Bescheid-Flut im Jobcenter: KI befeuert Welle von Bürgergeld-Widersprüchen

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8 Comments

LeFrog@discuss.tchncs.de · 30 pts · 35d (5 replies)

Für die Beschäftigten schafft das erheblichen Mehraufwand, denn auch fehlerhafte oder rechtlich unbegründete KI-Widersprüche müssen einzeln geprüft werden.
[...]
Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit haben zugleich mehr als ein Viertel der Widersprüche Erfolg. In diesen Fällen korrigieren die Jobcenter ihre Bescheide und bewilligen höhere Leistungen. Die Bescheide selbst sind demnach offenbar oft fehleranfällig, komplex und für juristische Laien schwer verständlich.

Tja, da lernt die Behörd jetzt mal, was "Feuer mit Feuer bekämpfen" bedeutet. Erst die Leute, die eh schon Boden sind, mit Bürokratie bombardieren, und dann aber das Echo nicht vertragen. Maximal erbärmlich, dann so ein Fazit daraus zu spinnen:

Als wichtiger Treiber gilt Künstliche Intelligenz.

Nein, der wichtigste Treiber bleibt weiter die unsoziale Gesetzgebung und deren Exekutive.

Senseless@feddit.org · 15 pts · 35d

Es gibt mit Sicherheit auch Menschen die dort arbeiten die völlig in Ordnung sind und versuchen den "Kunden" wirklich weiterzuhelfen. Leider sind diese, erfahrungsgemäß, eher die Ausnahme als die Regel. Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass das gewolltes systemisches Versagen ist. Daher hält sich mein Mitgefühl in Grenzen.

Sibbo@sopuli.xyz · -6 pts · 35d (3 replies)

Die Behörde kann dafür nichts, die machen Arbeit laut Gesetz und gängiger Rechtsauslegung.

homoludens@feddit.org · 14 pts · 34d (1 reply)

Also wenn ich mir angucke, wie krass unterschiedlich ich während derselben Hartz-4-Phase in zwei verschiedenen Städten behandelt wurde, habe ich schon den Eindruck, dass sich einiges machen lässt - auf Ebene der Städte, aber auch der einzelnen Mitarbeiter. In der einen Stadt wurde mir unterstellt, dass ich eh lügen würde (das wurde mir so ins Gesicht gesagt), in der anderen ging es eher darum, wie wir gemeinsam voran kommen.

trollercoaster@sh.itjust.works · 2 pts · 32d

Ich kenne eine Mitarbeiterin vom Arbeitsamt, die Leute dort werden teilweise massiv unter Druck gesetzt. (z.B. mit der Androhung, dass ihnen zu Unrecht genehmigte Leistungen vom Gehalt abgezogen werden)

Hängt wahrscheinlich etwas von den individuellen Vorgesetzten, und wie asozial die sind, ab.

JensSpahnpasta@feddit.org · 10 pts · 34d

Das passt aber nicht zusammen mit:

Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit haben zugleich mehr als ein Viertel der Widersprüche Erfolg

Wenn ein Widerspruch Erfolg hat, ist der Bescheid ja laut Gesetz und gängiger Rechtsauslegung falsch.

bjoern_tantau@swg-empire.de · 13 pts · 35d

Wir haben ihn gefunden, den Nutzen von KI.

trollercoaster@sh.itjust.works · 3 pts · 32d

Wenn K"I"-Slop für einen Widerspruch reicht, der dann auch durchgeht, hatte der Verwaltungsakt, dem widersprochen wird, von Anfang an nicht mal den Ansatz einer Rechtsgrundlage.

Ist leider in vielen Bereichen gängige Praxis, Dinge pauschal abzulehnen, die man eigentlich genehmigen muss, und dann nur bei den wenigen zu genehmigen, die tatsächlich widersprechen. (Das macht nicht nur das Arbeitsamt so, auch Kranken- und Pflegekassen tun das regelmäßig und gerne)