Okay, wenn wir den Begriff Männerhass jetzt komplett herausnehmen und stattdessen von Sexismus gegenüber Männern und Sexismus gegenüber Frauen sprechen: Ab welcher Äußerung und ab welcher Stufe meiner Beispiele löst das bei dir ganz persönlich das Gefühl (keine allgemeine Definition oder was andere sagen) aus: „Das ist sexistisch“?
Genau deshalb frage ich dich so konkret nach deinen persönlichen Reaktionen. Mir ist tatsächlich egal, ob du das Männerhass, Sexismus oder anders nennen möchtest. Ich möchte wissen, wo bei dir beim Lesen meiner Beispiele die Warnlampe angeht. Bei welchem Satz denkst du: „Das geht für mich jetzt zu weit“? Und wenn du danach die entsprechende Aussage über Frauen liest: Geht deine Warnlampe an derselben Stelle an? Genau diese persönliche Grenze interessiert mich.
Das mit der weiten und engen Definition finde ich interessant. Aber genau da würde mich deine persönliche Grenze interessieren:
Wenn du meine Beispiele nimmst: Ab welcher Kategorie würdest du von Männerhass sprechen und warum? Und würdest du dieselbe Grenze auch bei Frauenhass anlegen?
Bei deinem Beispiel mit den schlechteren Noten bin ich allerdings neugierig: Meinst du damit eine konkrete Benachteiligung von Jungen, die du als Männerhass bezeichnen würdest, oder würdest du sagen, dass eine solche Benachteiligung nur unter eine sehr weit gefasste Definition fällt? Und wo würdest du dann die Grenze zu struktureller Benachteiligung ziehen?
Das ist tatsächlich genau der Gedanke, den ich im Text entwickeln wollte. Ich kritisiere nicht das Ziel, ein guter Mensch sein zu wollen, sondern die finale Selbstzuschreibung.
Solange der Satz bedeutet: „Deshalb muss ich mein Handeln immer wieder an meinen Prinzipien messen und meine Prinzipien prüfen“, sind wir wahrscheinlich sehr nah beieinander.
Ich hab „einfach posten“ wohl zu wörtlich genommen.
Werd euch hier in Ruhe lassen.
Natürlich geht es mir darum das mein Blog gelesen wird, wenn ich nicht wichtig finden würde, was ich schreibe, dann würde ich es nicht veröffentlichen. Deshalb probiere ich auch ab und an neue Wege aus, Leute zum lesen zu bringen.
Ich will aber sicher nirgends posten, wo dies unerwünscht ist.
Wenn du magst lösche ich meinen Post hier, wenn der nicht rein passt.
P.S. Ich bewerbe im Normalfall nicht meinen Blog, ich poste seit ich feddit entdeckt habe meinen Blog komplett auch hier. Und auf sehr vielen anderen Seiten
Den demografischen Teil finde ich sehr wahrscheinlich. Es erscheint mir als Erklärung für bestimmte Dating-Dynamiken plausibel.
Ich glaube aber, dass wir an einem Punkt etwas Unterschiedliches meinen. Mein Text richtet sich weniger gegen die Existenz solcher strukturellen Effekte als gegen den Begriff der "Male Loneliness Epidemic". Aus einer schwierigeren Partnersuche (besonders in der jungen Erwachsenenphase) folgt für mich noch keine Epidemie der Einsamkeit.
Gerade dein letzter Abschnitt beschreibt für mich eher unterschiedliche Denkweisen, die aus diesen Strukturen entstehen können. Das finde ich sogar nachvollziehbar, genau deshalb ist es wichtig zu erklären wie sich das beim Gegenüber dann anfühlt: Dieses Mindset führt unabhängig von seiner Ursache häufig dazu, dass das Gegenüber sich weniger als eigenständiger, interessanter Mensch und mehr als seltene Gelegenheit auf nicht-mehr-einsam-sein fühlt.
Ich würde außerdem vermuten, dass wir gesellschaftlich gerade generell ein Einsamkeitsproblem haben. Und insgesamt versuchen sollten uns auch außerhalb von Paarbeziehungen erfüllende zwischenmenschliche Begegnungen und ein zufriedenes Leben zu schaffen. Das sollte nicht allein an der Partnerperson hängen, egal welches Geschlecht man hat: als Single muss man nicht einsam sein.
Vielen Dank, dass du diese Geschichte geteilt hast. Ich finde, da gehört durchaus Mut dazu.
Ich glaube, dein Großvater hat genau den Punkt getroffen, der mir mit dem Text wichtig war.
Besonders bewegt hat mich der Teil, in dem er davon spricht, dass es eben nicht "die Monster" waren, sondern Nachbarn, Handwerker, Lehrer, eben ganz normale Menschen. Genau darin liegt für mich die eigentliche Warnung. Wenn wir glauben, nur Monster könnten solche Taten begehen, dann übersehen wir, dass sie von Menschen begangen wurden.
Die unbequeme Wahrheit ist: Diese Taten waren menschenmöglich. Nicht monstrenmöglich. Menschenmöglich.
Hitler war ein Mensch. Stalin war ein Mensch. Mao war ein Mensch. Charles Manson war ein Mensch. Eine Frau, die ihr Kind tötet, ist ein Mensch. Mein eigener Großvater war bei der SS.
Dein Großvater hat das offenbar verstanden. Und genau deshalb finde ich seine Worte so wertvoll.
Jedes Mal, wenn wir einen Täter zum Monster erklären, verzichten wir auf die Chance, etwas über uns Menschen zu lernen. Und jedes Mal, wenn wir darauf verzichten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Leid wiederholt.
Ich bin bei den meisten Sachen echt schmerzfrei.... "als" und "wie", "dass" und "das", "seid" und "seit"... aber englische Begriffe gendern ist verstümmeln dieser Sprache, die ohne gendern von Substantiven auskommt. Wenn es nach mir ginge würden wir im deutschen "der", "die", "das" abschaffen und es nicht dem Englischen hinzufügen.
Danke für deine ausführliche Antwort. Du hast dich echt damit beschäftigt und das freut mich sehr.
Ich finde den Unterschied zwischen freiwilliger Abstinenz und Trockenheit aufgrund einer Suchterkrankung ebenfalls wichtig. Hätte ich kontrolliert trinken können, hätte ich nie aufgehört. Ich bin stolz auf meine zwölf Jahre Abstinenz. Aber ich wäre lieber nie alkoholkrank geworden. Das schließt sich für mich überhaupt nicht aus.
Auf deine Frage, was der Satz „Ich werde dir keinen Alkohol anbieten.“ bei mir auslöst:
Das ist eigentlich alles, was ich mit meinem Outing erreichen möchte. Keine Nachfragen mehr, ob ich schwanger bin. Kein „Ach komm, ein Schlückchen“. Einfach das Gefühl, dass meine Botschaft angekommen ist und künftig berücksichtigt wird.
Veganern und Vegetariern werde ich in Zukunft übrigens auch nicht mehr meinen Fleischkonsum erzählen. Mir ist durch die Diskussion klar geworden, dass sie sich vermutlich genauso wenig für meinen Fleischkonsum interessieren, wie ich mich für jemandes gelegentliches Feierabendbier interessiere.
Einem Diabetiker erzählt man schließlich auch nicht, wie viel Zucker man selbst isst.
Kann sein. Falls das bei manchen der Gedanke ist, bekommen sie diese Absolution von mir allerdings nicht.
Egal, ob ich einen Konsum für unbedenklich oder problematisch halte: Von mir aus sage ich dazu gar nichts. Und selbst wenn ich ausdrücklich gefragt werde, antworte ich im Grunde immer dasselbe:
Ob bereits eine körperliche Abhängigkeit besteht, sollte ein Arzt beurteilen. Wenn du Angst hast, körperlich abhängig zu sein, solltest du niemals auf eigene Faust kalt entziehen.
Wenn deine Sorge eher eine psychische Abhängigkeit ist, beobachte dich einmal selbst: Kannst du den Stoff in Situationen weglassen, in denen du ihn normalerweise konsumierst?
Seriöse Mengenangaben, ab denen man pauschal sagen könnte “ab hier bist du süchtig”, gibt es meines Wissens nach nicht.
Ich glaube, wir schauen auf unterschiedliche Dinge. Für mich ist “trocken sein” keine Auszeichnung, sondern die notwendige Konsequenz einer Suchterkrankung. Ich wäre lieber nie alkoholkrank geworden.
Deshalb empfinde ich den Vergleich ähnlich, als würde jemand mit Diabetes erzählen, dass er Zucker hervorragend verträgt. Das ist nichts Schlechtes. Es ist sogar etwas, das ich jedem wünsche bei Zucker und bei Alkohol. Aber es ist nicht das, was ich in dem Moment brauche oder hören möchte. Keine Krankheit ist eine Errungenschaft.
Danke für die Ehrlichkeit. Dann bin ich tatsächlich gespannt, ob du irgendwann einmal in diese Situation kommst und ob dir dann dieser Thread wieder einfällt.
Interessanter Vergleich, den mit dem Veganismus. Da könnte tatsächlich etwas dran sein, auch wenn viele, die sich mir mit Aussagen wie „Ich trinke nur einmal die Woche etwas.“ oder Ähnlichem vorstellen, tatsächlich ein völlig unbedenkliches Trinkverhalten haben.
Mich würde aber noch interessieren: Antwortest du selbst auf ein Outing als trockener Alkoholiker auch mit einer Beschreibung deines eigenen Alkoholkonsums? Oder ganz anders? Oder ist dir so eine Situation tatsächlich noch nie begegnet?
Mich interessiert nämlich gerade weniger die Theorie als das tatsächliche Verhalten.
Das widerspricht meiner Aussage nicht.
Wann wurde gestreikt? Vs. Von wann ist das Foto?
Den Text habe ich vorgestern, am Mittwoch den 2.9. geschrieben und am Containerhafen war ich (wie aus dem Text hervorgeht) am Mittwoch den 26.8.
Okay, wenn wir den Begriff Männerhass jetzt komplett herausnehmen und stattdessen von Sexismus gegenüber Männern und Sexismus gegenüber Frauen sprechen: Ab welcher Äußerung und ab welcher Stufe meiner Beispiele löst das bei dir ganz persönlich das Gefühl (keine allgemeine Definition oder was andere sagen) aus: „Das ist sexistisch“?
Genau deshalb frage ich dich so konkret nach deinen persönlichen Reaktionen. Mir ist tatsächlich egal, ob du das Männerhass, Sexismus oder anders nennen möchtest. Ich möchte wissen, wo bei dir beim Lesen meiner Beispiele die Warnlampe angeht. Bei welchem Satz denkst du: „Das geht für mich jetzt zu weit“? Und wenn du danach die entsprechende Aussage über Frauen liest: Geht deine Warnlampe an derselben Stelle an? Genau diese persönliche Grenze interessiert mich.
Das mit der weiten und engen Definition finde ich interessant. Aber genau da würde mich deine persönliche Grenze interessieren: Wenn du meine Beispiele nimmst: Ab welcher Kategorie würdest du von Männerhass sprechen und warum? Und würdest du dieselbe Grenze auch bei Frauenhass anlegen?
Bei deinem Beispiel mit den schlechteren Noten bin ich allerdings neugierig: Meinst du damit eine konkrete Benachteiligung von Jungen, die du als Männerhass bezeichnen würdest, oder würdest du sagen, dass eine solche Benachteiligung nur unter eine sehr weit gefasste Definition fällt? Und wo würdest du dann die Grenze zu struktureller Benachteiligung ziehen?
Das ist tatsächlich genau der Gedanke, den ich im Text entwickeln wollte. Ich kritisiere nicht das Ziel, ein guter Mensch sein zu wollen, sondern die finale Selbstzuschreibung. Solange der Satz bedeutet: „Deshalb muss ich mein Handeln immer wieder an meinen Prinzipien messen und meine Prinzipien prüfen“, sind wir wahrscheinlich sehr nah beieinander.
Ja, ok Danke
Ich werd nicht mehr hier posten
Unglaublich witzig…
Aber Danke fürs Engagement auf den Beitrag. Das hilft immer
Alles gut. Ich werde es weiterhin bei mir posten. Ich denke da wird kaum jemand was dagegen haben können.
Es war nur ein Versuch und der ist klar negativ aufgenommen worden.
Ok. Kein Stress.
Ich hab „einfach posten“ wohl zu wörtlich genommen.
Werd euch hier in Ruhe lassen.
Natürlich geht es mir darum das mein Blog gelesen wird, wenn ich nicht wichtig finden würde, was ich schreibe, dann würde ich es nicht veröffentlichen. Deshalb probiere ich auch ab und an neue Wege aus, Leute zum lesen zu bringen.
Ich will aber sicher nirgends posten, wo dies unerwünscht ist.
Wenn du magst lösche ich meinen Post hier, wenn der nicht rein passt.
P.S. Ich bewerbe im Normalfall nicht meinen Blog, ich poste seit ich feddit entdeckt habe meinen Blog komplett auch hier. Und auf sehr vielen anderen Seiten
Wegen der Verlinkung? Sorry. Normalerweise verlinke ich innerhalb Feddits… den hatte ich noch nicht in meinen Blog hier übertragen.
Oder allgemein? Dann poste ich hier halt nicht. Hab es nur mal ausprobiert.
Dann bleibt es bei meinen Communitys oder da auch nicht mehr? Die hab ich ja extra für meine Beiträge aufgemacht.
Danke für deinen ausführlichen Kommentar.
Den demografischen Teil finde ich sehr wahrscheinlich. Es erscheint mir als Erklärung für bestimmte Dating-Dynamiken plausibel.
Ich glaube aber, dass wir an einem Punkt etwas Unterschiedliches meinen. Mein Text richtet sich weniger gegen die Existenz solcher strukturellen Effekte als gegen den Begriff der "Male Loneliness Epidemic". Aus einer schwierigeren Partnersuche (besonders in der jungen Erwachsenenphase) folgt für mich noch keine Epidemie der Einsamkeit.
Gerade dein letzter Abschnitt beschreibt für mich eher unterschiedliche Denkweisen, die aus diesen Strukturen entstehen können. Das finde ich sogar nachvollziehbar, genau deshalb ist es wichtig zu erklären wie sich das beim Gegenüber dann anfühlt: Dieses Mindset führt unabhängig von seiner Ursache häufig dazu, dass das Gegenüber sich weniger als eigenständiger, interessanter Mensch und mehr als seltene Gelegenheit auf nicht-mehr-einsam-sein fühlt.
Ich würde außerdem vermuten, dass wir gesellschaftlich gerade generell ein Einsamkeitsproblem haben. Und insgesamt versuchen sollten uns auch außerhalb von Paarbeziehungen erfüllende zwischenmenschliche Begegnungen und ein zufriedenes Leben zu schaffen. Das sollte nicht allein an der Partnerperson hängen, egal welches Geschlecht man hat: als Single muss man nicht einsam sein.
Vielen Dank, dass du diese Geschichte geteilt hast. Ich finde, da gehört durchaus Mut dazu. Ich glaube, dein Großvater hat genau den Punkt getroffen, der mir mit dem Text wichtig war.
Besonders bewegt hat mich der Teil, in dem er davon spricht, dass es eben nicht "die Monster" waren, sondern Nachbarn, Handwerker, Lehrer, eben ganz normale Menschen. Genau darin liegt für mich die eigentliche Warnung. Wenn wir glauben, nur Monster könnten solche Taten begehen, dann übersehen wir, dass sie von Menschen begangen wurden.
Die unbequeme Wahrheit ist: Diese Taten waren menschenmöglich. Nicht monstrenmöglich. Menschenmöglich. Hitler war ein Mensch. Stalin war ein Mensch. Mao war ein Mensch. Charles Manson war ein Mensch. Eine Frau, die ihr Kind tötet, ist ein Mensch. Mein eigener Großvater war bei der SS.
Dein Großvater hat das offenbar verstanden. Und genau deshalb finde ich seine Worte so wertvoll.
Jedes Mal, wenn wir einen Täter zum Monster erklären, verzichten wir auf die Chance, etwas über uns Menschen zu lernen. Und jedes Mal, wenn wir darauf verzichten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Leid wiederholt.
Danke dir... Wow.
Sorry, war nicht online dann
Ich antworte da dann noch mal ausführlich drauf.
Danke dir.
Ich bin bei den meisten Sachen echt schmerzfrei.... "als" und "wie", "dass" und "das", "seid" und "seit"... aber englische Begriffe gendern ist verstümmeln dieser Sprache, die ohne gendern von Substantiven auskommt. Wenn es nach mir ginge würden wir im deutschen "der", "die", "das" abschaffen und es nicht dem Englischen hinzufügen.
P.S.: Bin Gamer in weiblicher Ausführung.
Bitte gern.
Nichts freut mich mehr als Gedanken anzustoßen.
Einen dritten Teil habe ich gerade gepostet
Danke für deine ausführliche Antwort. Du hast dich echt damit beschäftigt und das freut mich sehr.
Ich finde den Unterschied zwischen freiwilliger Abstinenz und Trockenheit aufgrund einer Suchterkrankung ebenfalls wichtig. Hätte ich kontrolliert trinken können, hätte ich nie aufgehört. Ich bin stolz auf meine zwölf Jahre Abstinenz. Aber ich wäre lieber nie alkoholkrank geworden. Das schließt sich für mich überhaupt nicht aus.
Auf deine Frage, was der Satz „Ich werde dir keinen Alkohol anbieten.“ bei mir auslöst:
Das ist eigentlich alles, was ich mit meinem Outing erreichen möchte. Keine Nachfragen mehr, ob ich schwanger bin. Kein „Ach komm, ein Schlückchen“. Einfach das Gefühl, dass meine Botschaft angekommen ist und künftig berücksichtigt wird.
Veganern und Vegetariern werde ich in Zukunft übrigens auch nicht mehr meinen Fleischkonsum erzählen. Mir ist durch die Diskussion klar geworden, dass sie sich vermutlich genauso wenig für meinen Fleischkonsum interessieren, wie ich mich für jemandes gelegentliches Feierabendbier interessiere.
Einem Diabetiker erzählt man schließlich auch nicht, wie viel Zucker man selbst isst.
Kann sein. Falls das bei manchen der Gedanke ist, bekommen sie diese Absolution von mir allerdings nicht.
Egal, ob ich einen Konsum für unbedenklich oder problematisch halte: Von mir aus sage ich dazu gar nichts. Und selbst wenn ich ausdrücklich gefragt werde, antworte ich im Grunde immer dasselbe:
Ob bereits eine körperliche Abhängigkeit besteht, sollte ein Arzt beurteilen. Wenn du Angst hast, körperlich abhängig zu sein, solltest du niemals auf eigene Faust kalt entziehen.
Wenn deine Sorge eher eine psychische Abhängigkeit ist, beobachte dich einmal selbst: Kannst du den Stoff in Situationen weglassen, in denen du ihn normalerweise konsumierst?
Seriöse Mengenangaben, ab denen man pauschal sagen könnte “ab hier bist du süchtig”, gibt es meines Wissens nach nicht.
Ich glaube, wir schauen auf unterschiedliche Dinge. Für mich ist “trocken sein” keine Auszeichnung, sondern die notwendige Konsequenz einer Suchterkrankung. Ich wäre lieber nie alkoholkrank geworden.
Deshalb empfinde ich den Vergleich ähnlich, als würde jemand mit Diabetes erzählen, dass er Zucker hervorragend verträgt. Das ist nichts Schlechtes. Es ist sogar etwas, das ich jedem wünsche bei Zucker und bei Alkohol. Aber es ist nicht das, was ich in dem Moment brauche oder hören möchte. Keine Krankheit ist eine Errungenschaft.
Danke für die Ehrlichkeit. Dann bin ich tatsächlich gespannt, ob du irgendwann einmal in diese Situation kommst und ob dir dann dieser Thread wieder einfällt.
Interessanter Vergleich, den mit dem Veganismus. Da könnte tatsächlich etwas dran sein, auch wenn viele, die sich mir mit Aussagen wie „Ich trinke nur einmal die Woche etwas.“ oder Ähnlichem vorstellen, tatsächlich ein völlig unbedenkliches Trinkverhalten haben.
Mich würde aber noch interessieren: Antwortest du selbst auf ein Outing als trockener Alkoholiker auch mit einer Beschreibung deines eigenen Alkoholkonsums? Oder ganz anders? Oder ist dir so eine Situation tatsächlich noch nie begegnet?
Mich interessiert nämlich gerade weniger die Theorie als das tatsächliche Verhalten.