Hey, aus deinem Satz liest sich ein tiefes Missverständnis darüber, was Kommunismus überhaupt ist.
Ich würde gerne einen kleinen Erklärungsversuch machen. Das ist nett gemeint, und du musst das natürlich nur lesen, wenn du tatsächlich Interesse hast. :) Wird ein wenig länger. Muss dich keineswegs überzeugen, aber wenigstens wird es dir einen Einblick geben, warum dir Kommunisten immer wieder sagen, dass es das nie gab.
Extrem grob heruntergebrochen ist Kommunismus eine staatenlose, klassenlose und hierarchielose Gesellschaftsform, in der nach Bedürfnissen produziert wird.
Bereits beim ersten Wort fängt das Problem an. Staatenlos. Die UdSSR war ein Staat. Die DDR war ein Staat. Hierarchien waren auch extrem streng. Also Kommunismus kann es da in seiner Grunddefinition bereits nicht gewesen sein.
Nun kann man darüber sprechen, ob diese Staaten Sozialismus waren.
Der Sozialismus ist die eine Übergangsform, welche auf den Kommunismus hinarbeitet. Dort gibt es anfänglich einen Staat, welcher sich durch stetige Demokratisierung der Arbeiter immer weiter abbaut. (z.B. durch Errichtung von Räten)
Jetzt kann man der UdSSR tatsächlich in ihren Anfängen ein wahres sozialistisches Interesse zuschreiben. Es wurden z.B. Räte geschaffen und die Mitgliedschaft der Einzelstaaten war auch freiwillig. Finnland konnte zu Beginn die UdSSR noch verlassen. Spätestens mit Stalin wurde die Revolution jedoch verraten. Die Räte wurden abgeschafft und der Staat baute sich nicht ab, sondern baute sich – blickend auf die stalinistische Bürokratie – sogar nur immer weiter auf. Da es keinerlei Ziel des Staatenabbaus mehr gab und auch kein Ziel, die Revolution weiter voranzubringen, war es spätestens ab diesem Punkt kein Sozialismus mehr.
Daher gibt es ja auch den extra Begriff Stalinismus, da es nichts mehr mit der eigentlichen Theorie zu tun hatte und eben eine eigene Ideologie ist.
Der Sozialist George Orwell hat damals mit Animal Farm auch eine satirische Abrechnung gegen den Stalinismus verfasst. Bereits damals fing die Kritik also an und es ist bis heute wichtig, sich diese Staaten anzuschauen und aus den Fehlern Lehren zu ziehen. Und dazu gehört eben auch ganz wichtig, die Unterschiede zu unseren Zielen zu benennen.
Wenn du "Kommunisten" suchst welche die Verbrechen Stalins leugnen und es tatsächlich Kommunismus nennen, weil sie keinerlei Wissen darüber haben, was das eigentlich ist, aber sehr gerne an Diktatorstiefeln lecken, musst du übrigens nur zu lemmy.ml oder lemmygrad gehen. Da gibt es einige, die nennt man aber Tankies. Echte Kommunisten werden dir immer sagen, dass das kein Kommunismus war, aus den eben erläuterten Gründen. Auch heute ist sowas wie China kein Sozialismus. Da fängt das Problem bereits an der noch existenten Kapitalakkumulation an. Nur weil irgendwelche Politiker sowas behaupten, stimmt es noch nicht. Sowas wie Propaganda existiert. Hitler nannte sich damals auch NationalSOZIALIST, war er deswegen Sozialist? Nein. Zu der Zeit gab es halt eine starke Arbeiterbewegung und er hat versucht, die Wähler abzugreifen, indem er sich ähnlich lakiert.
All das ist bereits sehr runtergebrochen. Man könnte so viel dazu schreiben und hier fehlt noch einiges. Ich habe aber versucht einen Kurzabbriss dazustellen. Entweder für dich, oder auch für andere leser. Ist wie gesagt ok wenn dir das zuviel ist. Ich erkläre nur gerne.
Bei fragen gerne melden. Verwechsel das nicht mit einer Klassischen Internetdiskussion, ich bin hier für Netten umgang, also keine Angst vor Fragen. Solltest du gleich trollend oder toxisch antworten kommt von mir auch nichts mehr. Ich wünsch dir einen schönen Tag. :)
bei der udssr muss man ja sagen das lenin einen guten weg eingeschlagen hat, das problem ist, jedes mal wenn ich z.B. mit leuten von der kpö geredet hab, kam dann das stalin nicht passieren hätte dürfen, dass lenin sich gegen stalin ausgesprochen hat, was ja auch passt. aber er ist passiert, und das finde ich das, was am kommunismus schwierig ist.
politik wird immer leute anziehen, die macht haben wollen, und diese dann auch zu eigenen vorteilen missbrauchen werden.
es ist klar dass in der theorie der kommunismus staatenlos sein soll, aber ich kann mir nicht vorstellen dass das wirklich umsetzbar ist.
ich finde es z.B. gut dass sich die RKI klar gegen stalin ausspricht, aber ich würde trotzdem nie wollen dass es nur eine partei oder bewegung gibt die dann nicht mehr weg zu bekommen ist wenn sich eben so etwas wiederholen sollte.
meine persönliche ansicht ist inzwischen dass wir eine starke sozialdemokratie benötigen, ich finde auch die linke gut, ich finde teile der kpö gut obwohl mir die rkp besser gefällt, aber meiner meinung nach brauchen wir eine demokratie in der sich auch konservative parteien bilden dürfen.
damit ist nicht die afd/fpö gemeint.
die sind rechtsextrem und gehören verboten.
aber man darf leuten nicht verbieten, im einem humanen ramen zu existieren und ihre ansichten zu äußern, auch wenn sie andere politische ansichten haben mögen.
eine partei/politiker müssen immer abwählbar sein und bleiben, sonst kann sich ein authoritärer unrechtstaat entwickeln, der nicht mehr aufhaltbar ist von der eigenen bevölkerung.
zusätzlich sollte politik viel gläserner sein, was nebeneinkünfte z.B. betrifft, und es sollte strenge strafen geben wenn politiker/parteien unwahrheiten verbreiten.
also, bitte wiederspich mir gerne mit deiner meinung ob das nachvollziehbar ist oder wo ich deiner meinung nach falsch liege.
danke für deinen netten, ausführlichen kommentar :)
Wohingegen der Kapitalismus noch nicht mal in der Theorie funktioniert, sondern etliche Krücken vom Staat braucht, nur um dann immer noch beschießen zu sein
9 Comments
nibbler@discuss.tchncs.de · 1 pts · 24d
Alte Katze bekommt nur Keks weil sie früher viele Kekse gebacken hat??????
febert@feddit.org · -3 pts · 26d
cool, wann kommunismus erklärt von historikern und zeitzeugen?
123@feddit.org · 6 pts · 26d
Werden die Zeitzeugen in naher oder entfernter Zukunft gelebt haben?
LinkeSocke@feddit.org · 3 pts · 25d
Na hoffen wir doch mal, oder
febert@feddit.org · 1 pts · 24d
ah die klassische ausrede "echter kommunismus wurde noch nie probiert" weil man sich nicht eingestehen will dass es nur in der theorie funktioniert.
LinkeSocke@feddit.org · 3 pts · 24d
Hey, aus deinem Satz liest sich ein tiefes Missverständnis darüber, was Kommunismus überhaupt ist.
Ich würde gerne einen kleinen Erklärungsversuch machen. Das ist nett gemeint, und du musst das natürlich nur lesen, wenn du tatsächlich Interesse hast. :) Wird ein wenig länger. Muss dich keineswegs überzeugen, aber wenigstens wird es dir einen Einblick geben, warum dir Kommunisten immer wieder sagen, dass es das nie gab.
Extrem grob heruntergebrochen ist Kommunismus eine staatenlose, klassenlose und hierarchielose Gesellschaftsform, in der nach Bedürfnissen produziert wird.
Bereits beim ersten Wort fängt das Problem an. Staatenlos. Die UdSSR war ein Staat. Die DDR war ein Staat. Hierarchien waren auch extrem streng. Also Kommunismus kann es da in seiner Grunddefinition bereits nicht gewesen sein.
Nun kann man darüber sprechen, ob diese Staaten Sozialismus waren. Der Sozialismus ist die eine Übergangsform, welche auf den Kommunismus hinarbeitet. Dort gibt es anfänglich einen Staat, welcher sich durch stetige Demokratisierung der Arbeiter immer weiter abbaut. (z.B. durch Errichtung von Räten)
Jetzt kann man der UdSSR tatsächlich in ihren Anfängen ein wahres sozialistisches Interesse zuschreiben. Es wurden z.B. Räte geschaffen und die Mitgliedschaft der Einzelstaaten war auch freiwillig. Finnland konnte zu Beginn die UdSSR noch verlassen. Spätestens mit Stalin wurde die Revolution jedoch verraten. Die Räte wurden abgeschafft und der Staat baute sich nicht ab, sondern baute sich – blickend auf die stalinistische Bürokratie – sogar nur immer weiter auf. Da es keinerlei Ziel des Staatenabbaus mehr gab und auch kein Ziel, die Revolution weiter voranzubringen, war es spätestens ab diesem Punkt kein Sozialismus mehr. Daher gibt es ja auch den extra Begriff Stalinismus, da es nichts mehr mit der eigentlichen Theorie zu tun hatte und eben eine eigene Ideologie ist.
Der Sozialist George Orwell hat damals mit Animal Farm auch eine satirische Abrechnung gegen den Stalinismus verfasst. Bereits damals fing die Kritik also an und es ist bis heute wichtig, sich diese Staaten anzuschauen und aus den Fehlern Lehren zu ziehen. Und dazu gehört eben auch ganz wichtig, die Unterschiede zu unseren Zielen zu benennen.
Wenn du "Kommunisten" suchst welche die Verbrechen Stalins leugnen und es tatsächlich Kommunismus nennen, weil sie keinerlei Wissen darüber haben, was das eigentlich ist, aber sehr gerne an Diktatorstiefeln lecken, musst du übrigens nur zu lemmy.ml oder lemmygrad gehen. Da gibt es einige, die nennt man aber Tankies. Echte Kommunisten werden dir immer sagen, dass das kein Kommunismus war, aus den eben erläuterten Gründen. Auch heute ist sowas wie China kein Sozialismus. Da fängt das Problem bereits an der noch existenten Kapitalakkumulation an. Nur weil irgendwelche Politiker sowas behaupten, stimmt es noch nicht. Sowas wie Propaganda existiert. Hitler nannte sich damals auch NationalSOZIALIST, war er deswegen Sozialist? Nein. Zu der Zeit gab es halt eine starke Arbeiterbewegung und er hat versucht, die Wähler abzugreifen, indem er sich ähnlich lakiert.
All das ist bereits sehr runtergebrochen. Man könnte so viel dazu schreiben und hier fehlt noch einiges. Ich habe aber versucht einen Kurzabbriss dazustellen. Entweder für dich, oder auch für andere leser. Ist wie gesagt ok wenn dir das zuviel ist. Ich erkläre nur gerne.
Bei fragen gerne melden. Verwechsel das nicht mit einer Klassischen Internetdiskussion, ich bin hier für Netten umgang, also keine Angst vor Fragen. Solltest du gleich trollend oder toxisch antworten kommt von mir auch nichts mehr. Ich wünsch dir einen schönen Tag. :)
febert@feddit.org · 1 pts · 7d
bei der udssr muss man ja sagen das lenin einen guten weg eingeschlagen hat, das problem ist, jedes mal wenn ich z.B. mit leuten von der kpö geredet hab, kam dann das stalin nicht passieren hätte dürfen, dass lenin sich gegen stalin ausgesprochen hat, was ja auch passt. aber er ist passiert, und das finde ich das, was am kommunismus schwierig ist.
politik wird immer leute anziehen, die macht haben wollen, und diese dann auch zu eigenen vorteilen missbrauchen werden.
es ist klar dass in der theorie der kommunismus staatenlos sein soll, aber ich kann mir nicht vorstellen dass das wirklich umsetzbar ist.
ich finde es z.B. gut dass sich die RKI klar gegen stalin ausspricht, aber ich würde trotzdem nie wollen dass es nur eine partei oder bewegung gibt die dann nicht mehr weg zu bekommen ist wenn sich eben so etwas wiederholen sollte.
meine persönliche ansicht ist inzwischen dass wir eine starke sozialdemokratie benötigen, ich finde auch die linke gut, ich finde teile der kpö gut obwohl mir die rkp besser gefällt, aber meiner meinung nach brauchen wir eine demokratie in der sich auch konservative parteien bilden dürfen. damit ist nicht die afd/fpö gemeint. die sind rechtsextrem und gehören verboten. aber man darf leuten nicht verbieten, im einem humanen ramen zu existieren und ihre ansichten zu äußern, auch wenn sie andere politische ansichten haben mögen.
eine partei/politiker müssen immer abwählbar sein und bleiben, sonst kann sich ein authoritärer unrechtstaat entwickeln, der nicht mehr aufhaltbar ist von der eigenen bevölkerung.
zusätzlich sollte politik viel gläserner sein, was nebeneinkünfte z.B. betrifft, und es sollte strenge strafen geben wenn politiker/parteien unwahrheiten verbreiten.
also, bitte wiederspich mir gerne mit deiner meinung ob das nachvollziehbar ist oder wo ich deiner meinung nach falsch liege.
danke für deinen netten, ausführlichen kommentar :)
waldfee@feddit.org · 3 pts · 24d
Wohingegen der Kapitalismus noch nicht mal in der Theorie funktioniert, sondern etliche Krücken vom Staat braucht, nur um dann immer noch beschießen zu sein
febert@feddit.org · 1 pts · 7d
da geb ich dir vollkommen recht, ich habe auf linkesockes kommemtar geantwortet, ich lade dich auch ein, was dazu zu schreiben :)