Frauen auch in der Repräsentation von der Organisationen vorzuheben wirkt vielfaltsfördernd und gleichzeitig positiv für die Zuschauer*innen weil mehr sich mit der person schnell identifizieren können.
nahostdeutschland@feddit.org · 2 pts · 114d
Das stimmt, es ist gut, bestimmte Sachen einfach mal entspannt zu diskutieren. Und da ist dieses Forum hier echt gut. Ich persönlich knabber bei diesen Fragen immer an der Frage, wie repräsentativ dann jemand für die Hälfte der Menschheit ist bzw. was dann das spezifisch männliche oder weibliche sein soll, was er/sie dann in die Diskussion legen soll.
Wir haben ja zum Beispiel diese Diskussionen über eine Frauenquote in Firmenvorständen, die irgendwie ein gutes Beispiel ist. Es gibt dann auch gleich Leute, die ebenfalls eine Quote für Migranten oder Ostdeutsche fordern. Und irgendwie verstehe ich den Impuls, aber nicht, wie dies etwas an den Zuständen ändern soll. Am Ende sitzen dann da die gleichen psychopathischen CEO-Typen nur als Psychopathin. Ich gehe da nicht davon aus, dass Frauen per Geschlecht grundsätzlich bessere Menschen sind.
Das ist irgendwie auch der Kern meiner Frage eben und das ist wirklich etwas, auf das ich keine Antwort gefunden habe in dieser Thematik. Ich lese häufig die Kritik, dass bei xyz keine Frau dabei wäre. Dass da eine weibliche Perspektive fehlt. Dass der männliche Status Quo dann von einer Frau eingenordet werden sollte. Aber irgendwie sehe ich da diese Geschlechtsfrage nicht, gerade da ich in meinem privaten Umfeld auch jede Menge total unmöglicher Frauen erlebt habe. Das kondensiert dann im Kern in eine Frage: Was genau wäre denn jetzt besser, wenn eine Alice Weidel hier auf dem Podium gesessen hätte?
frischkaesbagett@feddit.org · 2 pts · 114d
Da ist so viel gutes drin. Lemmy (Lass mich) ein paar Tage drüber nachdenken damit ich deinen Gedanken auch den Raum in meinem Kopf geben kann dann kommt noch eine ordentliche Antwort.
emilia@neckarwie.se · 1 pts · 114d
@nahostdeutschland @frischkaesbagett ich halte nicht viel von Führung per se und man sollte schon aufpassen, dass man Feminismus nicht als Feigenblatt missbraucht. Aber zwischen dem Repräsentieren einer harmlosen Org auf einem Panel und dem Führen einer Faschopartei besteht schon ein Riesenunterschied, oder?
Es geht auch gar nicht darum, dass Frauen besser wären, sondern dass sie überhaupt beteiligt sind, wodurch eine diversere Perspektive entsteht.
nahostdeutschland@feddit.org · 1 pts · 114d
Das ist ja gerade die Frage, an der ich knabbere. Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen dem Repräsentieren einer harmlosen Fahrradvereinigung und dem Führen einer Faschopartei. Und ich weiß ja, dass Frauen im Stereotyp als irgendwie sozialer, menschlicher gezeichnet werden als die häufig dann als technokratisch gezeichneten Männer. Und es macht auch Sinn, dass man auf einem Panel die soziale, menschliche Perspektive einbringt.
Aber irgendwie verknüpfen sich bei mir da nicht die Synapsen ganz korrekt, um es zu verstehen: Wenn du jetzt eine Podiumsdiskussion zwischen Björn Höcke und Alice Weidel, dann hast du da ein Panel mit 50% Frauenanteil, aber null Diversität. Da bist du mit anderen Nur-Männer-Panels glaube ich irgendwie besser dran. Und genau da knabber ich ja dran und daher habe ich gefrage: Was ist denn diese spezifisch weibliche Perspektive auf "Fahrrad oder Kraftfahrzeug", die erfordert, dass unbedingt eine Frau auf so einem Panel sitzen muss, wie hier gefordert wurde? Es wurde ja sogar im ursprünglichen Beitrag dieses Diskussionsstrang die ganze Podiumsdiskussion mit "Männer erklären die Zukunft" schon irgendwie heruntergemacht, dass die Diskussion mangelhaft sei, weil eben keine Frau dabei gewesen ist. Und ich will verstehen, was genau das Fehlende denn jetzt genau gewesen ist. Denn wie geschrieben: Die Tatsache alleine, dass eine Frau eine Frau ist, ist ja jetzt keine Perspektive an sich und es macht halt einen Unterschied, ob da eine Katja Diehl oder eine Alice Weidel sitzt. Und wenn ich fordere, dass unbedingt ein Mensch mit den gleichen Geschlechtsmerkmalen wie Katja Diehl und Alice Weidel dabei sein muss, dann verstehe ich nicht so ganz was genau der Zweck dieser Forderung ist. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich es doof finde, dass Frauen auf Podiumsveranstaltungen sitzen und ich finde es auch gut, wenn die Podien eben verschiedene Perspektiven und Positionen bieten.