Quittenbrot

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Meine Meinung:

::: spoiler Spoiler Hier wurde nicht gegeizt: ein geheimnisvoller "Auftraggeber", okkulte Symbolik, ein Kloster mit einer Geschichte so dunkel wie die dortigen Blumen, Mönche, Chumash-Indianer, ein Wissenschaftler auf Geisterjagd, Feuer- und Blitzerscheinungen, Bob's betörender Charme und natürlich Gier und Intrigen! Das sind viele Zutaten, aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt und die Auflösung habe ich nicht kommen sehen. :::

Nachhaltigkeit (und mMn auch Wohlstand) ist eher in der Wellenbewegung zu finden

Gerade Wohlstand ist aber etwas, das das Volk oft nicht in Wellenbewegungen akzeptiert und entsprechend politisch bestraft. Die Auswirkungen sind dann zb Populismus oder wie in China Autokratie. Dort wurde das ausbleibende Wohlstandsversprechen einfach mit einem Sicherheitsversprechen ausgetauscht. Ob das reicht, wird man sehen.

Einen Hinweis hätte ich hierzu, der vielleicht einer Überlegung wert wäre: Der politische Diskurs ist bereits voll auf Unterstützung der Ukraine eingestellt - und das auch zurecht.

Das klingt so, dass du mir zustimmst, dass es Sonneborn mehr um Anti-Mainstream als um Prinzipien geht?

Darüber hinaus: voll auf Unterstützung ist der Diskurs eben leider nicht. Du hast, der Vollständigkeit halber, einmal die Linke, die zwar einerseits immerhin die Aggression Russlands benennt, aber sich noch immer der Form der Unterstützung verweigert, wegen der die Ukraine heute überhaupt noch existiert. Ganz klar gesagt: bei weitem nicht so schlimm wie die folgenden Parteien. Aber die Handbremse ist schon angezogen und ein Rest "alte Russland-Sehnsucht" lebt gerade im Osten noch immer in der Partei. Dann hast du die kompletten Schmuddelkinder der Marke BSW und AfD. Zumindest eine davon schickt sich gerade an, zumindest den Osten Deutschlands für sich zu gewinnen. Hier wird quasi dem Kreml nach dem Maul geredet. Ob das nun so ist, weil sie aus Russland fleißig gefördert werden oder weil sie aus Prinzip gegen alles unseres "US-orientierten Mainstreams" sind, ist eigtl wurscht. Aber gerade das letzte Muster ist auch der Kern bei Sonneborn - und das finde ich scheiße.

Bei den US, die sehr offensichtlich ein sehr vergleichbarer Unrechtsstaat sind, ist es jedoch nicht so - ganz im Gegenteil.

Ich kenne keine Zahlen, aber es sollte mich nicht wundern, wenn Trump es mittlerweile fertiggebracht hat, das Ansehen der Amerikaner bei Deutschen/Europäern endgültig zu zerstören. Die Mehrheitsgesellschaft sieht Amerika doch längst kritisch, sieht keinen Sinn in seinem Überfall auf den Iran. Das einzige, was uns noch an dieses Land bindet, ist unsere sicherheitspolitische Abhängigkeit. Aus der wir uns mit Rüstung lösen müssten, (wo dann aber btw zB wieder die Linke dagegen ist).

Darüber hinaus: auch wenn ich nur Abscheu für Trump übrig habe und mich wundere, dass sein Volk das alles so willfährig mitmacht: dieses Land kann man mMn (noch?) nicht mit Putins Russland vergleichen, auch wenn Trump in seinen Träumen wahrscheinlich genau das vorschwebt. Trump hat aber noch keine Konkurrenten umbringen lassen, die Amerikaner haben zumindest Stand jetzt noch die Möglichkeit, ihrer Stimme Gehör zu verleihen und noch gibt es Gerichte, die seinem Treiben Stöcke in den Weg legen. Das System, das Putin in Russland seit 25+ Jahren gebaut hat, ist dem weit überlegen - wie eigentlich immer bei Trump. Aber recht hast du natürlich schon: für uns macht das wenig Unterschied, denn sowohl Trump als auch Putin sind erklärte Gegner unserer Gesellschaft und unserer Art zu leben.

Ob ein „deutscher“ Islam das Problem mit Frauenrechten löst, wage ich zu bezweifeln. Dafür ist das oft zu sehr verquickt mit lokalen Traditionen.

Das ist ehrlich gesagt davon abhängig, was wir zu deutschem Islam machen, denke ich. Das Christentum hat ursprünglich auch nichts mit Deutschland oder Europa zu tun, hat sich aber an uns angepasst und mit uns verändert. Klar, diese hunderte Jahre haben wir nicht noch mal, aber ich glaube, die braucht man nicht.

Wenn du den Leuten auf breiter Front einen Islam anbietest, der vergleichbar mit der evangelischen oder katholischen Kirche in Deutschland in der Gesellschaft verwurzelt ist, mit bei uns ausgebildeten, deutschen Imamen, die die Vorzüge unserer Gesellschaft verstanden haben, dann entziehst du den bisherigen Fundamentalisten die breite Substanz. Klar wirst du auch dann noch Leute haben, die ihre Frau voll-verschleiert herumlaufen lassen wollen und als ihr Eigentum betrachten, aber da würde ich als Staat eben auch irgendwann eine Grenze ziehen. Ist zb bei dieser fundi-christlichen Sekte da in Bayern, denen man dann mal die Kinder einkassiert hat, ja nicht anders gelaufen.

Ich denke, das Grundproblem ist, dass die meisten Migranten in DE und Europa aus ländlichen Regionen aus dem Nahen Osten, Nordafrika und Türkei kommen.

Ja, aber unterschätze nicht die Wirkung der "neuen" Gesellschaft auf solche Neuankömmlinge. So gleicht sich beispielsweise die Geburtenrate innerhalb kürzester Zeit der der ursprünglichen Bevölkerung an. Wer aus einem konservativen anatolischen Dorf kommt, wird Schwierigkeiten haben, dieses konservative auf seine Kinder zu übertragen, wenn die in zb Berlin aufwachsen. Das setzt natürlich voraus, dass solche Leute nicht in Parallelgesellschaften verschwinden, sondern eben auch tatsächlich mit der Gesellschaft und Kultur, Werten in Berührung kommen, auf die wir uns hier geeinigt haben.

Mir gehts nicht spezifisch um Gebietsabtretungen, sondern um die Tatsache, dass er beim einen Konflikt eine, sagen wir mal, bemerkenswert abgeklärt-realpolitische Einstellung hat: "Für unser Wohl muss der Angegriffene halt auch Konzessionen an den Aggressor machen!", während er beim anderen wieder klassisch ideologisch-moralisch argumentiert.

Kannst du dir vorstellen, dass er sich hinstellt und dem Iran oder Palästina empfiehlt, für die "Sicherheitsinteressen" Trumps oder Netanyahus einfach mal auf bestimmte Dinge ihrer Souveränität verzichten zu sollen? Ich nicht.

Warum schafft er es, amerikanischen/israelischen Imperialismus klar zu verurteilen, tut sich beim russischen Imperialismus jedoch schwer? Er ist damit ja nicht alleine, aber von ihm hätte ich mehr erwartet.

Ich habe Sonneborn lange als scharfen, spöttischen Beobachter unserer Maschinerie der Macht geschätzt. Aber mittlerweile habe ich das Gefühl, der scharfe Blick ist einer reflexhaften "Anti-Mainstream"-Haltung gewichen.

Ach Sonneborn. Gegen Kriege nur harte Kante, wenn es die Amis sind. Ansonsten lieber "Aufruf zum Frieden" mit Wagenknecht und Co = die Ukraine soll doch einfach Gebiet hergeben, damit der Krieg endet. Vom Iran fordert er das nicht. So einfach kann es sein.

Dazu ist der Ursprung des Zitats von Lasalle und nicht von Luxemburg, aber ihr Name ist natürlich der größere Fanservice.

War threatening the lives and livelihoods of civilians is a bad thing.

Exactly. But since Russia is waging the war it started in a brutal way with no respect to any rules whatsoever, what do you expect? While Russia is indiscriminately bombing cities and civilians night after night, has massacred villages, abducted children, etc, do you really expect Ukraine to follow the rules its attacker isn't? Russia turned this into a fight beyond the rules right from the start - it's really hard for me to now shed tears over some burning warehouses.

Das ist eine Diskussion, die Linke immer wegdrücken wollen.

Da sollte man sich mal fragen, warum eigentlich. Eine kritische Diskussion zu Islamismus hat auch nix mit Islamophobie zu tun, denn dann würde das ja bedeuten, dass man Islamismus mit Islam gleichsetzt. Keiner würde wohl umgekehrt Kritik an irgendwelchen Piusbrüdern oder Evangelikalen o.ä. mit "Christenfeindlichkeit" betiteln.

Wie sieht es denn aus deiner Perspektive beim Islam mit Frauenrechten aus? Und Homophobie?

Grundsätzlich bin ich der Meinung, was Leute glauben ist ihre Privatsache und geht mich nichts an. Ebenso, wie mich nicht angeht, wer wen liebt. Da habe ich nicht mitzuentscheiden und umgekehrt.

Wir haben in den letzten 100+ Jahren gesellschaftlich einen gewissen Weg hinter uns gebracht, was Fragen wie die Gleichberechtigung der Frau oder die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Liebe angeht. Es steht keiner Religion, Gruppierung, etc zu, hinter diesen Gesellschaftskonsens zurückzufallen. Privat kannst du gerne glauben, was du willst. Aber du kannst nicht auf Basis deines Glaubens anderen Vorschriften machen. So wie das das Christentum gelernt hat (und noch lernt), wird es auch der Islam bei uns lernen. Ich glaube nicht, dass man nur dann Muslim sein kann, wenn man gegen Frauenrechte und homophob ist. Aber das setzt eben auch voraus, dass man sich als Land selber um diesen Islam kümmert und ihn nach seinen Vorstellungen formt, statt seine Ausübung in die Hände der türkischen Regierung zu legen.

Wäre es nicht interessanter gewesen, die eigenen Daten im gleichen Zeitraum wie die der FT (1960-2025) zu zeigen? So hängt der stattdessen gewählte Startpunkt 2000 etwas in der Luft und man weiß nicht, ob nun der andere Wert oder der andere Zeitraum die Ursache dafür ist, dass sie eine andere Aussage als die FT bekommen.

Natürlich. Den nach wie vor großen Gewinn der letzten Jahre gnadenlos in Forschung und Entwicklung ballern, statt in Dividenden.

Sie haben es ja nicht nur in Dividenden geballert, sondern auch in die fortwährende Abhängigkeit vom chinesischen Markt. Diese Manager erzählen einem doch heute noch, wie wichtig dieser Markt ist, dabei sollte eigentlich jedem klar sein, dass China gar kein Interesse daran haben kann, dass deutsche Autohersteller fortwährend auf diesem Markt erfolgreich sein können. Sie waren interessant, als es Technologie zu holen gab und Rückstände zu schließen. Mittlerweile jedoch braucht die dort kein Mensch mehr - und das rächt sich jetzt.

Religion ist keine Entschuldigung / Vorwand etwas zu tun!

Aber findest du es nicht schwierig, dass der Kontext Religion* in diesem Fall offenbar von manchen lieber nicht benannt werden mag? Ich finde es schwierig, dass sich manche offenbar weigern, Dinge klar zu benennen, aus der Angst, dass das dem politischen Gegner 'nützen könnte'. Islamismus braucht keinen Schutz, keine Schonung von links. Das gilt selbstverständlich auch für anderen religiösen Fundamentalismus, der den Menschen vorschreiben will, wie und wen sie zu lieben haben. Aber das kann und sollte man klar benennen.

*bzw ihre sehr fundamentale Auslegung

Salz in die Wunde der Linken. Von links.

Das klingt mir zu hämisch.

Grundsätzlich denke ich schon, dass es nicht schadet, sich auch auf der linken Seite durchaus kritisch mit dem Phänomen Islamismus auseinanderzusetzen, statt aus einer irrigen Gegenbewegung nach dem Motto 'ich kritisiere nicht, was mein Gegner kritisiert' unangebrachte Blindstellen zu offenbaren. Islamismus steht einem offenen, toleranten, ja linken Gesellschaftsmodell entgegen. Nur weil die Union ihn auch ablehnt, muss man sich da nicht um klare Kante drücken.

Gleichwohl mit der glasklaren Trennung (die wiederum oft genug in der rechten Ecke nicht stattfindet), dass Islamismus etwas grundlegend anderes ist als Islam.

Das bringt überhaupt gar kein Geld, wenn UEFA und CONMEBOL bei ihrer Linie bleiben

Richtig. Wenn. Ich glaube diesen hart durchgezogenen Boykott erst wenn ich ihn wirklich sehe. Erst mal ist es ein starkes Signal, das Infantino erheblich unter Druck setzt. Aber wenn es wirklich spitz auf Knopf kommt, weiß ich nicht, ob die UEFA oder die anderen das wirklich durchziehen.