Gestern bin ich mit East of Eden von John Steinbeck fertig geworden.
Die Fragen nach der vererbten Sünde und ob wir eine Wahl haben, die biblischen Parallelen zu Cain und Abel, die detaillierte Chronik zweier Familien, Steinbeck nimmt sich hier ambitionierte Themen vor. Er selbst hielt East of Eden für sein Meisterstück. Und tatsächlich ist hier vieles meisterhaft. Man spürt den Geist einer anderen Zeit zwischen den Seiten, sein Konzept von timshel, dass man immer eine Wahl hat, hat etwas optimistisches. Auch die Sprache und die Art wie Steinbeck beschreibt ist sehr schön. Aber für mich war es leider vielleicht etwas zu ambitioniert. Viele der Figuren fühlen sich flach an, und Cathy ist geradezu eine Karikatur. Generell kommen Frauen hier sehr schlecht weg. Aron und Cal, Steinbecks Abel und Cain, werden erst im letzten Drittel wirkliche Charaktere. Und Aron bleibt selbst dann nur eine flache Silhouette. Leider fehlt hier auch die Non-Teleologische Wärme, die ich in Cannery Row so genossen habe. Ed Ricketts ist tot. Steinbecks Thimshel hat seine Philosophie abgelöst.
Im Westen nichts Neues ist bisher mein einziges Buch von Remarque. Hast du Empfehlungen was dir sonst noch von ihm gefallen hat?
Zugegebenermaßen hat mich der Mordplot auch weniger interessiert als der persönliche Wandel des Lehrers und die gesellschaftliche Atmosphäre des Stücks. Soziale Beobachtungsgabe und Umgang mit Sprache sind für mich eher Horvaths Stärken als Handlung. Soviel ich weis war das aber auch für Ihn eher der Fokus. Er wollte das bürgerlich Spießige kritisieren, das er als heuchlerisch und falsch betrachtete und für den Aufstieg des Faschismus mit verantwortlich machte.
Habe meine Ödön von Horvath Lektüre fortgesetzt. Ich habe sie in chronologischer Reihenfolge gelesen und es ist erschreckend, wie klar er den Aufstieg des Faschismus festhält und wie leicht man Parallelen in die aktuelle Zeit ziehen kann. Gleichzeitig ist es aber auch toll zu sehen, wie dieser talentierte Mensch in jedem seiner Werke auf unterschiedliche Arten mit unserer Sprache spielt. Auf jeden Fall hier was ich diese Woche gelesen habe:
Jugend ohne Gott
Horváth inszeniert hier meisterhaft die Geschichte eines Mannes, der den Mut zum Widerstand gegen ein faschistisches System entwickelt und die Göttlichkeit der Wahrheit erkennt. Das tut er wie immer mit seinem bemerkenswerten Geschick für Sprache, die hier der Hauptfigur des Lehrers angemessen etwas Träumerisches und fast Verspieltes hat. Auch seine außerordentlich scharfe Beobachtungsgabe für das aktuelle Zeitgeschehen und die Stimmung seiner Mitmenschen machen diesen Roman zu einer faszinierenden Vignette aus dem Leben in einem totalitären faschistischen Staat. Der Mordplot, den Horváth als Handlung für seine Erzählung wählt, ist trotz der Kürze der Erzählung komplex ausgebaut und seine Figuren fühlen sich wie immer real und tiefgründig an. Bemerkenswert ist auch, dass Horváth hier aus der Ich-Perspektive schreibt, was den Leser näher an das Geschehen bringt, gleichzeitig aber auch immer leichte Zweifel zulässt, ob sich das alles wirklich so zugetragen hat, wie beschrieben.
Ein Kind unserer Zeit
Jugend ohne Gott und Ein Kind unserer Zeit sind in vielerlei Hinsicht Zwillinge. Beide handeln von Außenseitern, die sich mit dem faschistischen System, in dem sie leben, arrangieren müssen. Doch hier startet Horváth von einer entgegengesetzten Ausgangsposition. Der Soldat und Erzähler hier ist, anders als der Lehrer-Erzähler in Jugend ohne Gott, komplett indoktriniert und Teil des Systems. Er spricht in stakkatohaften Parolen und Propagandasätzen, weigert sich zu denken und spürt für seine Mitmenschen und sogar seinen Vater nur Verachtung und Hass. Bis er selbst die Konsequenzen seiner Ideologie spürt und anfängt, nicht nur Parolen zu schreien, sondern Fragen zu stellen, dauert es ein wenig. Das Ende der Handlung ist nicht die Katharsis, die man sich wünschen würde, und die Lektion, die der Soldat lernt, ist bestenfalls fragwürdig, aber dennoch angemessen für dieses Buch. Als wären der Inhalt und die Botschaft nicht genug, zeigt Horváth hier noch einmal, wie brillant er sein Handwerk beherrscht. Das zeigt sich in der Sprache, die sein Soldat spricht und die immer weicher und fragender wird, der Interpunktion, die sich von Ausrufezeichen zu Fragezeichen verändert, den Motiven, die sich poetisch durch den gesamten Text ziehen, und in dem befriedigenden Bogen, den die Handlung vollziehen darf.
Ich habe eine Ödon von Horvàth Woche. Aktuell lese ich gerade Jugend ohne Gott dazu nächste Woche dann mehr.
Der ewige Spießer
Horváth hat schreib hier einen wunderbar sarkastisch-augenzwinkernden Stil, der an eine Art bayerischen Skaz erinnert. Da ich selbst aus München komme, habe ich mich deshalb sofort zu Hause gefühlt, und zwar nicht nur im Ton, sondern auch in den Figuren, die er beschreibt.
Die ursprünglich aus den Kurzgeschichten „36 Stunden” und „Der ewige Spießer” bestehende Erzählung ist das vernichtende Porträt eines Menschentypus, der auch heute noch den Kern unserer Gesellschaft bildet. Horváth kritisiert die kleinbürgerliche Mitte der Gesellschaft, die von Abstiegsängsten, Opportunismus, Egoismus, Rassismus und anderen -Ismen geplagt ist und blind Ideologien hinterherläuft, ohne diese zu verstehen oder deren Folgen abschätzen zu können. Dies ist aber deshalb keine reine Anklage gegen den spießigen Mittelstand. Zwischen den Zeilen können wir lesen, dass es da mehr gibt, dass das System den Spießer braucht, wie der Spießer das System braucht.
Anhand von Fräulein Pollingers Geschichte zeigt Horváth die vernichtende Macht unserer patriarchalen Gesellschaft. Am Beispiel von Kobler zeigt er den Opportunismus und die wandelbare Moral, die der Kapitalismus von seinen Subjekten verlangt. Reithofer ist der Einzige, der uns ein wenig Hoffnung auf Solidarität gibt, wenn auch leider zulasten von Fräulein Pollingers starker feministischer Darstellung. Doch auch das ist realistisch: Minderheiten können in unserer Gesellschaft ohne die Unterstützung von (weißen) Männern nicht gewinnen.
Ödon von Horváth war ein weitsichtiger Mensch. Das beweist er eindrücklich: So diagnostiziert und beschreibt er hellsichtig den Aufstieg des Faschismus in Deutschland und die Kräfte, die später einmal im Zweiten Weltkrieg gipfeln würden, und von denen man auch heute leider wieder einige in unserer Gesellschaft finden kann.
Der ewige Spießer ist immer noch unter uns.
Geschichten aus dem Wiener Wald
Wie schon in „Der ewige Spießer” zeigt Horváth auch in seinen „Geschichten aus dem Wiener Wald”, dass er ein weitsichtiger Meister der Sprache war. Geschickt verflicht er hochdeutsche Bildungssprache und Wiener Dialekt zu einem Kunstwerk, das die Ignoranz und den Faschismus der Sprechenden immer wieder durchblicken lässt. Untermalt von Walzermelodien zermalmt das Patriarchat hier das Leben einer jungen Frau, die nichts weiter verbrochen hat, als ihre eigenen Entscheidungen treffen zu wollen. Das Setting des Dramas, die gemütliche und nette Welt des 8. Wiener Bezirks, bildet einen starken Kontrast zu Mariannes tragischem Abstieg. Durch diese Doppeldarstellung von heiler Welt und Untergang werden die vermeintliche Normalität und die bürgerlich-hohle Sittlichkeit der Spießbürger als unmenschlich und dumm enttarnt. Horváth nimmt sich die kleinbürgerliche Idylle der Wiener Gemütlichkeit vor und schlägt sie mit ihren eigenen Waffen. Erich Kästner bezeichnete dieses Werk als „ein Wiener Volksstück gegen das Wiener Volksstück”. Treffender lässt es sich nicht sagen.
People say that writing an anti-war war story is impossible. Even if the patriotism, the institutions, the politics and the propaganda are all revealed to be hollow excuses to justify sending another generation to their doom, the camaraderie, the sacrifices and heroic deeds of the individual soldiers will make war look glorious. Many have tried to avoid this trap; most have failed. William March’s Company K succeeds in this goal, but at a high price. There are two main techniques that are instrumental for this: First and foremost is the structure of the text. The book is a collection of 113 short vignettes, each one about a soldier of the company. This results in the reader never getting attached to any particular person, since we never have time for that attachment to form. But this also kills any semblance of an objective for the narrative and therefore the tension. Joseph Heller‘s Catch22 has a similar episodic structure, but we stay with Yossarian and his companions for a long time. The objective is clear: Survival. This allows for the narrative to develop stakes and tension. Will they survive? Who will die? In Company K we follow the collective, but a company can’t die, and we already know how the war ended. So there isn't really any objective. There aren’t any stakes and neither is there tension whether the objective will be achieved or not.
March's second method of achieving the anti-war war story is the tone of the story. It's remarkably bleak, even amongst its peers. The "good guys" do terrible things and commit horrible crimes, justified only by hollow propaganda that is also portrayed as such. Even the humor is black as night. This makes for a quite depressing reading experience.
In summary: this might be one of the best tries at achieving the anti-war war story, but it definitely isn’t the most readable try.
I’d love for you to be right. I just see this whole thing more cynical. To me the economic arguments were always just a fig leaf so that people who weren’t open racists could hide their shameful views on migration behind it. I’m not talking about the people in Belfast trying to light houses of migrants on fire. Those assholes are out in the open racists. I’m talking about your uncle or colleague who openly has “respectable” conservative views and mostly seems alright but when he’s with his buddy’s having a pint is showing his less palatable ideas.
There is another way of looking at this. People really believed those economic arguments and voted for that. If that’s true they are dumber than a sack of rocks. Idk what is better.
The main motivation for Brexit was racism and xenophobia (hidden behind an embarrassingly thin veil of brain dead financial promises). Now that the british people see that Brexit negatively impacts their own financial situation they want to have their cake and eat it too. Back to EU benefits, while continuing the racist policies.
Deine Theorie mit der Perspektive der Bevölkerung ist auf jeden Fall auch ein gutes Beispiel. Mir fällt spontan am prominentesten Iseo Takahatas Film „Die letzten Glühwürmchen“ (bekannter auf Englisch als Grave of the Fireflies) ein.
Für mich fällt auch viel Deutsche Trümmerliteratur in diese Kategorie. Borcherts Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ wäre ein Beispiel was viele in der Schule gelesen haben dürften. Borchert ist generell ein sehr guter Kandidat was Anti-Kriegs-Kriegsgeschichten angeht, weil er oft nicht über den Krieg an sich, sondern die Zeit danach schreibt. Allerdings muss man auch sagen, dass Trümmerliteratur etc. streng genommen eigentlich keine Kriegsgeschichten sind, sondern Geschichten über die Folgen.
Man sagt, es sei fast unmöglich, eine Anti-Kriegs-Kriegsgeschichte zu schreiben. Selbst wenn der Patriotismus, die Institutionen, die Politik und die Propaganda als hohle Vorwände dargestellt werden, um die Vernichtung einer weiteren Generation zu rechtfertigen, lassen die Kameradschaft, die Opfer und die Heldentaten der einzelnen Soldaten den Krieg doch in einem glorreichen Licht erscheinen. Viele haben versucht, dieser Falle zu entgehen; die meisten sind gescheitert.
William Marchs „Company K“ erreicht dieses Ziel, allerdings um einen hohen Preis. Dabei spielen vor allem zwei Techniken eine entscheidende Rolle: An erster Stelle steht die Struktur des Textes. Das Buch ist eine Sammlung von 113 kurzen Vignetten, von denen jede von einem Soldaten der Kompanie handelt. Das führt dazu, dass der Leser zu keiner bestimmten Person eine Bindung aufbaut, da wir nie Zeit haben, diese Bindung entstehen zu lassen. Doch dadurch geht auch jeder Anschein eines Ziels für die Erzählung und damit die Spannung verloren. Joseph Hellers „Catch-22“ hat eine ähnliche episodische Struktur, aber wir bleiben lange Zeit bei Yossarian und seinen Gefährten. Das Ziel ist klar: Überleben. Dadurch kann die Erzählung Einsätze und Spannung aufbauen. Werden sie überleben? Wer wird sterben? In „Company K“ folgen wir der Gruppe, aber eine Kompanie kann nicht sterben, und wir wissen bereits, wie der Krieg endete. Es gibt also eigentlich kein Ziel. Es gibt keine Einsätze und auch keine Spannung darüber, ob das Ziel erreicht wird oder nicht.
Marchs zweite Methode, eine Anti-Kriegs-Kriegsgeschichte zu schaffen, ist der Ton der Erzählung. Er ist selbst im Vergleich zu ähnlichen Werken bemerkenswert düster. Die „Guten“ tun schreckliche Dinge und begehen grauenhafte Verbrechen, die nur durch hohle Propaganda gerechtfertigt werden, die auch als solche dargestellt wird. Selbst der Humor ist schwarz wie die Nacht. Das sorgt für ein ziemlich deprimierendes Leseerlebnis.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Dies mag einer der besten Versuche sein, eine Anti-Kriegs-Kriegsgeschichte zu schaffen, aber es ist definitiv nicht der lesbarste Versuch.
Der Beitrag hat nicht viel mit Fußball zu tun, sondern hauptsächlich mit Rassismus. Hätte man aber auch ohne Lesen über die Überschrift erraten können…
So far I only read the first chapter, Economics, and I’m not sure what to think of it. On one hand HDT clearly had a great capacity for identifying issues with society and capitalism, on the other hand his reaction to these feels like a capitulation, almost like a suicide. He diagnoses all those social issues, but instead of looking for a collective solution he takes the most individualistic course possible. He even states that this isn’t feasible for everyone and that wants others to go their own way. But if everyone lived his way there would be no human society possible. He states that cooperation isn’t really possible while at the same time taking advantage of cooperation (living on people’s land, help setting up the cabin, his mom washing his clothes, etc). The Indians who he praises so much were living under very cooperative social constructs, helping one another. Looking forward to seeing where this is going…
Some nurses at our hospital have rolled their experiences over into a book deal. Why don’t you try writing as a side job/hobby for a while and see if it would work out? I know nursing is a stressful job with little down time but if they can manage, you might be able to, too.
Ich versteh was du meinst, in der Handlung sind sie sehr ähnlich und auch die Kameradschaft zwischen den Figuren hat viele Parallelen.
Aber ich finde Heller ist mit seinen Aussagen deutlich Systemkritischer und manchmal konnte ich mir vorstellen, dass er dieses Buch auch über einen komplett anderen Corporate Job hätte schreiben können. Yossarian könnte genauso gut Mienenarbeiter oder so sein. MMn zeigt Heller also viel mehr wie stupide und sinnlos viele unserer hierarchischen und gesellschaftlichen Strukturen sind, als dass er explizit über Krieg schreibt.
Remarque zeigt besser wie schrecklich und tragisch der Krieg ist und wie absurd es ist, Generationen junger Männer in den Tod zu treiben aber bei ihm ist der Fokus weniger auf das System dahinter als die Kameradschaft und das allgemeine Leiden gerichtet. Deswegen fand ich ihn tatsächlich näher verwandt mit Borchert oder Hemingways A Farewell to Arms als mit Heller.
Ich habe in der letzten Wochen The Master and Margarita von Mikhail Bulgakov fertig gelesen. In einer der letzten Wochen hatte ich ja schon dazu geschrieben. Jetzt bin ich fertig und fand es insgesamt eine sehr beißende und unterhaltsame Sartire auf die Sovietgesellschaft. Manchmal rutscht es mir zu sehr ins Paranormale und ins lächerliche, das Thema ist ja eigentlich ein ernstes, aber mir ist auch bewusst dass das Buch für die Sovietmenschen geschrieben wurde, nicht für mich, und dass diese wahrscheinlich lieber Witze über ihre gesellschaftlichen Probleme hören wollten, als Schauergeschichten über die Gulags.
Dann habe ich noch Catch 22 von Joseph Heller gelesen. Der Bombenschütze Yossarian hat im WW2 mehr als 50 Missionen geflogen und dabei eine schreckliche Angst vor seinem Job entwickelt. Doch immer wenn er die Anzahl an Missionen erreicht, mit der er nach Hause geschickt werden dürfte, wird die Anzahl gesteigert. Hellers absurder Humor und seine Kriegs- und Systemkritik sind absolut treffend und das Werk hat in vielen Kapiteln auch genug Tragik, dass es sich nicht nur wie eine Farce liest. Manchmal zieht es sich ein bisschen aber im Großen und Ganzen ist es sehr unterhaltsam. Während dem Vietnam Krieg wurde es in den USA zum Antikriegs Klassiker. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen.
Why would it be better the other way around? I’m guessing here but I’m assuming the ration you’re naming has to do with men having less kids than women on average, as well as a higher mortality.
Sure, a man can get multiple women pregnant at the same time, while women can only carry one kid at a time (usually). But most men don’t do that. Most people are relatively monogamous, especially once they know they will have a child with someone. So it’s not about what would be theoretically possible, but about the actual behaviour of people.
In Germany we had basically this, without LLMs for years… it’s called Wahl-o-mat and it basically makes you answer a few questions and then compares it to the policies of each party. It’s definitely been a bit controversial as it simplifies the issue and prevents people from making conscious choices. But there can also be an argument made that most of these people wouldn’t have made a conscious choice to begin with and if they hadn’t gotten a recommendation from the bot they would have gotten it from the newspapers or some racist uncle. So idk how I feel about this, other than that it shows some issues that all democratic systems have; it takes a lot of work to make informed voting decisions and many people don’t care enough to do it.
Stupid fucking article. What is he even trying to say with that comparison? That last month was some kind of watershed moment and we are now living in the age of AI? In that case the comparison to Covid is pretty unfortunate, unless he thinks that’s a bad thing, which to me it seems he doesn’t…
This genius lists a bunch of symptoms of a financial bubble, takes people promoting their products‘ hype for facts, completely ignores that the rest of the world besides the US exists and then congratulates himself for seeing the shifting times. The cherry on top is that he admits to having these genius revelations about the path of humanity usually while he is taking a shit.
I already guessed you might feel like the liver king gives you guys a bad rep. Just had to ask since he’s the most visible „carnivore“ out there. So if you like it or not, I think some people might see him as a sort of representation for the movement.
No need for excusing yourself, I didn’t take it that way. Just was trying to be extra clear about it since you seem to get a lot of flack.
Thanks for being so welcoming and open
Wait, are Ulysses and Odysseus the same Guy? Can’t believe I never made the connection that those two are different spellings of the same name…
Gestern bin ich mit East of Eden von John Steinbeck fertig geworden.
Die Fragen nach der vererbten Sünde und ob wir eine Wahl haben, die biblischen Parallelen zu Cain und Abel, die detaillierte Chronik zweier Familien, Steinbeck nimmt sich hier ambitionierte Themen vor. Er selbst hielt East of Eden für sein Meisterstück. Und tatsächlich ist hier vieles meisterhaft. Man spürt den Geist einer anderen Zeit zwischen den Seiten, sein Konzept von timshel, dass man immer eine Wahl hat, hat etwas optimistisches. Auch die Sprache und die Art wie Steinbeck beschreibt ist sehr schön. Aber für mich war es leider vielleicht etwas zu ambitioniert. Viele der Figuren fühlen sich flach an, und Cathy ist geradezu eine Karikatur. Generell kommen Frauen hier sehr schlecht weg. Aron und Cal, Steinbecks Abel und Cain, werden erst im letzten Drittel wirkliche Charaktere. Und Aron bleibt selbst dann nur eine flache Silhouette. Leider fehlt hier auch die Non-Teleologische Wärme, die ich in Cannery Row so genossen habe. Ed Ricketts ist tot. Steinbecks Thimshel hat seine Philosophie abgelöst.
Im Westen nichts Neues ist bisher mein einziges Buch von Remarque. Hast du Empfehlungen was dir sonst noch von ihm gefallen hat?
Zugegebenermaßen hat mich der Mordplot auch weniger interessiert als der persönliche Wandel des Lehrers und die gesellschaftliche Atmosphäre des Stücks. Soziale Beobachtungsgabe und Umgang mit Sprache sind für mich eher Horvaths Stärken als Handlung. Soviel ich weis war das aber auch für Ihn eher der Fokus. Er wollte das bürgerlich Spießige kritisieren, das er als heuchlerisch und falsch betrachtete und für den Aufstieg des Faschismus mit verantwortlich machte.
Habe meine Ödön von Horvath Lektüre fortgesetzt. Ich habe sie in chronologischer Reihenfolge gelesen und es ist erschreckend, wie klar er den Aufstieg des Faschismus festhält und wie leicht man Parallelen in die aktuelle Zeit ziehen kann. Gleichzeitig ist es aber auch toll zu sehen, wie dieser talentierte Mensch in jedem seiner Werke auf unterschiedliche Arten mit unserer Sprache spielt. Auf jeden Fall hier was ich diese Woche gelesen habe:
Jugend ohne Gott
Horváth inszeniert hier meisterhaft die Geschichte eines Mannes, der den Mut zum Widerstand gegen ein faschistisches System entwickelt und die Göttlichkeit der Wahrheit erkennt. Das tut er wie immer mit seinem bemerkenswerten Geschick für Sprache, die hier der Hauptfigur des Lehrers angemessen etwas Träumerisches und fast Verspieltes hat. Auch seine außerordentlich scharfe Beobachtungsgabe für das aktuelle Zeitgeschehen und die Stimmung seiner Mitmenschen machen diesen Roman zu einer faszinierenden Vignette aus dem Leben in einem totalitären faschistischen Staat. Der Mordplot, den Horváth als Handlung für seine Erzählung wählt, ist trotz der Kürze der Erzählung komplex ausgebaut und seine Figuren fühlen sich wie immer real und tiefgründig an. Bemerkenswert ist auch, dass Horváth hier aus der Ich-Perspektive schreibt, was den Leser näher an das Geschehen bringt, gleichzeitig aber auch immer leichte Zweifel zulässt, ob sich das alles wirklich so zugetragen hat, wie beschrieben.
Ein Kind unserer Zeit
Jugend ohne Gott und Ein Kind unserer Zeit sind in vielerlei Hinsicht Zwillinge. Beide handeln von Außenseitern, die sich mit dem faschistischen System, in dem sie leben, arrangieren müssen. Doch hier startet Horváth von einer entgegengesetzten Ausgangsposition. Der Soldat und Erzähler hier ist, anders als der Lehrer-Erzähler in Jugend ohne Gott, komplett indoktriniert und Teil des Systems. Er spricht in stakkatohaften Parolen und Propagandasätzen, weigert sich zu denken und spürt für seine Mitmenschen und sogar seinen Vater nur Verachtung und Hass. Bis er selbst die Konsequenzen seiner Ideologie spürt und anfängt, nicht nur Parolen zu schreien, sondern Fragen zu stellen, dauert es ein wenig. Das Ende der Handlung ist nicht die Katharsis, die man sich wünschen würde, und die Lektion, die der Soldat lernt, ist bestenfalls fragwürdig, aber dennoch angemessen für dieses Buch. Als wären der Inhalt und die Botschaft nicht genug, zeigt Horváth hier noch einmal, wie brillant er sein Handwerk beherrscht. Das zeigt sich in der Sprache, die sein Soldat spricht und die immer weicher und fragender wird, der Interpunktion, die sich von Ausrufezeichen zu Fragezeichen verändert, den Motiven, die sich poetisch durch den gesamten Text ziehen, und in dem befriedigenden Bogen, den die Handlung vollziehen darf.
Ich habe eine Ödon von Horvàth Woche. Aktuell lese ich gerade Jugend ohne Gott dazu nächste Woche dann mehr.
Der ewige Spießer
Horváth hat schreib hier einen wunderbar sarkastisch-augenzwinkernden Stil, der an eine Art bayerischen Skaz erinnert. Da ich selbst aus München komme, habe ich mich deshalb sofort zu Hause gefühlt, und zwar nicht nur im Ton, sondern auch in den Figuren, die er beschreibt.
Die ursprünglich aus den Kurzgeschichten „36 Stunden” und „Der ewige Spießer” bestehende Erzählung ist das vernichtende Porträt eines Menschentypus, der auch heute noch den Kern unserer Gesellschaft bildet. Horváth kritisiert die kleinbürgerliche Mitte der Gesellschaft, die von Abstiegsängsten, Opportunismus, Egoismus, Rassismus und anderen -Ismen geplagt ist und blind Ideologien hinterherläuft, ohne diese zu verstehen oder deren Folgen abschätzen zu können. Dies ist aber deshalb keine reine Anklage gegen den spießigen Mittelstand. Zwischen den Zeilen können wir lesen, dass es da mehr gibt, dass das System den Spießer braucht, wie der Spießer das System braucht.
Anhand von Fräulein Pollingers Geschichte zeigt Horváth die vernichtende Macht unserer patriarchalen Gesellschaft. Am Beispiel von Kobler zeigt er den Opportunismus und die wandelbare Moral, die der Kapitalismus von seinen Subjekten verlangt. Reithofer ist der Einzige, der uns ein wenig Hoffnung auf Solidarität gibt, wenn auch leider zulasten von Fräulein Pollingers starker feministischer Darstellung. Doch auch das ist realistisch: Minderheiten können in unserer Gesellschaft ohne die Unterstützung von (weißen) Männern nicht gewinnen.
Ödon von Horváth war ein weitsichtiger Mensch. Das beweist er eindrücklich: So diagnostiziert und beschreibt er hellsichtig den Aufstieg des Faschismus in Deutschland und die Kräfte, die später einmal im Zweiten Weltkrieg gipfeln würden, und von denen man auch heute leider wieder einige in unserer Gesellschaft finden kann.
Der ewige Spießer ist immer noch unter uns.
Geschichten aus dem Wiener Wald
Wie schon in „Der ewige Spießer” zeigt Horváth auch in seinen „Geschichten aus dem Wiener Wald”, dass er ein weitsichtiger Meister der Sprache war. Geschickt verflicht er hochdeutsche Bildungssprache und Wiener Dialekt zu einem Kunstwerk, das die Ignoranz und den Faschismus der Sprechenden immer wieder durchblicken lässt. Untermalt von Walzermelodien zermalmt das Patriarchat hier das Leben einer jungen Frau, die nichts weiter verbrochen hat, als ihre eigenen Entscheidungen treffen zu wollen. Das Setting des Dramas, die gemütliche und nette Welt des 8. Wiener Bezirks, bildet einen starken Kontrast zu Mariannes tragischem Abstieg. Durch diese Doppeldarstellung von heiler Welt und Untergang werden die vermeintliche Normalität und die bürgerlich-hohle Sittlichkeit der Spießbürger als unmenschlich und dumm enttarnt. Horváth nimmt sich die kleinbürgerliche Idylle der Wiener Gemütlichkeit vor und schlägt sie mit ihren eigenen Waffen. Erich Kästner bezeichnete dieses Werk als „ein Wiener Volksstück gegen das Wiener Volksstück”. Treffender lässt es sich nicht sagen.
Just finished this:
People say that writing an anti-war war story is impossible. Even if the patriotism, the institutions, the politics and the propaganda are all revealed to be hollow excuses to justify sending another generation to their doom, the camaraderie, the sacrifices and heroic deeds of the individual soldiers will make war look glorious. Many have tried to avoid this trap; most have failed. William March’s Company K succeeds in this goal, but at a high price. There are two main techniques that are instrumental for this: First and foremost is the structure of the text. The book is a collection of 113 short vignettes, each one about a soldier of the company. This results in the reader never getting attached to any particular person, since we never have time for that attachment to form. But this also kills any semblance of an objective for the narrative and therefore the tension. Joseph Heller‘s Catch22 has a similar episodic structure, but we stay with Yossarian and his companions for a long time. The objective is clear: Survival. This allows for the narrative to develop stakes and tension. Will they survive? Who will die? In Company K we follow the collective, but a company can’t die, and we already know how the war ended. So there isn't really any objective. There aren’t any stakes and neither is there tension whether the objective will be achieved or not.
March's second method of achieving the anti-war war story is the tone of the story. It's remarkably bleak, even amongst its peers. The "good guys" do terrible things and commit horrible crimes, justified only by hollow propaganda that is also portrayed as such. Even the humor is black as night. This makes for a quite depressing reading experience.
In summary: this might be one of the best tries at achieving the anti-war war story, but it definitely isn’t the most readable try.
I’d love for you to be right. I just see this whole thing more cynical. To me the economic arguments were always just a fig leaf so that people who weren’t open racists could hide their shameful views on migration behind it. I’m not talking about the people in Belfast trying to light houses of migrants on fire. Those assholes are out in the open racists. I’m talking about your uncle or colleague who openly has “respectable” conservative views and mostly seems alright but when he’s with his buddy’s having a pint is showing his less palatable ideas.
There is another way of looking at this. People really believed those economic arguments and voted for that. If that’s true they are dumber than a sack of rocks. Idk what is better.
The main motivation for Brexit was racism and xenophobia (hidden behind an embarrassingly thin veil of brain dead financial promises). Now that the british people see that Brexit negatively impacts their own financial situation they want to have their cake and eat it too. Back to EU benefits, while continuing the racist policies.
Deine Theorie mit der Perspektive der Bevölkerung ist auf jeden Fall auch ein gutes Beispiel. Mir fällt spontan am prominentesten Iseo Takahatas Film „Die letzten Glühwürmchen“ (bekannter auf Englisch als Grave of the Fireflies) ein.
Für mich fällt auch viel Deutsche Trümmerliteratur in diese Kategorie. Borcherts Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ wäre ein Beispiel was viele in der Schule gelesen haben dürften. Borchert ist generell ein sehr guter Kandidat was Anti-Kriegs-Kriegsgeschichten angeht, weil er oft nicht über den Krieg an sich, sondern die Zeit danach schreibt. Allerdings muss man auch sagen, dass Trümmerliteratur etc. streng genommen eigentlich keine Kriegsgeschichten sind, sondern Geschichten über die Folgen.
Man sagt, es sei fast unmöglich, eine Anti-Kriegs-Kriegsgeschichte zu schreiben. Selbst wenn der Patriotismus, die Institutionen, die Politik und die Propaganda als hohle Vorwände dargestellt werden, um die Vernichtung einer weiteren Generation zu rechtfertigen, lassen die Kameradschaft, die Opfer und die Heldentaten der einzelnen Soldaten den Krieg doch in einem glorreichen Licht erscheinen. Viele haben versucht, dieser Falle zu entgehen; die meisten sind gescheitert.
William Marchs „Company K“ erreicht dieses Ziel, allerdings um einen hohen Preis. Dabei spielen vor allem zwei Techniken eine entscheidende Rolle: An erster Stelle steht die Struktur des Textes. Das Buch ist eine Sammlung von 113 kurzen Vignetten, von denen jede von einem Soldaten der Kompanie handelt. Das führt dazu, dass der Leser zu keiner bestimmten Person eine Bindung aufbaut, da wir nie Zeit haben, diese Bindung entstehen zu lassen. Doch dadurch geht auch jeder Anschein eines Ziels für die Erzählung und damit die Spannung verloren. Joseph Hellers „Catch-22“ hat eine ähnliche episodische Struktur, aber wir bleiben lange Zeit bei Yossarian und seinen Gefährten. Das Ziel ist klar: Überleben. Dadurch kann die Erzählung Einsätze und Spannung aufbauen. Werden sie überleben? Wer wird sterben? In „Company K“ folgen wir der Gruppe, aber eine Kompanie kann nicht sterben, und wir wissen bereits, wie der Krieg endete. Es gibt also eigentlich kein Ziel. Es gibt keine Einsätze und auch keine Spannung darüber, ob das Ziel erreicht wird oder nicht.
Marchs zweite Methode, eine Anti-Kriegs-Kriegsgeschichte zu schaffen, ist der Ton der Erzählung. Er ist selbst im Vergleich zu ähnlichen Werken bemerkenswert düster. Die „Guten“ tun schreckliche Dinge und begehen grauenhafte Verbrechen, die nur durch hohle Propaganda gerechtfertigt werden, die auch als solche dargestellt wird. Selbst der Humor ist schwarz wie die Nacht. Das sorgt für ein ziemlich deprimierendes Leseerlebnis.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Dies mag einer der besten Versuche sein, eine Anti-Kriegs-Kriegsgeschichte zu schaffen, aber es ist definitiv nicht der lesbarste Versuch.
Der Beitrag hat nicht viel mit Fußball zu tun, sondern hauptsächlich mit Rassismus. Hätte man aber auch ohne Lesen über die Überschrift erraten können…
Komplett unnötiger Kommentar.
Henry David Thoreau - Walden
So far I only read the first chapter, Economics, and I’m not sure what to think of it. On one hand HDT clearly had a great capacity for identifying issues with society and capitalism, on the other hand his reaction to these feels like a capitulation, almost like a suicide. He diagnoses all those social issues, but instead of looking for a collective solution he takes the most individualistic course possible. He even states that this isn’t feasible for everyone and that wants others to go their own way. But if everyone lived his way there would be no human society possible. He states that cooperation isn’t really possible while at the same time taking advantage of cooperation (living on people’s land, help setting up the cabin, his mom washing his clothes, etc). The Indians who he praises so much were living under very cooperative social constructs, helping one another. Looking forward to seeing where this is going…
Some nurses at our hospital have rolled their experiences over into a book deal. Why don’t you try writing as a side job/hobby for a while and see if it would work out? I know nursing is a stressful job with little down time but if they can manage, you might be able to, too.
Ich versteh was du meinst, in der Handlung sind sie sehr ähnlich und auch die Kameradschaft zwischen den Figuren hat viele Parallelen.
Aber ich finde Heller ist mit seinen Aussagen deutlich Systemkritischer und manchmal konnte ich mir vorstellen, dass er dieses Buch auch über einen komplett anderen Corporate Job hätte schreiben können. Yossarian könnte genauso gut Mienenarbeiter oder so sein. MMn zeigt Heller also viel mehr wie stupide und sinnlos viele unserer hierarchischen und gesellschaftlichen Strukturen sind, als dass er explizit über Krieg schreibt.
Remarque zeigt besser wie schrecklich und tragisch der Krieg ist und wie absurd es ist, Generationen junger Männer in den Tod zu treiben aber bei ihm ist der Fokus weniger auf das System dahinter als die Kameradschaft und das allgemeine Leiden gerichtet. Deswegen fand ich ihn tatsächlich näher verwandt mit Borchert oder Hemingways A Farewell to Arms als mit Heller.
Ich habe in der letzten Wochen The Master and Margarita von Mikhail Bulgakov fertig gelesen. In einer der letzten Wochen hatte ich ja schon dazu geschrieben. Jetzt bin ich fertig und fand es insgesamt eine sehr beißende und unterhaltsame Sartire auf die Sovietgesellschaft. Manchmal rutscht es mir zu sehr ins Paranormale und ins lächerliche, das Thema ist ja eigentlich ein ernstes, aber mir ist auch bewusst dass das Buch für die Sovietmenschen geschrieben wurde, nicht für mich, und dass diese wahrscheinlich lieber Witze über ihre gesellschaftlichen Probleme hören wollten, als Schauergeschichten über die Gulags.
Dann habe ich noch Catch 22 von Joseph Heller gelesen. Der Bombenschütze Yossarian hat im WW2 mehr als 50 Missionen geflogen und dabei eine schreckliche Angst vor seinem Job entwickelt. Doch immer wenn er die Anzahl an Missionen erreicht, mit der er nach Hause geschickt werden dürfte, wird die Anzahl gesteigert. Hellers absurder Humor und seine Kriegs- und Systemkritik sind absolut treffend und das Werk hat in vielen Kapiteln auch genug Tragik, dass es sich nicht nur wie eine Farce liest. Manchmal zieht es sich ein bisschen aber im Großen und Ganzen ist es sehr unterhaltsam. Während dem Vietnam Krieg wurde es in den USA zum Antikriegs Klassiker. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen.
Why would it be better the other way around? I’m guessing here but I’m assuming the ration you’re naming has to do with men having less kids than women on average, as well as a higher mortality.
Sure, a man can get multiple women pregnant at the same time, while women can only carry one kid at a time (usually). But most men don’t do that. Most people are relatively monogamous, especially once they know they will have a child with someone. So it’s not about what would be theoretically possible, but about the actual behaviour of people.
In Germany we had basically this, without LLMs for years… it’s called Wahl-o-mat and it basically makes you answer a few questions and then compares it to the policies of each party. It’s definitely been a bit controversial as it simplifies the issue and prevents people from making conscious choices. But there can also be an argument made that most of these people wouldn’t have made a conscious choice to begin with and if they hadn’t gotten a recommendation from the bot they would have gotten it from the newspapers or some racist uncle. So idk how I feel about this, other than that it shows some issues that all democratic systems have; it takes a lot of work to make informed voting decisions and many people don’t care enough to do it.
Stupid fucking article. What is he even trying to say with that comparison? That last month was some kind of watershed moment and we are now living in the age of AI? In that case the comparison to Covid is pretty unfortunate, unless he thinks that’s a bad thing, which to me it seems he doesn’t…
This genius lists a bunch of symptoms of a financial bubble, takes people promoting their products‘ hype for facts, completely ignores that the rest of the world besides the US exists and then congratulates himself for seeing the shifting times. The cherry on top is that he admits to having these genius revelations about the path of humanity usually while he is taking a shit.
I got a few questions.
Btw, „vixi“ is Latin, not Italian. In Italian it’d be „ho vissuto“.
This is not meant to attack you, I‘m just interested in the logic behind your theory.
I already guessed you might feel like the liver king gives you guys a bad rep. Just had to ask since he’s the most visible „carnivore“ out there. So if you like it or not, I think some people might see him as a sort of representation for the movement.
No need for excusing yourself, I didn’t take it that way. Just was trying to be extra clear about it since you seem to get a lot of flack. Thanks for being so welcoming and open