Prozess um erfundene Krebserkrankung in Gießen: Mutter gesteht vor Gericht

https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-prozess-um-erfundene-krebserkrankung-in-giessen-mutter-gesteht-vor-gericht-102.html

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15 Comments

lokalhorst@feddit.org · 35 pts · 2d (1 reply)

"Und auch das Kind selbst hat bis zuletzt geglaubt, dass es tatsächlich an Krebs erkrankt sei und nicht mehr lange zu leben hat."

Alter

einkorn@feddit.org · 2 pts · 2d

Ne, alt wäre er in dem Fall nicht geworden. /s

GardenGeek@europe.pub · 15 pts · 2d (8 replies)

Meine persönliche Meinung:

Solche Taten müssen mit maximaler Härte bestraft werden. Zum einen kann das Strafmaß hier tatsächlich abschreckend wirken, da Täter*innen nicht aus emotionalen sondern aus rationalen Gründen handeln und vorher abwägen ob es ,,sich lohnt". Zum anderen wird hier die Hilfsbereitschaft der Gemeinschaft schändlich ausgenutzt und der durch den Vertrauenverlust entstehende Schaden an der Solidarität, die die Grundvoraussetzung für unsere offenen, freien Gesellschaften ist, ist bedeutend größer als der unmittelbare, finanzielle. Wir können es uns mMn nicht leisten das soziales Verhalten ausgenutzt und damit indirekt bestraft wird.

D_a_X@feddit.org · 3 pts · 2d (3 replies)

Solche Taten müssen mit maximaler Härte bestraft werden.

Du wirst damit den Sohn maximal bestrafen.

Nein, ich will auch, dass die Frau bestraft wird, aber nicht ihr Kind.

GardenGeek@europe.pub · 8 pts · 2d (1 reply)

Ich glaube da verstehe ich dich nicht ganz.

Die Frau hat ziemlich offensichtlich ihre eigenen finanziellen Interessen über das Recht ihres Sohnes auf ein normales Umfeld, Bildung etc. gestellt. Das spricht meiner Meinung nach nicht dafür, dass sie ihrer Verantwortung ihm gegenüber gerecht wird. Auch perspektivisch stellt sich mit die Frage wie ihre Taten die Beziehung der beiden nachhaltig nrgativ beeinflusst haben und werden, denn die Aufarbeitung ist ja noch lange nicht abgeschlossen. Unabhängig von einer Strafe für sie stellt sich mir daher die Frage wie geeignet sie als Sorgeberechtige ist, rein mit Blick auf das wohl des Kindes.

D_a_X@feddit.org · 1 pts · 2d

In Deutschland muss ziemlich viel passieren, bevor einer Mutter das Sorgerecht abgesprochen wird. Da würde ich jetzt nicht darauf setzen.
Edit: Das Familiengericht wurde schon eingeschaltet.

You@feddit.org · 6 pts · 2d

Das Kind ist Anfang 2024 in Obhut des Jugendamtes genommen worden. Wo das Kind jetzt tatsächlich ist, wird nicht mitgeteilt. Aber das dient dem Schutz des Kindes und der hat Priorität. Es wurde vom Verteidiger erklärt, dass parallel noch ein familiengerichtliches Verfahren laufe. Das kann aber viel bedeuten.

Ich hoffe hält einfach, dass der Vater kein Totalausfall ist und sich kümmern will. In der Hessenschau wird erwähnt, dass Ermittlungen gegen ihn mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt wurden. Er muss also irgendwie noch dagewesen sein.

Korne127@lemmy.world · 1 pts · 1d (1 reply)

Zum einen kann das Strafmaß hier tatsächlich abschreckend wirken, da Täter*innen nicht aus emotionalen sondern aus rationalen Gründen handeln und vorher abwägen ob es ,sich lohnt"

Brüh was? Lies mal den Wikipedia-Artikel über Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Das Gegenteil ist der Fall.

GardenGeek@europe.pub · 1 pts · 1d

Ist das in dem Fall diagnostiziert worden... oder rätst du das grade?

Dem Artikel habe ich nur entnommen, dass sie mit gefälschten Gesundheitszeugnissen Betrug begangen hat.

RidderSport@feddit.org · -1 pts · 2d (1 reply)

Auch wenn ich dir emotional Recht gebe. Bitte bedenke, dass "maximale Härte" hier 10 Jahre Haft nur für den Betrug bedeutet.

GardenGeek@europe.pub · 6 pts · 2d

Ich bedenke, dass hier mehrere tausend hilfbereite Menschen (die ihrerseits vermutlich auch nichr reich waren) um Geld betrogen wurden, in mindestens einem Fall hat sich jemand dafür verschuldet und im Fall der Krebshilfe wurden die 100 000 Euro Kindern vorenthalten die wirklich Krebs haben/hatten. Die meisten Privatpersonen werden sich nach dieser Geschichte zweimal überlegen ob sie für eine gute Sache spenden und auch die Hilfsorganisationen werden vermutlich neue Hürden aufbauen um Missbrauch vor zu beugen... was dann letztlich tatsächlich betroffenen das Leben schwerer macht.

Der Schaden den dieser ,,nur" Betrug an der Gemeinschaft anrichtet ist meiner Meinung nach kaum zu überschätzen, unabhängig vom finanziellen Aspekt.

Also ja, ich persönlich finde 10 Jahre gerechtfertigt. Es liegt aber nicht an mir das Strafmaß festzulegen, dafür haben wir in diesem Land Richter.

ZonenRanslite@feddit.org · 4 pts · 2d

Es gab im Amiland mal einen ähnlichen Fall. Es hatte aber ein tragischeres Ende.

kossa@feddit.org · 3 pts · 2d (1 reply)

Zwei Sachen: erstens, wenn man das so liest, denke ich immer "voll der Aufwand, über Jahre hinweg, für eigentlich nichts, und jetzt ist alles futsch". Also, was ich meine: gegenüber solch merkwürdigen Formen der Kriminalität, kann man ja auch einfach arbeiten gehen. Ist genauso viel Aufwand, kommt quasi genauso viel rum, aber ist nicht alles weg, wenn man erwischt wird. Saudumm.

Zweitens: das diese Breaking Bad Angelegenheit in USA verfängt, ist ja eine Sache. Aber, mal doof gefragt: würde denn eine Krankenkasse in Deutschland nicht für die Medikamente eines krebskranken Kindes aufkommen? Warum sollte ich denn da für Medikamente spenden? Also, so Make-A-Wish mäßig für einen Disneyland-Besuch, fair enough, aber da braucht es ja nun auch keine 15k Euro. Da wäre es ja glaubwürdiger statt Krebs eine Behinderung vorzutäuschen, dass man das Geld für eine barrierefreie Wohnung bräuchte, oder so. Weird.

You@feddit.org · 3 pts · 2d

Grundsätzlich hast Du schon Recht, dass in Deutschland der Ansatz "Krankenkasse zahlt nicht" ein Spezialfall ist und mich das sehr misstrauisch machen würde.

Aber es gibt Bereiche, wo es um experimentelle Therapien, eine Behandlung mit in DE nicht zugelassenen Medikamenten o.ä. geht - da kann es sein, dass die Fahrt-/Reisekosten zu einer Behandlung von den Patienten getragen werden müssen und/oder auch Behandlungskosten - das findet dann teilweise im Ausland statt. Oder man hat Therapien/Medikamente, die nicht im Leistungskatalog der Krankenkasse enthalten sind und daher nicht übernommen werden. Dazu zählt oft etwas wie die "Delfintherapie", wo Menschen mit Delfinen schwimmen und dies zu einer Verbesserung ihres Gesundheitszustandes führen soll. Ich hab mich nicht schlau gemacht, ob es zur Wirksamkeit belastbare wissenschaftliche Studien gibt. Es ist nur eine Sache, die häufiger medial auftaucht und für die gesammelt wird.

PS: Auch für Hilfsmittel und den behindertengerechten Umbau können Anträge bei Kranken-/Pflegekasse gestellt werden. Es wird von der Kasse nicht alles als erforderlich erachtet und es kann zu Kürzungen kommen.

B0rax@feddit.org · 2 pts · 2d

Und was ist mit dem Geld passiert?