Eindeutige Ansage in der Nachbarschaft.

Ich war lange Zeit überzeugt, dass solche Aktionen nicht hilfreich sind, weil sie eventuelle Opfer-Narrative verstärken könnte.

Inzwischen bin ich aber eher der Meinung, dass es eine gute Idee ist, den AfD-Symphatisanten zu zeigen, dass die Meinungen in der realen Welt sich doch noch von denen in ihrer Bubble unterscheiden und das sie nicht für ein Rest-"Volk" sprechen, das still auf ihrer Seite ist.

Da ist so ein Statement in der realen Welt, wie ich es eben entdeckt habe, ein guter Ansatz.

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24 Comments

Natur12@feddit.org · 22 pts · 8d

Ein Statement gegen die AfD in der Alltäglichkeit zu bringen, finde ich gut.

probable_possum@leminal.space · 17 pts · 8d (11 replies)

Darf man das auch in seinen Organspendeausweis schreiben? Also den Teil mit der AfD. Viel Spaß damit wäre witzig, zugegeben.

creamfresh@lemmy.world · -5 pts · 7d (10 replies)

Würdest du lieber sterben, bevor dir ein Nazi eine Niere spendet?

probable_possum@leminal.space · 9 pts · 7d (5 replies)

Ich glaube, ich verstehe was du sagen möchtest. Leben retten sollte politischen Überzeugungen übergeordnet sein?

Ja, kann man so sehen. Ich könnte dir gerade nicht sagen, ob ich lieber sterbe, als ein Organ von einem schlechten Menschen, der schlechtes getan hat, anzunehmen. Ich glaube ich ziehe die Grenze nicht beim afd-Wähler der sich von der Politik nicht vertreten fühlt. Höckes Pankreas hingegen? Schwierig.

Mein Post war aber anders herum. Möchte ich, dass etwas so Persönliches wie meine Organe einem Menschen zugute kommen, welcher der Gesellschaft oder der Welt schadet? Oder lasse ich sie lieber verbrennen oder füttere die Würmer damit? Wie geht es mir damit? Wie geht es meiner Familie damit? In einer schwarz-weißen Welt sollte es keine Rolle spielen. Man rettet einfach.

creamfresh@lemmy.world · 2 pts · 6d (3 replies)

In einer schwarz-weißen Welt sollte es keine Rolle spielen. Man rettet einfach.

Die schwarzweiße Welt ist eher die, wo Leute kategorisch von einer medizinischen Versorgung ausgeschlossen werden. Eine komplizierte Welt darf sich so etwas wie eine ethische Baseline erlauben, wonach wir auch denen in Not helfen, die wir als Feinde sehen.

probable_possum@leminal.space · 1 pts · 6d (2 replies)

ethische Baseline

Das Thema Organspende scheint nicht so unkompliziert zu sein, dass man es undiskutiert voraussetzen könnte. Wie sonst kommt es, dass es, soweit ich weiß, nirgendwo eine Regelung zur verpflichtenden Organspende gibt? Opt out ja. In Deutschland gibt der gesellschaftliche Konsens nur ein opt-in her. Zahlreiche Gründe sprechen für oder gegen Organspende - ohne Wertung. Baseline? Nein.

Es ist für mich etwas anderes, ob ich jemanden aus einer lebensbedrohlichen Notlage helfe indem ich erste Hilfe leiste oder ob ich ihm eine Lunge spende. Das sind zwei Entscheidungen mit ganz unterschiedlicher Tragweite.

creamfresh@lemmy.world · 2 pts · 6d (1 reply)

Die Baseline ist in spezifisch in Bezug auf Organ- und Blutspende, dass nur die biologische Kompatibilität und der Consent des Spenders und Empfängers gilt und niemand Extrawürste verlangen kann. Generell in Bezug auf Medizin gilt ähnliches, nur dass für die meisten Behandlungen nichts von einem Dritten benötigt wird.

probable_possum@leminal.space · 1 pts · 6d

Also Zustimmung zur Spende geht nur mit ja oder nein, ein ja, aber... ist nicht vorgesehen. Die Zustimmung gilt mit dem Mitführen der Willenserklärung im Organspendeausweis als erteilt. So? Das verstehe ich.

Ich bin mir nicht sicher. Du bist nicht mit diesem Argument, der Mitteilung wie es gehandhabt wird, in die Diskussion eingestiegen.

Du hast einen Rollenwechsel angeboten, wie es wäre, wenn mein Leben von der Organspende eines politischen Gegners abhinge. Ich hatte daraufhin den Eindruck, es geht dir um eine offene Diskussion darüber, was moralisch richtig ist. Und dass du es als grundfalsch empfindest, eine bedingte Organspende anzubieten Oder das Mindset welches dahinter steht. Selbst im Scherz. Darauf habe ich meine Argumentation ausgerichtet. Lag ich mit der Einschätzung falsch?

trollercoaster@sh.itjust.works · 1 pts · 5d

Aus weniger rationalen ideologischen Gründen (Religion) gestehen wir Leuten ja auch zu, keine Organe zu spenden. Wenn ich meine Organe nach meinem Tod für einen imaginären Freund im Himmel erhalten will, ist das weniger rational, als wenn ich nicht will, dass damit einem Nazi geholfen wird, der dann mit dem lebensrettenden Spenderorgan jahrelang weiter Nazischeiße macht und damit echte Leute terrorisiert.

Schnabeltierplaisir@feddit.org · 2 pts · 7d (3 replies)

Da kannste Gift drauf nehmen.

creamfresh@lemmy.world · 2 pts · 7d (2 replies)

glaub ich dir nicht

Schnabeltierplaisir@feddit.org · 1 pts · 6d (1 reply)

Das ist schön für dich, rüttelt trotzdem nicht an meiner Überzeugung

creamfresh@lemmy.world · 2 pts · 6d

Ich wünsche dir, dass diese Überzeugung nie auf den Prüfstand muss.

Lupus108@sh.itjust.works · 11 pts · 8d

Da ist so ein Statement in der realen Welt, wie ich es eben entdeckt habe, ein guter Ansatz.

Loud & proud!

hendrik@palaver.p3x.de · 9 pts · 8d (8 replies)

Wie funktioniert das mit der Opferrolle überhaupt? Also von außen kauft denen das ja inzwischen sowieso keiner mehr ab, zumindest Leute die Zeitung lesen oder sonstwie sich damit beschäftigen (müssen)... Was ja inzwischen wohl fast jede:r ist...

Aber letztlich, die Faschos unter denen sehen sich doch als Herrenrasse und überlegen... Warum haben die immer Angst vor Frauen, Sexualität und/oder Identität von anderen Menschen. Sind voll die Memmen und immer ach so benachteiligt... Nix darf man mehr sagen... Uuh, jemand hat mich als Arsch tituliert, das petze ich jetzt "Mama" und benötige ein Gerichtsbeschluss um demjenigen das zu untersagen...

Also wie passt das zusammen? Also ich bin mir wohl bewusst, dass Menschen beliebig idiotische und sich widersprechende Sachen gleichzeitig glauben können... Aber wieso muss man sich dafür als benachteiligt ansehen? Vor allen wenn man sich konstant darüber beschwert, dass auf andere benachteiligte Menschen Rücksicht genommen wird? Das ergibt doch null Sinn? Fühlt man sich da irgendwie mehr erhaben mit, wenn man rechts ist?

Edit: Wobei, jetzt wo ich das runtergeschrieben habe... Ich glaub Die Ärzte haben da vor einer ganzen Weile schon ein Lied drüber geschrieben...

Jesus_666@lemmy.world · 18 pts · 8d (7 replies)

Ist halt die alte faschistische Rhetorik: Der Feind ist gleichzeitig überwältigend stark und lächerlich schwach. Er ist so stark, dass er furchteinflößend ist und sofort gegen ihn gehandelt werden muss. Und das mit meiner Bewegung, weil nur wir stark genug sind. Aber er ist auch so schwach, dass wir ihn problemlos besiegen werden, weil wir halt so überlegen sind und er nie etwas auf die Reihe kriegt.

Die Positionen können jederzeit gegeneinander ausgetauscht werden, sogar im selben Satz. Diese Inkonsistenz wird zu keinem Zeitpunkt zugegeben. Es ist instrumentalisierte kognitive Dissonanz.

Und hier sind die Rechten halt gleichzeitig die starken Krieger und sowieso die Mehrheit, aber wenn jemand ihnen öffentlich widerspricht, dann ist das eine linksgrüne Unterdrückungskampagne, die das Land ruinieren wird.

hendrik@palaver.p3x.de · 7 pts · 8d (6 replies)

Danke! Aber glauben die das selber? Oder ist das nur ein rhetorisches Mittel gegenüber Dritten? Oder hat die Zielgruppe wirklich allesamt die Gehirnwicklungen abgeschaltet die sich mit Logik befassen? ...Also irgendwie scheint faschistische Rhetorik ja zumindest immer wieder zu funktionieren.

Aber vielleicht isses ja auch einfach nur eine Mischung? Ich glaube ja auch, dass zum Beispiel Frau Weidel schlau genug ist und an nichts glaubt was ihre Partei vertritt, sondern ihre Zielgruppe einfach für selten dumm hält und das deswegen so verkauft.

helix@feddit.org · 8 pts · 8d

Aber glauben die das selber? Oder ist das nur ein rhetorisches Mittel gegenüber Dritten?

Das kommt darauf an, ob du Mitläufer oder Demagoge bist.

A_norny_mousse@piefed.zip · 3 pts · 7d (4 replies)

Aber glauben die das selber?

Natürlich. Das sind so emotionale Sachen die logisches Denken einfach ausschalten und das funktioniert bei vielen primstens.

Darum geht's eh bei rechtsextremem Populismus: die sog. Kneejerk-Reaktion, also reflexartig bevor das Bewusstsein sich zuschaltet. Angst vor Fremden, Schuldzuweisungen wenn's einem schlecht geht: "irgendjemand muss doch schuld sein daran!" - und die AfD zeigt denen eben wer Schuld ist daran.

Im Endeffekt ist das natürlich nur ein Ablenkungsmaöver damit das Volk nicht erkennt wer wirklich schuld ist und was wirklich zu tun wäre. Deswegen werden solche Parteien immer sehr gerne von reichen Unternehmern gesponsert.

hendrik@palaver.p3x.de · 1 pts · 7d (3 replies)

Danke. Das bringt es wirklich gut auf den Punkt. Muss ich mir abspeichern, weil irgendwie will das nicht in meinen Kopf rein. Das ist so weit von meiner Lebensrealität entfernt...

Ich weiß nur nicht so ganz wie ich damit umgehen soll. Sollen wir die AfD-Wähler:innen mal ab und zu ganz doll knuddeln? Aber mehr so Zuckerbrot-und-Peitsche mäßig, damit sie wissen woran sie sind? Angst schüren vor den wirklichen Problemen? Also ich hab ja auch ab und zu mal Angst. Aber eher davor, dass einer von den Dullis die wir dabei erwischt haben wie sie mit einem Geldkoffer aus Russland zurückkommen, irgendwie doch an zu viel Macht gelangt.

A_norny_mousse@piefed.zip · 2 pts · 7d (2 replies)

Das ist so weit von meiner Lebensrealität entfernt…

Es ist natürlich nochmal was anderes das gegen Andere zu richten, aber...
Wir haben alle solche emotionalen Reaktionen, irgendwo wirst du das auch bei dir finden*.
Was zählt ist dass man offen ist dafür sich selbst zu hinterfragen, ja zu kritisieren. Leider sehe ich das nicht bei vielen Menschen und bei Faschos natürlich am allerwenigsten.

* Thema Kinder und Erziehung ist bei fast allen ein Paradebeispiel

Sollen wir die AfD-Wähler:innen mal ab und zu ganz doll knuddeln?

Ich denke immer an Alltagssituationen wo man still bleibt wenn was passiert. In der Bahn aufstehen und sagen "wir finden dieses Verhalten nicht OK". Dem Ausländer oder anderweitig Ausgegrenzten aktiv entgegenkommen. Den Fascho aber trotzdem als Menschen behandeln würde ich auch empfehlen, aber ich glaube da hätte ich dann keine Reserven mehr dafür.

Erziehung, Aufklärung, Allgemeinwissen.
Den Dialog nicht versiegen lassen. Und damit meine ich nicht denen wegen jedem Schmand Aufmerksamkeit zu schenken. Eher IEL als auf SoMe.

hendrik@palaver.p3x.de · 2 pts · 7d (1 reply)

Ich denke immer an Alltagssituationen wo man still bleibt wenn was passiert.

Ja ich denke auch das macht viel aus. Also erstens mal bin ich sowieso Pedant, und alt genug um falsche Dinge nicht einfach so im Raum stehen zu lassen... Aber vor allem wenn ich mal daran denke wenn ich selber irgendwie in die Ecke gedrängt worden bin, tat es immer sehr gut wenn man irgendwie Leute hat die zu einem stehen und nicht einfach nur weggucken... Also ich denke mal gerade wegen der angegriffenen Personen ist das eigentlich Pflicht. Es ist leider nur manchmal wirklich schwer. Grad auch wenn man selbst nicht so der angriffslustige Typ ist, mit Erfahrung im Faustkampf. Also ich bin schon nach Hause gelaufen und hab mir gedacht, hättest du da mal was gesagt... Und mir vorgenommen das beim nächsten Mal besser zu machen. Kommt jetzt nicht oft vor, dass ich in so Situationen bin, aber es passiert.

Wir haben alle solche emotionalen Reaktionen, irgendwo wirst du das auch bei dir finden*

Ja klar, das merke ich auch regelmäßig. Das war von meiner Seite jetzt nur erstmal auf Angst vor "Migranten" im Speziellen bezogen. Ich leb hier halt im Ruhrgebiet und im Zweifelsfall hatte ich genug Menschen um mich, mit Eltern die an Islam glauben, die selbst aus anderen Ländern kommen, ihren Kaffee anders trinken als ich... Letztlich lebt die ganze Region auch seit 200 Jahren oder sowas davon, dass hier Leute zum Arbeiten hinkamen... Also ich glaub ich habe da schon ein mehr durch die Realität geprägtes Bild und weiß so halb woran ich bin. Da muss ich mir weniger Angst machen, dass der nicht ganz so Bio-Deutsch aussehende Typ neben mir mich jetzt gleich auffressen möchte. Aber letztendlich bin ich natürlich auch empfänglich für Angstmache, Manipulation und so. Und wenn ich mich im Internet herumtreibe weiß ich auch oft nicht was jetzt Wahrheit ist und wo gezielt irgendwas erzählt wird.

A_norny_mousse@piefed.zip · 2 pts · 7d

Grad auch wenn man selbst nicht so der angriffslustige Typ ist, mit Erfahrung im Faustkampf.

Bin ich auch nicht, und auch sonst kein Held. Aber die meisten Situationen in der Öffentlichkeit machen es extrem unwahrscheinlich dass man sofort körperlich in Gefahr ist. Daher auch "wir".

Freut mich aber dass du dich im Ausgegrenzten auch selbst wiederfinden kannst, ich glaube das ist am Allerwichtigsten. "Wir sind alle Ausländer" ist mehr als ein Klugscheisserspruch.

Elchi@feddit.org · 4 pts · 8d

In Zeiten von Giftködern ist es verdächtig wenn da drauf steht dass es nicht für AfD Wähler bestimmt ist.