Niedrige Flusspegel: Mehrere Länder drosseln Produktion von Atomstrom

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/donau-pegel-atomstrom-100.html

Es ist das erste Mal, dass beide Blöcke wegen des niedrigen Pegelstandes der Donau abgeschaltet werden mussten. Der Fluss, der vom Schwarzwald aus durch zehn Länder bis zum Schwarzen Meer fließt, hat wegen fehlender Niederschläge und aufeinanderfolgender Hitzewellen seit Mai in einigen Abschnitten Rekordtiefstände erreicht - von einem Wasserstand von einem Drittel des durchschnittlich im Juli gemessenen Werts war die Rede.

Auch das Kernkraftwerk Paks, dessen vier Reaktoren von enormer Bedeutung für die Stromversorgung Ungarns sind, liegt an der Donau. Dort werden alle vier Reaktorblöcke schrittweise abgeschaltet, wie Ministerpräsident Peter Magyar ankündigte. Bereits am Vortag war einer der Reaktoren in Paks wegen eines Mangels an Kühlwasser aus der Donau heruntergefahren worden. Die übrigen drei Blöcke sollen binnen der nächsten 24 oder 72 Stunden abgeschaltet werden.

Das liest sich immer mehr wie das erste Kapitel aus Kim Stanley Robinsons 'Hard Science Fiction' Roman "Das Ministerium für die Zukunft". Es beschreibt die Folgen eines grossflächigen langen Blackouts und damit des Verlusts lebensrettender Klimatisierung in einer massiven, langdauernden Hitzewelle.

In Nordafrika, d.h. Tunesien, Algerien, und Lybien ist das mit den Blackouts im Juni schon passiert - bei 50 Grad Hitze. Ohne schützende, kühle Räume überleben das auch gesunde Menschen auf die Dauer nicht.

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17 Comments

DirtPuddleMisfortune@feddit.org · 20 pts · 17d (9 replies)

Aber unser großer Anführer Söder hat doch gesagt, dass uns die Kernkraft retten wird ...

HaraldvonBlauzahn@feddit.org · 11 pts · 17d (1 reply)

Hat er nicht neulich noch gesagt, dass wir schleunigst aus der Kernkraft aussteigen müssen? Ich bin verwirrt.

Cliff@feddit.org · 4 pts · 16d

(patzig) Warst du dabei?

dreamless_day@feddit.org · -2 pts · 17d (6 replies)

Um fair zu sein - das Problem wäre kleiner, hätten wir statt Kohle mehr Atomkraftwerke gebaut.

Wrufieotnak@feddit.org · 15 pts · 17d (5 replies)

Und noch kleiner wenn wir weder Kohle, noch Atomkraftwerke sondern regenerative Energie ausgebaut hätten (und Kohle- statt Atomkraftwerke frühzeitig zu gemacht hätten).

dreamless_day@feddit.org · 4 pts · 17d (4 replies)

Da hast du recht! Aber das Thema wird ja gerne den Franzosen vorgehalten. Hätten alle Länder einen Strommix wie Frankreich, wäre uns schon viel geholfen

Cobrachicken@lemmy.world · 3 pts · 16d (3 replies)

Frankreich hat das gleiche Problem mit dem Kuehlwasser.

smokeysnilas@feddit.org · 1 pts · 16d (2 replies)

Es geht darum das AKW klimaneutral sind, hätten alle Länder (hauptsächlich) AKW gäbe es keine Klimaerwärmung und dann auch kein Problem mit dem Kühlwasser.

Cobrachicken@lemmy.world · 2 pts · 16d (1 reply)

Wir haetten dann wahrscheinlich auch paar Ecken auf der Welt mehr, die keiner mehr betreten koennte.

smokeysnilas@feddit.org · 2 pts · 16d

Ich sag ja nicht dass ich das gut finde, ich wollte nur das Missverständnis aufklären.

ranslite@pie.dasneuland.de · 20 pts · 17d

Und ich hatte erst eine Diskussion mit einem Kollegen, der die Meinung vertritt, Atomstrom wäre der Weg im Klimawandel.

Obin@feddit.org · 8 pts · 16d (5 replies)

Es beschreibt die Folgen eines grossflächigen langen Blackouts und damit des Verlusts lebensrettender Klimatisierung

Besonders toll wenn du ein Balkonkraftwerk und die Klimaanlage hast, aber der netzunabhängige Betrieb aus dem EU-Modell des Wechselrichters rausreguliert wurde.

PreppaWuzz@discuss.tchncs.de · 4 pts · 16d (4 replies)

Wieso rausreguliert?

Inselbetrieb geht nur, wenn das Inselnetz komplett vom öffentlichen Netz getrennt wird, und das hat niemand, der ein BKW an der Standard-Steckdose betreibt, der Aufwand für Netztrennung und Messeequipment ist zu hoch.

Außerdem taugt ein ein typisches 800W BKW nicht für Inselbetrieb bei den Lasten eines normalen Haushalts.

Und ohne Speicher schon mal gar nicht. Mit Speicher gibt es aber durchaus Modelle mit Notstrom-Steckdose, an die man im Fall des Stromausfalls direkt Geräte anschließen und betreiben kann.

Obin@feddit.org · 1 pts · 14d (3 replies)

Ok, mein Wissen ist diesbezüglich aus zweiter Hand, aber ich fand es als Elektroniker plausibel. Die Aussage war, dass viele der verbreiteten China-Wechselrichter diesen Inselbetrieb können, aber er per Firmware in der EU beim Verkauf zusammen mit Balkonkraftwerken (evtl. nur welche ohne Speicher?) deaktiviert werden muss. Technisch gesehen sollte jeder Wechselrichter die dazu notwenige Regelungstechnik drin haben, der Angleich der Phase auf die Netzspannung kommt da schaltungstechnisch oben drauf, nicht anders herum.
Und einen Batteriespeicher brauchst du theoretisch auch nicht unbedingt, solange die angeschlossenen Verbraucher die von der Anlage produzierte Leistung nicht überschreiten, macht aber natürlich Sinn um kurze Spitzen abzufangen. Zieht man zu viel Strom schaltet der Controller oder Wechselrichter einfach ab, also auch nichts anderes als mit Batteriespeicher wenn dieser leer ist. Bei nur zwei 400W Modulen wird es aber auch schon mit der Klimaanlage alleine knapp. Vielleicht würde es mit Batteriespeicher reichen wenn die Klima oft genug abschalten kann.

PreppaWuzz@discuss.tchncs.de · 2 pts · 14d (2 replies)

Das Problem sind nicht die Wechselrichter selbst, sondern dass man für Inselbetrieb das öffentliche Netz komplett trennen muss. Zum einen natürlich, damit man im Fall eines Stromausfalls den erzeugten Strom nicht ins Netz "vergeudet", und natürlich, weil im Fall einer geplanten Abschaltung die Techniker draußen ein wirklich abgeschaltetes Netz brauchen und nicht plötzlich irgendwoher doch Strom anliegen haben.

Und so eine Netztrennung ist nicht per steckerfertigem Gerät machbar, denn das braucht mindestens einen Trennschalter, Messung der externen Stromversorgung (beides typ. direkt nach dem Zähler), um einen Ausfall erkennen zu können. Im Falle einer 1-phasigen Notstromversorgung braucht man auch noch eine Kopplung der 3 Phasen innerhalb der Insel, um alle bestehenden Verbraucher weiterhin versorgen zu können.

Das alles muss fest am Übergabepunkt installiert werden, braucht Platz im Anschlusskasten und ist auch nicht ganz günstig.

Wir haben so etwas mit unserer PV-Anlage zusammen installieren lassen, und das braucht zwei Reihen im Haus-Anschlusskasten, natürlich die entsprechende Verkabelung zum Speicher, und hat grob 2500€ zusätzlich gekostet.

Theoretisch könnte man sowas auch günstiger haben, wenn man einen rein manuellen Trennschalter verbaut, sich auf eine Phase beschränkt, und der Inselbetrieb am Wechselrichter irgendwie hart über den Trennschalter mit gesteuert wird. Dann könnte man bei Stromausfall zum Anschlusskasten latschen, den Trennschalter umlegen und wenn der Strom wieder da ist, wieder zurück. Aber das bedeutet trotzdem Installation durch einen Elektriker, und wer eine steckerfertige Anlage nimmt, will den ja typischerweise vermeiden.

Der einfachste Fall ist dann eben ein System mit Notstrom-Steckdose direkt am Speicher, dann muss nichts installiert werden und bei Stromausfall steckt man die wichtigen Geräte halt mal per Verlängerungskabel dort dran.

Successful_Try543@feddit.org · 1 pts · 13d

und nicht plötzlich irgendwoher doch Strom anliegen haben.

räusper

Obin@feddit.org · 1 pts · 14d
[ removed ]
bad1080@piefed.social · 6 pts · 17d

viel regen: strom wird teurer
wenig regen: strom wird teurer