Der Autor Manfred Böhm darf sich gerne in die Ukraine begeben. Dann schauen wir mal, wie er nach vier Jahren 24/7 Bedrohung der eigenen körperlichen Unversehrtheit bzw. Bedrohung seines Lebens durch den russischen Agressor kommuniziert. Da macht man es sich zu einfach mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger aus dem fernen Deutschland.
Ähm, ja, macht es sich. Aber sein Appell an die Sprache gilt ja auch bspw. der Bundesregierung oder dem FAZ Korrespondenten, der "mehr Russen töten" wollte. Die kommen ja nun auch nicht gerade aus dem Schützengraben.
Zum Glück gibt es auch in der Ukraine Stimmen die sich solcher entmenschlichenden Kriegsrethorik entgegenstellen und aus eigener Erfahrung wissen das dies nur zur Eskalation und Kriegsverbrechen auf beiden Seiten führt.
und aus eigener Erfahrung wissen das dies nur zur Eskalation und Kriegsverbrechen auf beiden Seiten führt.
Wie soll es zu einer Eskalation führen, die diese barbarische Kriegsführung der Russen von Anfang an charakterisiert? Bucha '22 war mit Sicherheit keine Reaktion auf 'entmenschlichende Kriegsrhetorik', sondern Ausgeburt dessen, wofür Russland von Anfang an in dieses Land gekommen ist.
Da Bucha gleich zu Beginn dieses Krieges stand, frage ich mich, von welcher Eskalation du hier warnen willst. Die Russen haben längst bewiesen, dass Eskalation und Kriegsverbrechen von Anfang an Bestandteil ihres Krieges waren.
Die derzeitige Eskalationsspirale mit beiderseitigen Angriffen auf zivile Infrastruktur ist offensichtlich und offensichtlich völkerrechtswidrig.
Und auch hier: der ganze Krieg ist völkerrechtswidrig, und zwar seit Tag eins. Russland hat ihn begonnen und - siehe u.a. Bucha - gleich zu Beginn gezeigt, wie es ihn führen möchte. Wie man daraus nun "uns" eine Verantwortung spinnen möchte, finde ich vorsichtig gesagt abenteuerlich. Die Verantwortlichen für den Krieg und seine Art geführt zu werden sitzen hoch und trocken im Kreml und scheren sich einen Dreck darum, was wir hier schreiben, sagen, denken.
Wenn dein Gegner nicht nach den Regeln spielt, kannst du entweder trotzdem die Regeln weiter befolgen und dich wundern, warum dein Gegner so viel mehr Erfolg hat als du. Oder du passt dich dem an, was er vorgibt. Denn hier geht es nicht um Spaß, sondern das nackte Überleben des Angegriffenen.
Wenn dich in einem Bahnhof einer mit einer Pistole bedroht, machst du dir dann auch Gedanken, ob du das Messer in deiner Hand hier überhaupt führen darfst angesichts der Hausordnung?
Schon komisch, dass hier nur die Ukraine als Beispiel für entmenschlichende Rhetorik genannt wird. Die andere Seite ist natürlich ein reines humanitäres Idealbild.
Hatte ich mir Anfangs auch gedacht, nach einigen Gedanken, habe ich mich trotzdem dazu entschlossen diesen hier zu posten. Aus dem Grund heraus, dass mir der Artikel mehr als eine Gesellschaftkritik erscheint, rund um den Umgang mit der Verherlichung vom Tod & Dehumanisierung, als eine Kritik gegen die Ukraine. Meiner Meinung nach schiesst er auf die dehumanisierende Sprache der Regierung, der Presse und uns sowie, wie stumpf wir dieser von Rhetorik geworden sind, solange sie unsere Seite bestärkt.
Hätte ich den Artilel als eine reine Kritik gegen die Emazipation der Ukraine gesehen, hätt ich den Artikel nicht geteilt.
Und gibt vor allem ja auch noch ein anderes Land, welches definitiv eine ganze Bevölkerungsgruppe genozidiert und entmenschlicht und mit deutschen Waffen versorgt wird.
Glaub, ich weiß was im Artikel steht. Wurde schon gesagt. Das folgende auch.
Ist eine menschliche Reaktion, um mit belastenden Situationen umzugehen. Chirurgenhumor ist was ähnliches. Darf man als nicht Betroffener befremdlich finden, ändert nichts.
Ich bin nicht sicher das ich das richtig lese - aber es klingt für mich das die Aussprache dieser unangenehmen Einsicht problematisiert wird: nur wenn kurzfristig sehr viel mehr russische Soldaten in kurzer Zeit zu getötet werden, gibt es eine Chance, das nicht noch viel mehr langfristig durch den Fleischwolf gedreht werden und der Krieg endet.
17 Comments
A_norny_mousse@piefed.zip · 27 pts · 22h
Wichtiger finde ich es einen unprovozierten expansionistischen Angriffskrieg nicht zu normalisieren, und nicht mit Verteidigung gleichzusetzen.
connaisseur@feddit.org · 17 pts · 1d
Der Autor Manfred Böhm darf sich gerne in die Ukraine begeben. Dann schauen wir mal, wie er nach vier Jahren 24/7 Bedrohung der eigenen körperlichen Unversehrtheit bzw. Bedrohung seines Lebens durch den russischen Agressor kommuniziert. Da macht man es sich zu einfach mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger aus dem fernen Deutschland.
kossa@feddit.org · 6 pts · 1d
Ähm, ja, macht es sich. Aber sein Appell an die Sprache gilt ja auch bspw. der Bundesregierung oder dem FAZ Korrespondenten, der "mehr Russen töten" wollte. Die kommen ja nun auch nicht gerade aus dem Schützengraben.
poVoq@slrpnk.net · 3 pts · 1d
Zum Glück gibt es auch in der Ukraine Stimmen die sich solcher entmenschlichenden Kriegsrethorik entgegenstellen und aus eigener Erfahrung wissen das dies nur zur Eskalation und Kriegsverbrechen auf beiden Seiten führt.
Quittenbrot@feddit.org · 3 pts · 14h
Wie soll es zu einer Eskalation führen, die diese barbarische Kriegsführung der Russen von Anfang an charakterisiert? Bucha '22 war mit Sicherheit keine Reaktion auf 'entmenschlichende Kriegsrhetorik', sondern Ausgeburt dessen, wofür Russland von Anfang an in dieses Land gekommen ist.
poVoq@slrpnk.net · 1 pts · 14h
Nicht alles ist gleich Bucha '22 🤦
Die derzeitige Eskalationsspirale mit beiderseitigen Angriffen auf zivile Infrastruktur ist offensichtlich und offensichtlich völkerrechtswidrig.
Quittenbrot@feddit.org · 1 pts · 13h
Da Bucha gleich zu Beginn dieses Krieges stand, frage ich mich, von welcher Eskalation du hier warnen willst. Die Russen haben längst bewiesen, dass Eskalation und Kriegsverbrechen von Anfang an Bestandteil ihres Krieges waren.
Und auch hier: der ganze Krieg ist völkerrechtswidrig, und zwar seit Tag eins. Russland hat ihn begonnen und - siehe u.a. Bucha - gleich zu Beginn gezeigt, wie es ihn führen möchte. Wie man daraus nun "uns" eine Verantwortung spinnen möchte, finde ich vorsichtig gesagt abenteuerlich. Die Verantwortlichen für den Krieg und seine Art geführt zu werden sitzen hoch und trocken im Kreml und scheren sich einen Dreck darum, was wir hier schreiben, sagen, denken.
poVoq@slrpnk.net · 1 pts · 13h
"Wir" haben eine Verantwortung uns an das Völkerrecht zu halten, egal was Russland macht.
Quittenbrot@feddit.org · 1 pts · 13h
Wenn dein Gegner nicht nach den Regeln spielt, kannst du entweder trotzdem die Regeln weiter befolgen und dich wundern, warum dein Gegner so viel mehr Erfolg hat als du. Oder du passt dich dem an, was er vorgibt. Denn hier geht es nicht um Spaß, sondern das nackte Überleben des Angegriffenen.
Wenn dich in einem Bahnhof einer mit einer Pistole bedroht, machst du dir dann auch Gedanken, ob du das Messer in deiner Hand hier überhaupt führen darfst angesichts der Hausordnung?
poVoq@slrpnk.net · 1 pts · 13h
Wenn dein Gegner Zivilisten vergewaltigt, dann darfst du das auch? /s
Diplomjodler3@lemmy.world · 17 pts · 23h
Schon komisch, dass hier nur die Ukraine als Beispiel für entmenschlichende Rhetorik genannt wird. Die andere Seite ist natürlich ein reines humanitäres Idealbild.
Kennystillalive@feddit.org · 4 pts · 23h
Hatte ich mir Anfangs auch gedacht, nach einigen Gedanken, habe ich mich trotzdem dazu entschlossen diesen hier zu posten. Aus dem Grund heraus, dass mir der Artikel mehr als eine Gesellschaftkritik erscheint, rund um den Umgang mit der Verherlichung vom Tod & Dehumanisierung, als eine Kritik gegen die Ukraine. Meiner Meinung nach schiesst er auf die dehumanisierende Sprache der Regierung, der Presse und uns sowie, wie stumpf wir dieser von Rhetorik geworden sind, solange sie unsere Seite bestärkt.
Hätte ich den Artilel als eine reine Kritik gegen die Emazipation der Ukraine gesehen, hätt ich den Artikel nicht geteilt.
Wrufieotnak@feddit.org · 0 pts · 22h
Und gibt vor allem ja auch noch ein anderes Land, welches definitiv eine ganze Bevölkerungsgruppe genozidiert und entmenschlicht und mit deutschen Waffen versorgt wird.
probable_possum@leminal.space · 9 pts · 1d
Glaub, ich weiß was im Artikel steht. Wurde schon gesagt. Das folgende auch.
Ist eine menschliche Reaktion, um mit belastenden Situationen umzugehen. Chirurgenhumor ist was ähnliches. Darf man als nicht Betroffener befremdlich finden, ändert nichts.
dwt@feddit.org · 2 pts · 16h
Ich bin nicht sicher das ich das richtig lese - aber es klingt für mich das die Aussprache dieser unangenehmen Einsicht problematisiert wird: nur wenn kurzfristig sehr viel mehr russische Soldaten in kurzer Zeit zu getötet werden, gibt es eine Chance, das nicht noch viel mehr langfristig durch den Fleischwolf gedreht werden und der Krieg endet.