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Doch wieder wurde kein Täter ermittelt, niemand festgenommen. Dabei ist K. in seinem Wohnblock in Trotha als Rechter bekannt. Am 14. März 2025 zog K. erneut unvermittelt an einer Bushaltestelle in Halle-Trotha die umgebaute Gaspistole und schoss einem Passanten direkt ins Gesicht. Weil der Mann sich zur Seite drehte, verletzte die Stahlkugel nur sein Ohr. Zur Überraschung des Verletzten wurde Lucas K. noch vor Ort von Polizeibeamten kontrolliert – eine Nachbarin aus dem nahegelegenen Wohnblock hatte den Notruf über einen bewaffneten Mann informiert.
Doch die Beamten, die auf den blutenden Passanten und Lucas K. trafen, stellten lediglich die Personalien fest und nahmen ihm die Waffe ab. Dass Lucas K. unter zweifacher Bewährung steht und die Waffenbehörde ihm das Tragen einer Waffe amtlich untersagt hat, fiel den Beamten nicht auf. K. konnte nach Hause gehen.
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18 Comments
Bababasti@feddit.org · 40 pts · 137d
Wenn man sich in Erinnerung ruft wie Maja schnell noch in einer Nacht und Nebel Aktion nach Ungarn verschleppt wurde um dort größtmögliche Repression zu erfahren könnte man schon auf den Gedanken kommen dass hier gern mit zweierlei Maß gemessen wird.
LeFrog@discuss.tchncs.de · 31 pts · 137d
– Danger Dan - Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt
Warum ist dieses Lied immer wieder so wahr :(
CyberEgg@discuss.tchncs.de · 13 pts · 137d
Wieso, ist doch bestimmt wieder nur ein Einzelfall
CyberEgg@discuss.tchncs.de · 15 pts · 137d
Bezeichnend, dass erst einer aus den eigenen Reihen angegriffen werden musste, bevor die Bullerei tatsächlich etwas unternimmt und der Justizapparat ins Rollen kommt.
kptn_o@discuss.tchncs.de · 6 pts · 137d
Ich denke DAS ist der Punkt an dem man ansetzen könnte: Solche Menschen wie den Täter gehören vielleicht nicht unbedingt ins Gefängnis, sondern eher in stationäre psychiatrische Behandlung.
CyberEgg@discuss.tchncs.de · 8 pts · 137d
Nein. Ein rechtsextremes Weltbild ist keine Krankheit, auch trotz beliebter Metaphern wie "gesellschaftliches Krebsgeschwür". Du kannst sowas nicht pathologisieren.
kptn_o@discuss.tchncs.de · 4 pts · 137d
Mal ganz stumpf zurück gefragt: Warum eigentlich nicht? Ist ein irrationaler Hass auf Menschen anderen Aussehens / anderer Herkunft / Geschlechtsidentität / etc. "geistig gesund"? Und sogar wenn man so etwas in das "normale" Spektrum einsortieren würde, ein Verhalten wie das des Täters deutet doch definitiv auf eine fehlerhafte Sozialisierung hin...
CyberEgg@discuss.tchncs.de · 9 pts · 137d
Weil schlechte Sozialisierung keine Krankheit ist. Weil nicht alles, was von der wahrgenommenen Norm abweicht, eine Krankheit ist.
Außerdem sorgt eine Pathologisierung von problematischen Weltanschauungen nicht dafür, dass man diese problematischen Weltanschauungen gesellschaftlich angeht, sondern führt lediglich zu weiterer Stigmatisierung und Pathologisierung psychischer Krankheiten und anderer Abweichungen der wahrgenommenen Norm wie Neurodivergenz, trans Identitäten, nonhetero Sexualitäten, usw.
rbn@sopuli.xyz · 3 pts · 137d
Meiner Meinung nach kann man aber nur mit Therapie oder therapieähnlichen Mitteln aus Menschen, die wegen schlechter Sozialisierung zu Straftätern geworden sind, wieder resozialisieren.
Wenn du jemanden mit einem hasserfüllten Weltbild einfach nur ins Gefängnis steckst ohne intensive psychologische Betreuung, so wirst du irgendwann eine ältere Person mit demselben hasserfüllten Weltbild wieder entlassen. Und (echte) lebenslange Haft, um die restliche Gesellschaft vor solchen Menschen zu schützen, kann ja auch nicht die Lösung sein.
CyberEgg@discuss.tchncs.de · 5 pts · 137d
Ja, da hast du selbstverständlich Recht. Natürlich muss es im Gefängnis dann auch entsprechende Resozialisierungsprogramme geben. Aber das ist nichtsdestotrotz etwas völlig anderes als eine stationäre psychiatrische Behandlung und Weltanschauungen sind keine psychischen Erkrankungen.
rbn@sopuli.xyz · -1 pts · 137d
Der Übergang zu z.B. sowas... https://de.wikipedia.org/wiki/Dissoziale_Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung ... dürfte aber trotzdem in vielen Fällen fließend sein.
Ob man betroffene Täter jetzt in einer geschlossenen Psychiatrie oder einem Gefängnis mit intensiver psychologischer Betreuung unterbringt, ist für mich eher eine Frage des Schwerpunktes. In der Praxis dürfte es aber in normalen Gefängnissen viel zu wenig entsprechende Angebote geben und in Psychiatrien viel zu wenige Plätze, als dass man alle dort unterbringen könnte. Das Problem lösen würde es also vermutlich leider nicht. Egal, ob es jetzt als Krankheit gälte oder nicht.
CyberEgg@discuss.tchncs.de · 5 pts · 137d
Nein, man. Die Grenzen sind nicht fließend. Problematische Weltanschauungen können natürlich mit Krankheiten und Persönlichkeitsstörungen einhergehen, und dann müssen die entsprechend behandelt werden. Du kannst aber deswegen keine Rückschlüsse von Weltanschauungen auf Krankheiten oder Persönlichkeitsstörungen ziehen. Das wäre, wenn man das täte, wiederum hochproblematisch, wie oben schon erklärt.
int_not_found@feddit.org · 3 pts · 137d
Therapie wirkt nur, wenn intrinsische Motivation sich zu ändern vorhanden ist. Wenn du Menschen gegen ihren Willen "therapierst", ist das "Umerziehung" und kennt man so eigentlich nur aus extremst autokratischen Systemen, wie China, Russland oder Nazi-Deutschland.
Angebote machen - ja gerne, gibt es ja auch schon einige. Jeder Mensch der die Hilfe bekommt, die er braucht, ist ein Gewinn für die Gesellschaft.
Was du hier vorschlägst, ist Leute in Lager zu stecken bis sie die "richtige" Weltanschauung äußern. Das hat in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft nichts verloren.
rbn@sopuli.xyz · -2 pts · 137d
Ist das nicht im Grunde auch bei Gefängnissen so? Die Leute werden gegen ihren Willen eingesperrt, um ihnen Zeit zum Nachdenken und Betreuungsangebote zu geben, bis sie ihr Fehlverhalten erkennen und ablegen.
Ein Umerziehungslager kommt dem ziemlich nah, da gebe ich dir recht. Der ich würde sagen, der Kernunterschied zu einem "freiheitlich-demokratischen" Gefängnis besteht darin, dass die Tatbestände und Strafen demokratisch legitimiert sind. Also dass nicht eine kleine Elite bestimmt, was Recht und was Unrecht ist, sondern (i.d.R. mittelbar durch ein gewähltes Gremium) die Gesellschaft selbst.
int_not_found@feddit.org · 1 pts · 137d
Nein das ist nicht im Grunde so. Ein Strafmaß richtet sich nach der Schwere der Tat. Nur sind Richter während der Findung des Strafmaßes dazu angehalten alle Auswirkungen auf den Täter zu berücksichtigen, nicht nur die im Gesetz festgehaltene Strafe. Lebenslang zu wissen, dass man etwas Falsches getan hat, gilt als Teil der Strafe, wodurch man u.U. durch das Zeigen von Reue die Gefängnisstrafe verkürzen kann. Die Schwere der Strafe für eine Tat bleibt jedoch gleich, unabhängig davon ob man sein Fehlverhalten einsieht oder nicht (zumindest theoretisch).
Wat? Die Beurteilung, ob es sich um ein Gefängnis oder um ein Umerziehungslager handelt, lediglich an der Staatsform festzumachen ist schon ein wilder Take.
luciferofastora@feddit.org · 1 pts · 136d
Das Problem bei Metaphern ist, dass sie immer irgendwo Grenzen haben. Sie modellieren einen Teil des Sachverhalts – hier: die Art um sich zu greifen, wenn nicht behandelt, und die Schwierigkeit der Behandlung ohne Kollateralschaden – aber können nie alles abdecken.
Es ist eben keine wortwörtliche medizinische Krankheit, sondern ein soziales Problem, das entsprechend auch nicht medizinisch angegangen werden kann sondern soziale Lösungen braucht, die eben auch nicht auf individueller Eben ansetzen wie eine (Chemo-/Psycho-)Therapie sondern Grundhaltungen und die Probleme, die ihr als Brutstätte und Nährboden dienen.
CyberEgg@discuss.tchncs.de · 2 pts · 136d
Jo, genau das. Und deswegen finde ich den Ansatz, den kptn_o und rbn hier fahren, so problematisch.