Wird oft wie ein absolutes Naturgesetz dargestellt und erzeugt bei mir auch immer so ein Gefühl von "wenn du erstmal soviel Lebenserfahrung wie ich angehäuft hast, würdest du auch CDU wählen, Jungchen".
Bin mir aber bewusst, dass es in einem anderen Kontext durchaus Sinn ergeben kann. Aber dafür ist meine Abneigung gegenüber einer gewissen politischen Partei zu groß.
Ich glaube, dass das große Problem hier schlicht und einfach ist, dass der Begriff konservativ von politisch ganz merkwürdigen Leuten gekapert wurde, die alles sind, aber eben nicht konservativ. Es ist sicherlich so, dass man ruhiger wird, zufriedener, anders, wenn man irgendwann fest im Leben und im Job steht, die Schule hinter sich hat, vielleicht verheiratet ist oder gar Kinder hat. Dann geht es einem doch durchaus stärker darum, bestimmte Dinge, die man hat, zu bewahren, statt wie in jungen Jahren Dinge einfach nur verändern oder gar zerstören zu wollen. Das ist aber genau eben nicht das, was eine Partei wie zum Beispiel die CDU macht und zum Beispiel auch ein Trump ist definitiv nicht konservativ, sondern in dem Sinne disruptiv, revolutionär, wie auch immer man es nennen will. Von daher redet man da fleißig aneinander vorbei, weil die Begriffe falsch benutzt werden.
Ich denke das kommt aus den USA, wo ihr "Konservativ" im Kontext europäischer Verhältnisse als "rechtsradikale rassistische Extremisten und Neonazis" übersetzt werden muss. Wie unterschiedlich die politische Landschaft ist, und wie die Begriffe buchstäblich andere Bedeutungen haben (vgl. "liberal") ist vielen nicht bewusst.
Konservativ kann ja auch sein, dass man z.B. lieber gerne weiter Faxgeräte benutzen möchte, weil man eben darauf gelernt hat (ohne gleich einen politischen Bezug aufzumachen).
Aber wenn ich blutjunge Leute diesen Satz wiederholen höre, muss ich irgendwie mit dem Kopf schütteln, weil ich einen CDU-Marketing-Stunt vermute.
Ich kannte bisher nur die von Konservativen gemochte Version: Wer mit 20 nicht links ist hat kein Herz, wer mit 50 nicht konservativ hat keinen Verstand.
Ich weiss leider nicht mehr, warum zumindest von einigen Kommunisten allgemein Anarchisten als Werkzeug der Kapitalisten gesehen werden. Dass Kommunisten und Anarchisten nur bis zur Revolution Freunde sein können hat ja schon das Känguru erklärt.
Achso, verstehe. Ich habe die Anarchokapitalisten nicht als Anarchisten gesehen (genauso wie Stalin kein Kommunist ist). Die sind tatsächlich, wie Stalin, Faschisten.
Vor allem ist der Umkehrschluss falsch. Es gibt genug Dinge, für die du zahlst und wo du trotzdem als Produkt endest. Ein Premium-Abo verhindert nicht, dass irgendeiner der Big Tech Konzerne dich nicht umfangreich ausspioniert.
Vermutlich ist die Wahrscheinlichkeit, ausspioniert zu werden, im Durchschnitt bei bezahlten Produkten sogar größer.
Ich mein klar, es gibt Facebook und Co, aber abgesehen von den großen bigtech-Diensten sind rein zahlenmäßig die allermeisten wirklich 100% kostenlos in vollem Umfang nutzbaren Softwares ja welche aus dem open source-Kosmos, während die meisten bezahlten Produkte welche von gewinnorientierten Unternehmen sind, welche sich in der Folge von Gewinnerzielungs- und maximierungsabsichten für Nutzungs- und sonstige Daten interessieren.
Ich stimme dir dazu. Im Endeffekt sind solche Abos, glaube ich, sogar eine Falle. Wir haben das schon bei diversen Diensten gesehen: die Incentives die Abonnenten zu verarschen, sind einfach zu groß. Wer kauft sich so ein Premium-Ambo? Das sind einerseits Leute mit viel Geld, die kein Bock auf Werbung haben. Die sind aber gleichzeitig als Zielgruppe für Werbetreibende extrem interessant, weil sie viel Geld haben. Und dann gibt es noch viele Nutzer, die zum Beispiel den ganzen Tag auf YouTube hängen und auch kein Bock auf Werbung haben. Diese sind aber für YouTube extrem profitabel, weil sie natürlich sehr, sehr viele Stunden dort verbringen und man ihnen daher sehr viel Werbung zeigen kann. Macht man die Rechnung auf, gibt es immer den Business Case dafür, dass man irgendwie schleichend Werbung auch für zahlende Kunden einführt. Einfach, weil es hochprofitabel ist.
"Das haben wir schon immer so gemacht.", "Das haben wir noch nie so gemacht.", "Das ist Industriestandard" und ähnliche Aussagen sinnvollen (technischen) Veränderungen im Weg stehen.
"Vertraue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast"
Komischerweise höre ich das immer nur von Leuten, die ihre Position nicht durch Daten belegen können, und die nicht erklären können wo genau in der Statistik denn das Problem liegt.
"Ich hab nichts um deine Beweise zu widerlegen aber ich will einfach nicht das du recht hast."
Danach kann man die Diskussion einfach beenden. Das sind Leute die nicht oder noch nicht bereit sind ernsthaft zu diskutieren sondern nur ihre Meinung kundtun wollen ohne Gegenwind/Rückfragen.
Ich soll mich am Leid anderer ergötzen während es mir trotzdem schlecht geht? Wie wär es mit "Scheiße, nein!"? Mal davon abgesehen, WAS HABE ICH EIGENTLICH WIRKLICH DAVON, VERFICKT NOCHMAL?!?!?
Nicht unbedingt eine Phrase per se, aber jedes Mal, wenn das Gebäudeenergiegesetz "Heizungsgesetz" genannt wird, sterbe ich ein bisschen (also so ungefähr jedes Mal, wenn irgendein Medium darüber berichtet).
Wird halt leider oft verwendet, um Opfern von Polizeigewalt die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Oder allgemein Menschen die Fehler gemacht haben jedes Mitgefühl und sogar grundlegende Menschenrechte zu verweigern.
Die amerikanische Variante ist noch schöner: "I ain't gonna lie, that's a cool pear of sneakers." Also wenn du es nicht ankündigst, sollte ich davon ausgehen, das du mich anlügst?
Es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen Pöbeln und dem Weglassen üblicher Füllwörter.
Was Normies sind weißt du vermutlich schon. Falls tatsächlich nicht: wähle beliebige Attribute von Menschen, überlege dir welche davon mehrheitlich vorkommen oder als typisch und üblich gesehen werden, und stell dir dann Leute mit diesen Attributen vor.
Danke dass du an dieser Demonstration teilgenommen hast. Merkst du, wie meine Wortwahl dich gestört hat? Hätte ich denselben Informationsgehalt mit Wörtern, die in der Mehrheitsgesellschaft üblich sind übermittelt, hättest du vermutlich freundlicher reagiert.
Das ist genau wie die Funktion von Füllwörtern wie "in der Tat". Die sind nicht nutzlos. Ich wünschte sie wären es, aber Menschen reagieren nun mal nicht nur auf die Information, sondern viel stärker auf die Präsentation.
Das gibt mir immer das Gefühl von Frosch im Kochtopf. Jeder Interessierte weiss, wie es weiter geht, aber 'warnt' signalisiert dem Bürger, dass die Konsequenzen zu ertragen sind und der Weg weitergegangen wird.
Wenn der Bürger reagieren soll fällt das warnende, nicht ernst zu nehmende Subjekt und das Verb weg und die Tatsache nimmt die volle Schlagzeile ein.
Die Zeitung ist die Authorität. Wenn sie die Meinung nicht übernimmt wird sie nicht als wichtig wahrgenommen.
Ohne definierte Präzision in einem arbritär großem Datensatz findet man immer "Wiederholungen". Unser Hirn freut sich einfach, wenn es so etwas findet.
Nehmen wir zum Beispiel ein Theater. Jede Woche laufen da Personen raus und rein. GeScHichTE wieDerHolT sicH.
Das funktioniert aber erstens nur so lange, wie man eben nicht die gesamten Daten analysiert. Es gibt nämlich sehr wohl Wochen in denen das in einer anderen Regelmäßigkeit passiert. Das Theater hat zum Beispiel eine Sondervorstellung, Urlaub etc.
Zweitens wiederholt sich das nur so lange, wie wir uns auf eine willkürlich festgelegte Präzision justieren. Gehe ich weiter raus, ist es zumindest nicht das selbe Datum. Gehe ich weiter rein, sind es zum Beispiel nicht die selben Leute.
Wenn ich nach Ähnlichkeiten in willkürlichen Datensätzen ohne Präzision suche, finde ich immer “Wiederholungen" (oder “Reime"). Mit der Logik wiederholt sich zum Beispiel auch Pi.
Wenn wir Ähnlickeiten in der Geschichte feststellen liegt das daran, dass unser Hirn die finden will. Rational betrachtet ist das aber kompletter Schwachsinn und wenn überhaupt Zufall.
Also stört dich die fehlende Präzisierung, wenn jemand sowas sagt, wenn ich es richtig verstehe?
Wenn ich jetzt beispielsweise den Nationalsozialismus heranziehe, würde ich sagen, natürlich wiederholt sich die Geschichte nicht (1:1-Kopie): Wir haben keinen Österreicher mit einem merkwürdig kurzen Bart an der Macht und es werden (zumindest aktuell) keine Menschen im industriellen Maßstab getötet.
Aber es reimt sich: Wieder haben wir es mit einer verängstigten Gesellschaft zu tun, die irrational handelt. Wieder geht es gegen Ausländer/Juden/Kranke/sozial Schwache usw. - Es gibt auffällige Ähnlichkeiten, aber eben keine 1:1-Wiederholungen.
Aber das ist ja der Punkt. Wenn du willkürlich festlegst, was "ähnlich" genug ist und arbritär große Datenmengen durchsuchst, reimt sich buchstäblich alles. Natürlich finden wir solche “Patterns“ weil unser Hirn so funktioniert. Nochmal, selbst Pi wiederholt sich mit der Herangehensweise.
Der Mauerfall und der Anschlag vom 11. September reimen sich! Eine unterdrückte Gesellschaft wehrt sich gegen Tyranei. Der Bau der Elbphilharmonie und der Fall des Aztekenreiches reimen sich. Beides wurde durch ein Streben nach mehr komformität einer Zivilisation eingeleutet. Mein Leben wiederholt sich. Ich gehe öfter Eisessen. Pi wiederholt sich, ich hab zweimal die Ziffer 1 gefunden. Alles wiederholt sich, weil ich selbst festlegen kann, wann sich etwas ähnelt und ich willkürlich große Daten betrachten kann.
Das macht deine Aussage nicht falsch. Nur halt unfassbar plump und allgemeingültig. Was ich zusammenfassend mit "dumm" im Eingangspost betitelt habe.
Ok, ich versteh den Punkt den du machen willst und es ist sicherlich technisch korrekt. Aber es als "dumm" zu bezeichnen oder "unfassbar plump" finde ich dennoch arg übertrieben. Wenn man böse wäre, könnte man sicherlich auch Pedantismus entgegensetzen.
Sprache ist wichtig, ja, aber am Ende wird in der Alltags-Kommunikation immer auch ein Gefühl für das Gemeinte vorausgesetzt. Irgendwann wird es halt auch sprachlich unpraktikabel, wenn man sagt: "Geschichte reimt sich in Bezug auf den Monat Dezember, der Geschwindigkeit der Erdrotation und der Scheidungsquote". Ich übertreib mal absichtlich etwas.
Sollte man diesen Satz also lassen, weil er im sprachlichen Gebrauch oft zu unpräzise verwendet wird? Keine Ahnung. Aber dann müsste man konsequenterweise auch an tausende ähnlich gelagerte Sprüche ran und ich halte das praktisch für nicht sehr realistisch...
Aber jeder hat da so seine Triggerpunkte schätze ich. Für mich reicht es jedenfalls, mit "reimen" auszudrücken, dass es eben keine 1:1-Kopie ist.
Historiker bringen dich für diesen Satz um, weil sie halt wissen, dass es keine Gesetze oder Wiederholungen in der Geschichte gibt. Es mag ähnliche Muster geben, aber am Ende des Tages ist jede Gesellschaft zu jeder Zeit einzigartig
Außerdem "wiederholt" sich alles, wenn man arbritär lange Datensätze mit willkürlicher Präzision durchsucht. Das ist so, wie wenn man in Pi zweimal "149" findet und dann sagt: “Pi wiederholt sich."
87 Comments
sp3ctre@feddit.org · 28 pts · 158d
"Im Alter wird man automatisch konservativer".
Wird oft wie ein absolutes Naturgesetz dargestellt und erzeugt bei mir auch immer so ein Gefühl von "wenn du erstmal soviel Lebenserfahrung wie ich angehäuft hast, würdest du auch CDU wählen, Jungchen".
Bin mir aber bewusst, dass es in einem anderen Kontext durchaus Sinn ergeben kann. Aber dafür ist meine Abneigung gegenüber einer gewissen politischen Partei zu groß.
JensSpahnpasta@feddit.org · 17 pts · 158d
Ich glaube, dass das große Problem hier schlicht und einfach ist, dass der Begriff konservativ von politisch ganz merkwürdigen Leuten gekapert wurde, die alles sind, aber eben nicht konservativ. Es ist sicherlich so, dass man ruhiger wird, zufriedener, anders, wenn man irgendwann fest im Leben und im Job steht, die Schule hinter sich hat, vielleicht verheiratet ist oder gar Kinder hat. Dann geht es einem doch durchaus stärker darum, bestimmte Dinge, die man hat, zu bewahren, statt wie in jungen Jahren Dinge einfach nur verändern oder gar zerstören zu wollen. Das ist aber genau eben nicht das, was eine Partei wie zum Beispiel die CDU macht und zum Beispiel auch ein Trump ist definitiv nicht konservativ, sondern in dem Sinne disruptiv, revolutionär, wie auch immer man es nennen will. Von daher redet man da fleißig aneinander vorbei, weil die Begriffe falsch benutzt werden.
jenesaisquoi@feddit.org · 2 pts · 157d
Ich denke das kommt aus den USA, wo ihr "Konservativ" im Kontext europäischer Verhältnisse als "rechtsradikale rassistische Extremisten und Neonazis" übersetzt werden muss. Wie unterschiedlich die politische Landschaft ist, und wie die Begriffe buchstäblich andere Bedeutungen haben (vgl. "liberal") ist vielen nicht bewusst.
sp3ctre@feddit.org · 2 pts · 158d
Jup, das denke ich auch.
Konservativ kann ja auch sein, dass man z.B. lieber gerne weiter Faxgeräte benutzen möchte, weil man eben darauf gelernt hat (ohne gleich einen politischen Bezug aufzumachen).
Aber wenn ich blutjunge Leute diesen Satz wiederholen höre, muss ich irgendwie mit dem Kopf schütteln, weil ich einen CDU-Marketing-Stunt vermute.
red_sock@lemmy.ml · 14 pts · 158d
Akelei@discuss.tchncs.de · 8 pts · 158d
Da bevorzuge ich die klarere Formulierung der goldenen Zitronen:
Junge, wer mit 20 kein Anarchist gewesen ist, aus dem wird nie ein guter Demokrat.
Bababasti@feddit.org · 4 pts · 157d
Jokes on you, ich bin mit dem Alter erst Anarchist geworden :3
katkit@lemmy.world · 2 pts · 157d
Ich kannte bisher nur die von Konservativen gemochte Version: Wer mit 20 nicht links ist hat kein Herz, wer mit 50 nicht konservativ hat keinen Verstand.
jenesaisquoi@feddit.org · 1 pts · 157d
Anarchisten sind nichts als Sozialisten die denken Kommunismus sei Stalinismus
plyth@feddit.org · 1 pts · 157d
Das passt, denn Kommunisten denken dass Anarchisten Faschisten sind.
jenesaisquoi@feddit.org · 2 pts · 156d
Echt? Das habe ich noch nie gehört
plyth@feddit.org · 2 pts · 156d
Anarchokapitalisten dürften selbsterklärend sein.
Ich weiss leider nicht mehr, warum zumindest von einigen Kommunisten allgemein Anarchisten als Werkzeug der Kapitalisten gesehen werden. Dass Kommunisten und Anarchisten nur bis zur Revolution Freunde sein können hat ja schon das Känguru erklärt.
jenesaisquoi@feddit.org · 2 pts · 155d
Achso, verstehe. Ich habe die Anarchokapitalisten nicht als Anarchisten gesehen (genauso wie Stalin kein Kommunist ist). Die sind tatsächlich, wie Stalin, Faschisten.
cron@feddit.org · 24 pts · 158d
Ich starte mal gleich mit:
Warum genau sollte das eine gute Idee sein?
cows_are_underrated@feddit.org · 9 pts · 158d
Gegenvorschlag:
Anders hält man die Welt ja kaum aus.
Manfredolin@feddit.org · 2 pts · 157d
relevantes lied
cageythree@lemmy.ml · 8 pts · 158d
- Känguru
Matombo@feddit.org · 19 pts · 158d
"Kriminelle Ausländer abschieben"
Das neue "Ich bin ja kein Rassist, aber ..."
schnokobaer@feddit.org · 18 pts · 158d
"Wenn es umsonst ist bist du das Produkt!"
Es hat definitiv noch nie wertvolle Arbeit durch Freiwillige geben, besonders nicht bei Software...
JensSpahnpasta@feddit.org · 18 pts · 158d
Vor allem ist der Umkehrschluss falsch. Es gibt genug Dinge, für die du zahlst und wo du trotzdem als Produkt endest. Ein Premium-Abo verhindert nicht, dass irgendeiner der Big Tech Konzerne dich nicht umfangreich ausspioniert.
cageythree@lemmy.ml · 4 pts · 158d
Vermutlich ist die Wahrscheinlichkeit, ausspioniert zu werden, im Durchschnitt bei bezahlten Produkten sogar größer.
Ich mein klar, es gibt Facebook und Co, aber abgesehen von den großen bigtech-Diensten sind rein zahlenmäßig die allermeisten wirklich 100% kostenlos in vollem Umfang nutzbaren Softwares ja welche aus dem open source-Kosmos, während die meisten bezahlten Produkte welche von gewinnorientierten Unternehmen sind, welche sich in der Folge von Gewinnerzielungs- und maximierungsabsichten für Nutzungs- und sonstige Daten interessieren.
(Natürlich nur ne Theorie/Vermutung)
JensSpahnpasta@feddit.org · 5 pts · 158d
Ich stimme dir dazu. Im Endeffekt sind solche Abos, glaube ich, sogar eine Falle. Wir haben das schon bei diversen Diensten gesehen: die Incentives die Abonnenten zu verarschen, sind einfach zu groß. Wer kauft sich so ein Premium-Ambo? Das sind einerseits Leute mit viel Geld, die kein Bock auf Werbung haben. Die sind aber gleichzeitig als Zielgruppe für Werbetreibende extrem interessant, weil sie viel Geld haben. Und dann gibt es noch viele Nutzer, die zum Beispiel den ganzen Tag auf YouTube hängen und auch kein Bock auf Werbung haben. Diese sind aber für YouTube extrem profitabel, weil sie natürlich sehr, sehr viele Stunden dort verbringen und man ihnen daher sehr viel Werbung zeigen kann. Macht man die Rechnung auf, gibt es immer den Business Case dafür, dass man irgendwie schleichend Werbung auch für zahlende Kunden einführt. Einfach, weil es hochprofitabel ist.
30p87@feddit.org · 0 pts · 158d
Wahr. Heißt es muss "Du bist immer das Produkt, außer dahinter stehen Einzelpersonen ohne Organisation" heißen
Slashme@lemmy.world · 8 pts · 157d
Eine genauere Formulierung wäre "wenn du dafür kein Geld bezahlst, die Firma aber trotzdem Gewinn macht, bist du das Produkt."
Also bei Linux und Wikipedia trifft es nicht zu, bei Facebook, Twitter und Reddit schon.
RoflmasterBigPimp@feddit.org · 17 pts · 157d
Und deshalb soll ich mich schieße behandeln und verarschen lassen?
Nein, der Gesetzgeber hat mir gewisse Rechte verliehen, auch in meiner Ausbildung! Ich hasse diesen dummen Spruch so unfassbar doll.
Eine Mischung aus "Ich musste leiden und jetzt musst du auch leiden, obwohl es weder mir noch dir etwas bringt" und Selbstentwertung.
FooBarrington@lemmy.world · 6 pts · 157d
Vor allem ist die Implikation ja: "Mit mit wurde schlecht umgegangen, und jetzt lasse ich mir nicht nehmen, mit dir ebenfalls schlecht umzugehen!"
Buchstäbliches Generationentrauma
RoflmasterBigPimp@feddit.org · 4 pts · 157d
Das macht es irgendwie sehr viel mehr tragisch .__.
Senseless@feddit.org · 15 pts · 158d
"Das haben wir schon immer so gemacht.", "Das haben wir noch nie so gemacht.", "Das ist Industriestandard" und ähnliche Aussagen sinnvollen (technischen) Veränderungen im Weg stehen.
Nomad@infosec.pub · 1 pts · 155d
Goldstandard, der verbreitetste standard... Waren auch mal Pferdewagen...
FooBarrington@lemmy.world · 15 pts · 157d
"Vertraue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast"
Komischerweise höre ich das immer nur von Leuten, die ihre Position nicht durch Daten belegen können, und die nicht erklären können wo genau in der Statistik denn das Problem liegt.
RoflmasterBigPimp@feddit.org · 5 pts · 157d
Urrrrggghhhh.
Ja das hab ich auch schon ein paar mal gehört.
Übersetzt sich intern bei mir zu:
"Ich hab nichts um deine Beweise zu widerlegen aber ich will einfach nicht das du recht hast."
Danach kann man die Diskussion einfach beenden. Das sind Leute die nicht oder noch nicht bereit sind ernsthaft zu diskutieren sondern nur ihre Meinung kundtun wollen ohne Gegenwind/Rückfragen.
Captain_Baka@feddit.org · 12 pts · 158d
"Anderen gehts viel schlechter als dir."
Ich soll mich am Leid anderer ergötzen während es mir trotzdem schlecht geht? Wie wär es mit "Scheiße, nein!"? Mal davon abgesehen, WAS HABE ICH EIGENTLICH WIRKLICH DAVON, VERFICKT NOCHMAL?!?!?
sp3ctre@feddit.org · 5 pts · 158d
Typischer Whataboutism-Satz. Nur weil es irgendwo noch etwas viel Schlimmeres gibt, heißt es nicht, das etwas nicht schlimm sein kann.
Ergötzen soll man sich zwar nicht am Leid anderer, aber man soll dankbar sein für das was man hat.
cron@feddit.org · 2 pts · 158d
Ja hätte es. Oder eben auch nicht. Aber was ändert es genau?
mech@feddit.org · 9 pts · 158d
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:
"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!"
Und ich lächelte und war froh,
Und es kam schlimmer.
kossa@feddit.org · 9 pts · 158d
Euphemismen für "hab' ich jetzt keinen Bock drauf". Keiner, der diese Sätze sagt, hat jemals die DSGVO oder seine Versicherungsbedingungen angeschaut.
OhmeHose@feddit.org · 8 pts · 158d
Ki nimmt dir deinen Job weg, warte nur noch 2 Jahre!!
banause@feddit.org · 7 pts · 158d
Bro, noch paar Jahre bro.
Bababasti@feddit.org · 5 pts · 157d
Bro pls AGI ist fast da, guck mal, nur noch dieses Update, bro pls nur noch ein paar Milliarden Investment dann haben wir AGI.
Redditquaza@feddit.org · 7 pts · 157d
Nicht unbedingt eine Phrase per se, aber jedes Mal, wenn das Gebäudeenergiegesetz "Heizungsgesetz" genannt wird, sterbe ich ein bisschen (also so ungefähr jedes Mal, wenn irgendein Medium darüber berichtet).
You@feddit.org · 1 pts · 157d
Und wie lädst Du Deine Lebensenergie wieder auf?
Redditquaza@feddit.org · 1 pts · 156d
Regeneriert sich mit der Zeit, noch nie ein Videospiel gespielt? /s
You@feddit.org · 2 pts · 156d
Ach so. Du springst 🎵von Level zu Level zu Level - bis der Endboss kommt🎶
msrb711@feddit.org · 6 pts · 157d
Ich bin kein ________ ABER...
RoflmasterBigPimp@feddit.org · 3 pts · 156d
Ich bin kein Frosch ABER Qua(r)k mach ich trotzdem🐸🦆 🥸
kossa@feddit.org · 3 pts · 156d
Ich bin kein Regenbogen, ABER ich liebe bunte Klamotten.
Verdammt, bin ich etwa doch ein Regenbogen?
mech@feddit.org · 5 pts · 158d
Spiele dumme Spiele, gewinne dumme Preise.
Senseless@feddit.org · 8 pts · 158d
Mag ich sehr gern, benutze ich regelmäßig. Tschuligom.
mech@feddit.org · 6 pts · 158d
Wird halt leider oft verwendet, um Opfern von Polizeigewalt die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Oder allgemein Menschen die Fehler gemacht haben jedes Mitgefühl und sogar grundlegende Menschenrechte zu verweigern.
cron@feddit.org · 2 pts · 158d
Fühlt sich wie die englische Variante von "Selbst schuld, kein Mitleid" an.
KokusnussRitter@discuss.tchncs.de · 4 pts · 158d
Auch sehr schön finde ich "ficke herum, finde heraus"
Halcyon@discuss.tchncs.de · 5 pts · 157d
Alles mit „Lack gesoffen“.
copacetic@discuss.tchncs.de · 4 pts · 158d
"gefühlt" um alles vorsorglich zu relativieren.
EyIchFragDochNur@lemmy.world · 4 pts · 158d
"tAtSäChLiCh" - lügst du sonst immer oder wie?
Slashme@lemmy.world · 3 pts · 157d
Die amerikanische Variante ist noch schöner: "I ain't gonna lie, that's a cool pear of sneakers." Also wenn du es nicht ankündigst, sollte ich davon ausgehen, das du mich anlügst?
jenesaisquoi@feddit.org · 0 pts · 157d
In der Tat sind solche Phrasen nötig, weil viele Normies negativ reagieren, wenn ihnen eine unerwünschte Tatsache direkt mitgeteilt wird
EyIchFragDochNur@lemmy.world · -1 pts · 157d
Was ist das?
Man kann auch empathisch kommunizieren ohne andere zu beleidigen oder zu pöbeln. Bin mir nicht sicher ob ich verstehe was du meinst
jenesaisquoi@feddit.org · 0 pts · 157d
Es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen Pöbeln und dem Weglassen üblicher Füllwörter.
Was Normies sind weißt du vermutlich schon. Falls tatsächlich nicht: wähle beliebige Attribute von Menschen, überlege dir welche davon mehrheitlich vorkommen oder als typisch und üblich gesehen werden, und stell dir dann Leute mit diesen Attributen vor.
EyIchFragDochNur@lemmy.world · 0 pts · 157d
Also "Menschen"? Und was soll daran jetzt begründen, dass du nicht normal mit oder über Menschen reden kannst?
jenesaisquoi@feddit.org · 0 pts · 156d
Danke dass du an dieser Demonstration teilgenommen hast. Merkst du, wie meine Wortwahl dich gestört hat? Hätte ich denselben Informationsgehalt mit Wörtern, die in der Mehrheitsgesellschaft üblich sind übermittelt, hättest du vermutlich freundlicher reagiert.
Das ist genau wie die Funktion von Füllwörtern wie "in der Tat". Die sind nicht nutzlos. Ich wünschte sie wären es, aber Menschen reagieren nun mal nicht nur auf die Information, sondern viel stärker auf die Präsentation.
EyIchFragDochNur@lemmy.world · 0 pts · 156d
In der Tat verstehst du nur, was du verstehen willst. Nichts.
Und wie asozial muss man sein um sowas wie "Normie" unironisch zu benutzen...
jenesaisquoi@feddit.org · 0 pts · 156d
Bitte lies den Text, auf welchen du hiermit geantwortet hast, noch mal
Halcyon@discuss.tchncs.de · 4 pts · 157d
Wenn in Podcasts gesagt wird: „...hab ich Euch in die Shownotes gepackt.“
plyth@feddit.org · 3 pts · 157d
Gerade gelesen:
Das gibt mir immer das Gefühl von Frosch im Kochtopf. Jeder Interessierte weiss, wie es weiter geht, aber 'warnt' signalisiert dem Bürger, dass die Konsequenzen zu ertragen sind und der Weg weitergegangen wird.
Wenn der Bürger reagieren soll fällt das warnende, nicht ernst zu nehmende Subjekt und das Verb weg und die Tatsache nimmt die volle Schlagzeile ein.
Die Zeitung ist die Authorität. Wenn sie die Meinung nicht übernimmt wird sie nicht als wichtig wahrgenommen.
Akelei@discuss.tchncs.de · 3 pts · 158d
meerstyler@feddit.org · 3 pts · 157d
Du musst nicht, wenn du nicht willst (aber eigentlich musst du doch)
Halcyon@discuss.tchncs.de · 2 pts · 157d
„Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“
Halcyon@discuss.tchncs.de · 2 pts · 157d
nach Herzenslust
oder
nach Lust und Laune
banause@feddit.org · 1 pts · 158d
"Geschichte wiederholt sich."
So ein dummer Satz, der von Leuten gedropt wird, die sich für ach so schlau halten.
sp3ctre@feddit.org · 6 pts · 158d
...aber sie reimt sich.
banause@feddit.org · 0 pts · 158d
Einen Scheiß macht die.
sp3ctre@feddit.org · 4 pts · 158d
Kannst du es etwas mehr ausführen?
banause@feddit.org · 2 pts · 157d
Ohne definierte Präzision in einem arbritär großem Datensatz findet man immer "Wiederholungen". Unser Hirn freut sich einfach, wenn es so etwas findet.
Nehmen wir zum Beispiel ein Theater. Jede Woche laufen da Personen raus und rein. GeScHichTE wieDerHolT sicH.
Das funktioniert aber erstens nur so lange, wie man eben nicht die gesamten Daten analysiert. Es gibt nämlich sehr wohl Wochen in denen das in einer anderen Regelmäßigkeit passiert. Das Theater hat zum Beispiel eine Sondervorstellung, Urlaub etc.
Zweitens wiederholt sich das nur so lange, wie wir uns auf eine willkürlich festgelegte Präzision justieren. Gehe ich weiter raus, ist es zumindest nicht das selbe Datum. Gehe ich weiter rein, sind es zum Beispiel nicht die selben Leute.
Wenn ich nach Ähnlichkeiten in willkürlichen Datensätzen ohne Präzision suche, finde ich immer “Wiederholungen" (oder “Reime"). Mit der Logik wiederholt sich zum Beispiel auch Pi.
Wenn wir Ähnlickeiten in der Geschichte feststellen liegt das daran, dass unser Hirn die finden will. Rational betrachtet ist das aber kompletter Schwachsinn und wenn überhaupt Zufall.
sp3ctre@feddit.org · 3 pts · 156d
Also stört dich die fehlende Präzisierung, wenn jemand sowas sagt, wenn ich es richtig verstehe?
Wenn ich jetzt beispielsweise den Nationalsozialismus heranziehe, würde ich sagen, natürlich wiederholt sich die Geschichte nicht (1:1-Kopie): Wir haben keinen Österreicher mit einem merkwürdig kurzen Bart an der Macht und es werden (zumindest aktuell) keine Menschen im industriellen Maßstab getötet.
Aber es reimt sich: Wieder haben wir es mit einer verängstigten Gesellschaft zu tun, die irrational handelt. Wieder geht es gegen Ausländer/Juden/Kranke/sozial Schwache usw. - Es gibt auffällige Ähnlichkeiten, aber eben keine 1:1-Wiederholungen.
So sehe ich es zumindest.
Edit: Wörter.
banause@feddit.org · 1 pts · 155d
Aber das ist ja der Punkt. Wenn du willkürlich festlegst, was "ähnlich" genug ist und arbritär große Datenmengen durchsuchst, reimt sich buchstäblich alles. Natürlich finden wir solche “Patterns“ weil unser Hirn so funktioniert. Nochmal, selbst Pi wiederholt sich mit der Herangehensweise.
Der Mauerfall und der Anschlag vom 11. September reimen sich! Eine unterdrückte Gesellschaft wehrt sich gegen Tyranei. Der Bau der Elbphilharmonie und der Fall des Aztekenreiches reimen sich. Beides wurde durch ein Streben nach mehr komformität einer Zivilisation eingeleutet. Mein Leben wiederholt sich. Ich gehe öfter Eisessen. Pi wiederholt sich, ich hab zweimal die Ziffer 1 gefunden. Alles wiederholt sich, weil ich selbst festlegen kann, wann sich etwas ähnelt und ich willkürlich große Daten betrachten kann.
Das macht deine Aussage nicht falsch. Nur halt unfassbar plump und allgemeingültig. Was ich zusammenfassend mit "dumm" im Eingangspost betitelt habe.
sp3ctre@feddit.org · 1 pts · 155d
Ok, ich versteh den Punkt den du machen willst und es ist sicherlich technisch korrekt. Aber es als "dumm" zu bezeichnen oder "unfassbar plump" finde ich dennoch arg übertrieben. Wenn man böse wäre, könnte man sicherlich auch Pedantismus entgegensetzen.
Sprache ist wichtig, ja, aber am Ende wird in der Alltags-Kommunikation immer auch ein Gefühl für das Gemeinte vorausgesetzt. Irgendwann wird es halt auch sprachlich unpraktikabel, wenn man sagt: "Geschichte reimt sich in Bezug auf den Monat Dezember, der Geschwindigkeit der Erdrotation und der Scheidungsquote". Ich übertreib mal absichtlich etwas.
Sollte man diesen Satz also lassen, weil er im sprachlichen Gebrauch oft zu unpräzise verwendet wird? Keine Ahnung. Aber dann müsste man konsequenterweise auch an tausende ähnlich gelagerte Sprüche ran und ich halte das praktisch für nicht sehr realistisch...
Aber jeder hat da so seine Triggerpunkte schätze ich. Für mich reicht es jedenfalls, mit "reimen" auszudrücken, dass es eben keine 1:1-Kopie ist.
JensSpahnpasta@feddit.org · 2 pts · 158d
Historiker bringen dich für diesen Satz um, weil sie halt wissen, dass es keine Gesetze oder Wiederholungen in der Geschichte gibt. Es mag ähnliche Muster geben, aber am Ende des Tages ist jede Gesellschaft zu jeder Zeit einzigartig
kossa@feddit.org · 9 pts · 158d
Aber wenn jeder Historiker dich für diesen Satz umbringt, dann...wiederholt sich Geschichte?!
lesnout27@feddit.org · 4 pts · 156d
banause@feddit.org · 0 pts · 158d
Außerdem "wiederholt" sich alles, wenn man arbritär lange Datensätze mit willkürlicher Präzision durchsucht. Das ist so, wie wenn man in Pi zweimal "149" findet und dann sagt: “Pi wiederholt sich."
PedroMaldonado@lemmy.world · 0 pts · 158d
Es ist was Es ist.