Religion ist Privatsache und kann zuhause ausgelebt werden, fertig. Und das meine ich für alle religiösen Symbole. Wir leben im 21. Jahrhundert, es muss langsam mal Schluss sein mit diesem Hokuspokus im Staatswesen.
Okay und was wenn ich einfach so ein Kopftuch oder eine Hijab-ähnliche Kleidung tragen möchte ohne religösen Hintergrund?
Jetzt mal nicht in als Staatsvertretungsfunktion
Jeder kann privat so herumlaufen, wie er/sie es möchten. In einigen Fällen gibt es Einschränkungen, die sich meist in den Auswirkungen auf andere Begründen (Beispiel: § 183 StGB Exhibitionistische Handlungen).
Das bedeutet die Kleidung in der Öffentlichkeit oder Anwesenheit anderer ist auch Kommunikation mit diesen und hat Auswirkungen auf diese. Mit entsprechender Reaktion der "angesprochenen" Personen im Umfeld werden reagieren. So lange diese ebenfalls nicht übergriffig oder angreifend sind, muss man mit diesen auch umgehen können.
Kleidung wird auch gezielt dafür eingesetzt. Ob es nun Punk als politisches Statement, Politiker (Joschka Fischer) mit Turnschuhen oder ein Geschäftsmann mit seinem Anzug oder Braut, Bräutigam und Hochzeitsgäste auf einer Hochzeitsfeier sind. Alle möchten gezielt ein bestimmtes Bild oder Zweck erreichen.
Mein Oma hat auch regelmäßig Kopftuch getragen. Nachdem ihr Mann tödlich verunglückte, wurde damals erwarten diese für mind. 1/2- oder 1Jahr in Trauerfarbe zu tragen. Andere Kopfbedeckungen oder Arten Tücher zu binden, hatten früher den Beziehungsstatus (verheiratet, unverheiratet, verwitwet) angezeigt. Die Betrachungsweise verändert sich. Für mich wurde das Kopftuch erst durch die längliche Diskussion über abhängen von Kreuzen und das freiwillig oder unfreiwillige Tragen von Kopftüchern (vor ca. 20Jahren) zu einem religösen Symbol.
Dass man als Representant oder in Vertretung eines Arbeitgebers oder Staates die Kommunikation mit der Zielgruppe berücksichtigen muss, sehe ich als selbstverständlich an. In größeren Organisationen resultiert das in Vorschriften. Diese regelmäßig mit dem aktuellen Wahrnehmung in der Gesellschaft zu reflektieren sollte selbstverständlich ein.
Wie würde im genannten Fall die Diskussion laufen, wenn die Juristin sich für das Tragen eines Bikini oder Leggings mit bauchfreiem Shirt eingesetzt hätte?
Mit meinem begrenztem Wissen, geht es beim Kopftuch um das Bedecken von Haaren. Wie wäre die Reaktion auf einen Ersatz des Kopftuch durch eine Richterperücke?
(Notiz: Ich versuche nur, mit etwas Humor und Weltoffenheit, kreativ mit den vermeintlichen Sachargumenten umzugehen, die Emotionen erzeugen. )
Kommt ihr euch bei dieser Argumentation bezogen auf den hier dargestellten Fall nicht blöd vor? Natürlich bezieht sich das Kopftuch hier auf die Religion. Und nur darum geht es hier. Wegen genau so Leuten wie euch schwindet in allen Bereichen immer mehr die Akzeptanz, dieses ewige Rumgerede. Zieh dir halt ne Kappe oder Wollmütze auf statt zu triggern, aber kein religiös klar definiertes Kopftuch.
Puh, damit habe ich schon ein bisschen ein Problem, solange unsere Regierung von einer Partei geführt wird, die zumindest auf dem Papier christlich sein will.
Und einer der Juniorpartner lässt im Heimatbundesland christliche Symbole in öffentlichen Gebäuden aufhängen!
Ich würde wirklich gerne alle öffentlichen Institutionen säkularisieren und dann hat ein muslimisches Kopftuch definitiv keinen Platz auf einem Richterhaupt, aber Deutschland ist aktuell einfach kein säkulärer Staat.
Wir haben eine prinzipiell christlich geprägte Kultur, entsprechende Symbolik ist also zu erwarten. Ich sehe jetzt kein Problem dabei Symbole anderer Religionen für Personen in öffentlichen Ämtern einzuschränken - wir hätten ja schließlich auch ein Problem damit wenn ein buddhistischer Polizist einen Swastika Anhänger tragen würde, oder?
Es ist auch kein Problem Symbole anderer Religionen in der Justiz zu verbieten, solange christliche Symbole auch nicht erlaubt sind.
Das sind sie, soweit ich weiß, nämlich auch nicht. Das gilt theoretisch auch für andere öffentliche Einrichtungen, hält sich nur leider nicht jedes Bundesland dran.
Sehe ich persönlich nicht so, obwohl ich noch nicht mal Mitglied in einer Kirche bin. Für mich kommt da ehrlich gesagt sogar mehr der kulturelle Aspekt zum tragen. In einer Zeit in der sich Kulturen immer mehr angleichen und du vermutlich in ein paar Jahrzehnten keinen großen Unterschied mehr feststellen kannst wenn du in Frankfurt, Tokyo oder Mumbai aus dem Flieger steigst sind solche für eine Kultur spezifischen Symboliken nach meiner Meinung wichtig um nicht in einem kompletten Einheitsbrei unterzugehen.
Als Mitglied in einer Kirche muss ich sagen, ich verstehe unter deutscher Kultur viel mehr die Verfassung und freiheitlich demokratische Grundordnung, inklusive Säkularität und Religionsfreiheit, als das, was weniger als die Hälfte (!) als Religion angibt. Wir sind eben kein Gottesstaat a la Saudi-Arabien oder den Fantasien von Trump und Mohdi. Ob wir den Laizismus so hart wie Frankreich durchziehen müssen, ist eine gute Frage. Aber zumindest sollten wir gegenüber denen, die eine, oder wie fast die Hälfte, keine Religion haben, fair sein.
Ich erkenne in unserer heutigen Kultur ehrlich gesagt auch nicht viele christliche Motive. Statt Gemeinschaft haben wir eine sehr individualistische, nach Leistung orientierte Gesellschaft in der Menschen nur dann zufrieden sind, wenn es anderen schlechter geht. Statt die "Schöpfung" zu bewahren, fackeln wir aus wirtschaftlichen Interessen den Planeten ab. Statt Nächstenliebe haben wir faschistische Strömungen, die als andersartig wahrgenommene Menschen vertreiben oder töten wollen. Und die absolute Mehrheit der Bevölkerung wählt Parteien, die solche Positionen nicht prinzipiell ablehnt.
Also wäre - mal polemisch gesagt - etwas mehr christliche Symbolik / christliche Kultur und Werte statt immer mehr Individualismus und Säkularität doch eigentlich eine gute Sache, oder etwa nicht? ;-)
Nein. Empathie mit Mitmenschen, Antifaschismus, Umweltschutz und dergleichen sind keine inhärent christlichen Werte. Genauso wie christliche Kultur keine Queerphobie, keinen Rassismus und dergleichen ausschließt. Und zu sagen, man bräuchte mehr X statt Individualismus klingt sehr autoritär und repressiv.
Scheiß auf den ganzen Religionskram. Wer religiös glauben will, soll das tun. Aber irgendeine Religion zum kulturellen Kern zu ernennen lädt zum Ausschluss und zur Marginalisierung Anders-/Nichtgläubiger ein, und das wollen wir nicht.
Nein danke. Wir brauchen kein uraltes Buch um uns dort die paar guten Werte zwischen Sklaverei und Inzest rauszupicken, wir können uns selbst moderne Werte ausdenken.
In der Bibel stehen ein paar vernünftige Leitsätze, aber auch viel Unsinn (z.B. zum Verhältnis zw. Männern und Frauen). Die vernünftigen Aspekte sollten mehr Einzug in Politik und Gesellschaft finden, aber wer solche Meinungen vertritt wird aktuell vom Bundeskanzler der vermeintlich christlichen Partei als "linker Spinner" bezeichnet.
Und genau da liegt im Kern auch mein Problem mit dem Christentum. In einigen Geschichten aus der Bibel kann ich durchaus eine sinnvolle Moral erkennen, aber was "Christentum in der Praxis" (im Sinne z.B. der Institution Kirche) bedeutet, hat wenig mit diesen Inhalten zu tun. Und jegliche Symbolik in diese Richtung ist eben erstens auch nur Symbolik, und legitimiert darüber hinaus Strukturen wie die Kirche (oder die CxU), die in ihren Taten eben alles andere als christlich sind.
Religiöse Symbole haben einen Scheißdreck in einem vernünftigen Rechtsstaat zu suchen, schon gleich doppelt gar nicht von der Politik angeordnet und instrumentalisiert. Die katholische Kirche selbst hat damals gesagt, dass sie das dumm findet.
Und dann auch noch versuchen zu argumentieren, dass andere Religionen ja unterdrückt werden dürften? Sach ma hackts bei dir? Mit der Aussage alleine hast du das Grundgesetz mit Füßen getreten und unsere demokratischen Grundsätze verlassen. Schäm dich und lies nochmal das Grundgesetz und versuche diesmal dir auch was zu merken.
Was ist das denn für ein Schwachsinn? Seit wann ist "IsT hAlT mEiNe MeInUnG" eine legitime Amtwort auf dje Kritik an besagter Meinung? Es geht hierbei nicht um Musikgeschmäcker, sondern um die grundgesetzlich verankerte Gleichbehandlung von Menschen unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit.
Also ich bin ja auch nicht seiner Meinung, aber "Nein. Punkt aus Ende." ist jetzt auch nicht wirklich eine Grundlage auf der man eine Diskussion aufbauen kann.
Ggf. gibt es halt unverhandelbare Grundsätze, über die man nicht diskutieren sollte.
Das schlimme an unserer aktuellen Zeitlinie ist ja, dass von rechts immer so getan wird, als sei das undemokratisch und schlimm und als gälte jedes Grundprinzip als verhandelbar.
Hab ich das gesagt? Wo liest du das bei mir raus? "Punkt, aus, Ende" ist doch eher das, was "MeInE MeInUnG" ausdrückt, das Ende einer Diskussion, weil man nicht auf Argumente eingehen will.
Die Antwort braucht nicht legitim zu sein, es steht dir auch völlig frei mich für Hitler persönlich zu halten. Es ist mir ehrlichgesagt auch ziemlich egal ob das die grundgesetzlich verankerte Rechtslage ist, es ist halt meine Meinung zu diesem Thema.
Kann ich auch nicht - und da meine Meinung eh keinerlei Einfluss auf die Rechtsprechung hat brauche ich das auch nicht "brauchbar verargumentieren". Eine Polizistin oder Richterin mit Hidschāb fallen in meiner persönlichen Wahrnehmung einfach in die Kategorie der Dinge die sich falsch anfühlen. Kurz: Es es gefällt mir einfach nicht. Das ist eben meine Meinung zum Thema, die du gerne schlecht finden kannst - das steht dir völlig frei - es ändert aber nichts daran, dass ich die Dinge so sehe und auch bereit bin diese Ansicht in die Welt zu rülpsen.
Abgesehen davon, dass das Hakenkreuz sich für ein Sonnenrad falsch herum dreht, ist es eben keine staatliche Gleichbehandlung, wenn eine Religion bevorzugt wird.
Ist für mich einfach nur diskriminierend. Kopftücher sind ein Kleidungsstück wie jedes andere auch. Damit sind Frauen nicht "weniger neutral" oder sowas. Es zeugt meiner Meinung nach nur von Klischees gegenüber Muslimas.
Wenn der Staat sich so gegen bestimmte Glauben und Kulturen stellt ist zynisch darin von Neutralität zu sprechen. Richter*Innen sollten tragen dürfen was sie wollen, solange es einigermaßen anständig ist.
Religionsausübung ist Deine private Sache. In dem Moment, wo Du den Staat repräsentierst, hast Du keine Religion auszuüben. Nach Feierabend kannst Du wieder anbeten, wen Du willst.
Das Entscheidende ist dann doch das "Ausüben" der Religion. Ist Kopftuch tragen dann ein "Ausüben" in dem Moment der staatlichen Repräsentation?
Ich würde sagen nein, ist es nicht. Wenn es aber ein "Ausüben" ist, dann fände ich aber "verstecktes Ausüben" noch viel schlimmer. Also ein tätowiertes Kreuz oder eine Kette mit Jesus dran, aber verdeckt. Eine religiös begründete Beschneidung, von den Richterroben verhüllt. Das wäre dann ja auch alles ein "Ausüben" der Religion.
Ein sekulärer Staat sollte nicht gegen religiöse Minderheiten diskriminieren. Sekularität heißt eben es sollten alle Menschen die gleichen Rechte jnabhängig ihrer Religion haben und es widerspricht dem etwa Musliminnen, Christinnen, Jüd*innen ein-/auszuschließen auf Grund von Religionszugehörigkeit. Es geht hier darum was jemand am eigenen Körper trägt. Dies betrifft erstmal keine anderen Personen.
Es ist schwachsinnig hier von Repräsentation nach außen/Befangenheit sonst was zu sprechen, es ist vergleichbar mit Ohringen, verschiedenen Frisuren oder anderen Modischen erscheinungen. Diese können etwa kulturelle Zugehörigkeiten beinhalten (z.B. Punk-Iro) sind aber nicht automatisch parteiisch deswegen. Solange keine parteiischen/politischen Botschaften auf dem Kopftuch stehen mMn einfach nur Diskriminierung.
Das führt zu der absurden Konsequenz, dass eine Christin ein Kopftuch tragen darf, weil das Stück Stoff für sie kein Ausdruck von Religionsausübung ist, aber eine Muslima kriegt dasselbe Stück Stoff verboten.
Richter haben üblicherweise eine Berufskleidung. An bestimmten Gerichten ist da sogar eine Kopfbedeckung dabei. Außerdem finden die Sitzungen in in der Regel beheizten Räumen statt, da braucht es keine Kopfbedeckung.
Es sind eben nicht nur Kleidungsstücke wie jedes andere auch. Da müssen wir schon ehrlich sein, wenn wir über das Gerichtsurteil diskutieren wollen. Dasselbe gilt für die Kippa oder den Sikh-Turban.
Eine Strickmütze oder ein Baseballcap? Funktionskleidung oder modisches Accessoire, je nachdem wen man fragt.
Es wird als ein Symbol gesehen weil es gerade nicht die weiße Mehrheitsgesellschaft repräsentiert und ist daher Mmn. schützenswert, Richter*innen sollten auch Kippa oder Sikh-Turban tragen dürfwn.
Es ist ein Kleidungsstück, daher ist es quatsch von Neutralität zu sprechen.
Es wird von einigen Frauen wegen kultureller und religiöser und geschlechtlicher Zugehörigkeit getragen, deswegen ist es diskriminierend dies zu verbieten.
Wenn das Kopftuch in diesem Fall tatsächlich nur ein Kleidungsstück wie jedes andere auch wäre, könnte sie sich wie alle anderen Richter auch an die bei Gericht für Verhandlungen geltende Kleidungsordnung halten. Wenn sie dies nicht kann, ist es kein Kleidungsstück wie jedes andere.
67 Comments
RoflmasterBigPimp@feddit.org · 32 pts · 267d
Ich finde die Anwendung des Gesetzes korrekt aber krümme mich vor schmerzen bei der Doppelmoral in der wir gezwungen sind zu leben.
Ist das wirklich zu viel verlangt das sich einfach ALLE an die vereinbarten Regeln halten?
Die Juristin mit Kopftuch aber auch Markus Söder mit seinen Kreuzen.
Gladaed@feddit.org · 6 pts · 266d
Maggus ist kein Vertreter des Staates sondern des Volkes. Angeblich.
Edit: achso kreuzen in Schulen? Ja das ist halt genauso nicht erlaubt.
warzazel@discuss.tchncs.de · 26 pts · 267d
Religion ist Privatsache und kann zuhause ausgelebt werden, fertig. Und das meine ich für alle religiösen Symbole. Wir leben im 21. Jahrhundert, es muss langsam mal Schluss sein mit diesem Hokuspokus im Staatswesen.
Goldholz@lemmy.blahaj.zone · 1 pts · 267d
Okay und was wenn ich einfach so ein Kopftuch oder eine Hijab-ähnliche Kleidung tragen möchte ohne religösen Hintergrund? Jetzt mal nicht in als Staatsvertretungsfunktion
Hubi@feddit.org · 21 pts · 267d
Privat kann ja jeder machen was er will. Der einzige Grund warum diese Story überhaupt existiert ist doch das Auftreten als Staatsvertreter.
Goldholz@lemmy.blahaj.zone · 3 pts · 267d
Gut dass wir uns einig sind. Will damit nur ne Debatte starten weils ja auch eine Debatte über "kein Hijab in der Öffentlichkeit" gibt.
^wie ich es leid bin in Bayern zu wohnen^
Hubi@feddit.org · 6 pts · 267d
Gibt es die? Ich weiß nur davon, dass Vollverschleierungen/Burkas immer mal wieder im Gespräch sind.
Goldholz@lemmy.blahaj.zone · 2 pts · 267d
Ja. Wird argumentiert, dass man dann bei nem Blitzer oder Polizeikontrolle die Person unmöglich identifizieren könne
B0rax@feddit.org · 2 pts · 267d
Sollen sie bitte auch Sonnenbrillen verbieten
toe@feddit.org · 3 pts · 264d
Jeder kann privat so herumlaufen, wie er/sie es möchten. In einigen Fällen gibt es Einschränkungen, die sich meist in den Auswirkungen auf andere Begründen (Beispiel: § 183 StGB Exhibitionistische Handlungen).
Das bedeutet die Kleidung in der Öffentlichkeit oder Anwesenheit anderer ist auch Kommunikation mit diesen und hat Auswirkungen auf diese. Mit entsprechender Reaktion der "angesprochenen" Personen im Umfeld werden reagieren. So lange diese ebenfalls nicht übergriffig oder angreifend sind, muss man mit diesen auch umgehen können. Kleidung wird auch gezielt dafür eingesetzt. Ob es nun Punk als politisches Statement, Politiker (Joschka Fischer) mit Turnschuhen oder ein Geschäftsmann mit seinem Anzug oder Braut, Bräutigam und Hochzeitsgäste auf einer Hochzeitsfeier sind. Alle möchten gezielt ein bestimmtes Bild oder Zweck erreichen. Mein Oma hat auch regelmäßig Kopftuch getragen. Nachdem ihr Mann tödlich verunglückte, wurde damals erwarten diese für mind. 1/2- oder 1Jahr in Trauerfarbe zu tragen. Andere Kopfbedeckungen oder Arten Tücher zu binden, hatten früher den Beziehungsstatus (verheiratet, unverheiratet, verwitwet) angezeigt. Die Betrachungsweise verändert sich. Für mich wurde das Kopftuch erst durch die längliche Diskussion über abhängen von Kreuzen und das freiwillig oder unfreiwillige Tragen von Kopftüchern (vor ca. 20Jahren) zu einem religösen Symbol.
Dass man als Representant oder in Vertretung eines Arbeitgebers oder Staates die Kommunikation mit der Zielgruppe berücksichtigen muss, sehe ich als selbstverständlich an. In größeren Organisationen resultiert das in Vorschriften. Diese regelmäßig mit dem aktuellen Wahrnehmung in der Gesellschaft zu reflektieren sollte selbstverständlich ein.
Wie würde im genannten Fall die Diskussion laufen, wenn die Juristin sich für das Tragen eines Bikini oder Leggings mit bauchfreiem Shirt eingesetzt hätte? Mit meinem begrenztem Wissen, geht es beim Kopftuch um das Bedecken von Haaren. Wie wäre die Reaktion auf einen Ersatz des Kopftuch durch eine Richterperücke? (Notiz: Ich versuche nur, mit etwas Humor und Weltoffenheit, kreativ mit den vermeintlichen Sachargumenten umzugehen, die Emotionen erzeugen. )
warzazel@discuss.tchncs.de · 1 pts · 267d
Auf so nen Mumpitz geh ich gar nicht ein lol
Leomas@lemmy.world · 2 pts · 267d
Identifiziert eine Kopfverdeckung bei Frauen die Religion?
warzazel@discuss.tchncs.de · 0 pts · 266d
Kommt ihr euch bei dieser Argumentation bezogen auf den hier dargestellten Fall nicht blöd vor? Natürlich bezieht sich das Kopftuch hier auf die Religion. Und nur darum geht es hier. Wegen genau so Leuten wie euch schwindet in allen Bereichen immer mehr die Akzeptanz, dieses ewige Rumgerede. Zieh dir halt ne Kappe oder Wollmütze auf statt zu triggern, aber kein religiös klar definiertes Kopftuch.
Leomas@lemmy.world · 1 pts · 266d
Ok, sagen wir eine Schule hat eine Nonne als Religion Lehrerin, muss sie auch ihr Gewand ablegen?
einkorn@feddit.org · 14 pts · 267d
Puh, damit habe ich schon ein bisschen ein Problem, solange unsere Regierung von einer Partei geführt wird, die zumindest auf dem Papier christlich sein will.
rumschlumpel@feddit.org · 31 pts · 267d
Und einer der Juniorpartner lässt im Heimatbundesland christliche Symbole in öffentlichen Gebäuden aufhängen!
Ich würde wirklich gerne alle öffentlichen Institutionen säkularisieren und dann hat ein muslimisches Kopftuch definitiv keinen Platz auf einem Richterhaupt, aber Deutschland ist aktuell einfach kein säkulärer Staat.
RalfWausE@blackneon.net · -33 pts · 267d
Wir haben eine prinzipiell christlich geprägte Kultur, entsprechende Symbolik ist also zu erwarten. Ich sehe jetzt kein Problem dabei Symbole anderer Religionen für Personen in öffentlichen Ämtern einzuschränken - wir hätten ja schließlich auch ein Problem damit wenn ein buddhistischer Polizist einen Swastika Anhänger tragen würde, oder?
quatschkopf43@feddit.org · 21 pts · 267d
Es ist auch kein Problem Symbole anderer Religionen in der Justiz zu verbieten, solange christliche Symbole auch nicht erlaubt sind. Das sind sie, soweit ich weiß, nämlich auch nicht. Das gilt theoretisch auch für andere öffentliche Einrichtungen, hält sich nur leider nicht jedes Bundesland dran.
RalfWausE@blackneon.net · -21 pts · 267d
Sehe ich persönlich nicht so, obwohl ich noch nicht mal Mitglied in einer Kirche bin. Für mich kommt da ehrlich gesagt sogar mehr der kulturelle Aspekt zum tragen. In einer Zeit in der sich Kulturen immer mehr angleichen und du vermutlich in ein paar Jahrzehnten keinen großen Unterschied mehr feststellen kannst wenn du in Frankfurt, Tokyo oder Mumbai aus dem Flieger steigst sind solche für eine Kultur spezifischen Symboliken nach meiner Meinung wichtig um nicht in einem kompletten Einheitsbrei unterzugehen.
LH0ezVT@sh.itjust.works · 16 pts · 267d
Als Mitglied in einer Kirche muss ich sagen, ich verstehe unter deutscher Kultur viel mehr die Verfassung und freiheitlich demokratische Grundordnung, inklusive Säkularität und Religionsfreiheit, als das, was weniger als die Hälfte (!) als Religion angibt. Wir sind eben kein Gottesstaat a la Saudi-Arabien oder den Fantasien von Trump und Mohdi. Ob wir den Laizismus so hart wie Frankreich durchziehen müssen, ist eine gute Frage. Aber zumindest sollten wir gegenüber denen, die eine, oder wie fast die Hälfte, keine Religion haben, fair sein.
ftbd@feddit.org · 10 pts · 267d
Ich erkenne in unserer heutigen Kultur ehrlich gesagt auch nicht viele christliche Motive. Statt Gemeinschaft haben wir eine sehr individualistische, nach Leistung orientierte Gesellschaft in der Menschen nur dann zufrieden sind, wenn es anderen schlechter geht. Statt die "Schöpfung" zu bewahren, fackeln wir aus wirtschaftlichen Interessen den Planeten ab. Statt Nächstenliebe haben wir faschistische Strömungen, die als andersartig wahrgenommene Menschen vertreiben oder töten wollen. Und die absolute Mehrheit der Bevölkerung wählt Parteien, die solche Positionen nicht prinzipiell ablehnt.
RalfWausE@blackneon.net · -11 pts · 267d
Also wäre - mal polemisch gesagt - etwas mehr christliche Symbolik / christliche Kultur und Werte statt immer mehr Individualismus und Säkularität doch eigentlich eine gute Sache, oder etwa nicht? ;-)
CyberEgg@discuss.tchncs.de · 10 pts · 267d
Nein. Empathie mit Mitmenschen, Antifaschismus, Umweltschutz und dergleichen sind keine inhärent christlichen Werte. Genauso wie christliche Kultur keine Queerphobie, keinen Rassismus und dergleichen ausschließt. Und zu sagen, man bräuchte mehr X statt Individualismus klingt sehr autoritär und repressiv.
Scheiß auf den ganzen Religionskram. Wer religiös glauben will, soll das tun. Aber irgendeine Religion zum kulturellen Kern zu ernennen lädt zum Ausschluss und zur Marginalisierung Anders-/Nichtgläubiger ein, und das wollen wir nicht.
remon@ani.social · 8 pts · 267d
Nein danke. Wir brauchen kein uraltes Buch um uns dort die paar guten Werte zwischen Sklaverei und Inzest rauszupicken, wir können uns selbst moderne Werte ausdenken.
ftbd@feddit.org · 4 pts · 267d
In der Bibel stehen ein paar vernünftige Leitsätze, aber auch viel Unsinn (z.B. zum Verhältnis zw. Männern und Frauen). Die vernünftigen Aspekte sollten mehr Einzug in Politik und Gesellschaft finden, aber wer solche Meinungen vertritt wird aktuell vom Bundeskanzler der vermeintlich christlichen Partei als "linker Spinner" bezeichnet.
Und genau da liegt im Kern auch mein Problem mit dem Christentum. In einigen Geschichten aus der Bibel kann ich durchaus eine sinnvolle Moral erkennen, aber was "Christentum in der Praxis" (im Sinne z.B. der Institution Kirche) bedeutet, hat wenig mit diesen Inhalten zu tun. Und jegliche Symbolik in diese Richtung ist eben erstens auch nur Symbolik, und legitimiert darüber hinaus Strukturen wie die Kirche (oder die CxU), die in ihren Taten eben alles andere als christlich sind.
kossa@feddit.org · 5 pts · 267d
Die Gefahr besteht nicht. Aber kannst du ausführen, warum das schlimm wäre?
Wrufieotnak@feddit.org · 10 pts · 267d
Nein. Punkt aus Ende.
Religiöse Symbole haben einen Scheißdreck in einem vernünftigen Rechtsstaat zu suchen, schon gleich doppelt gar nicht von der Politik angeordnet und instrumentalisiert. Die katholische Kirche selbst hat damals gesagt, dass sie das dumm findet.
Und dann auch noch versuchen zu argumentieren, dass andere Religionen ja unterdrückt werden dürften? Sach ma hackts bei dir? Mit der Aussage alleine hast du das Grundgesetz mit Füßen getreten und unsere demokratischen Grundsätze verlassen. Schäm dich und lies nochmal das Grundgesetz und versuche diesmal dir auch was zu merken.
RalfWausE@blackneon.net · -9 pts · 267d
Ich habe dazu eben meine persönliche Meinung die ich auch offen vertrete.
CyberEgg@discuss.tchncs.de · 13 pts · 267d
Was ist das denn für ein Schwachsinn? Seit wann ist "IsT hAlT mEiNe MeInUnG" eine legitime Amtwort auf dje Kritik an besagter Meinung? Es geht hierbei nicht um Musikgeschmäcker, sondern um die grundgesetzlich verankerte Gleichbehandlung von Menschen unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit.
AntonMuster@discuss.tchncs.de · 2 pts · 267d
Also ich bin ja auch nicht seiner Meinung, aber "Nein. Punkt aus Ende." ist jetzt auch nicht wirklich eine Grundlage auf der man eine Diskussion aufbauen kann.
kossa@feddit.org · 10 pts · 267d
Ggf. gibt es halt unverhandelbare Grundsätze, über die man nicht diskutieren sollte.
Das schlimme an unserer aktuellen Zeitlinie ist ja, dass von rechts immer so getan wird, als sei das undemokratisch und schlimm und als gälte jedes Grundprinzip als verhandelbar.
CyberEgg@discuss.tchncs.de · -1 pts · 267d
Hab ich das gesagt? Wo liest du das bei mir raus? "Punkt, aus, Ende" ist doch eher das, was "MeInE MeInUnG" ausdrückt, das Ende einer Diskussion, weil man nicht auf Argumente eingehen will.
Wrufieotnak@feddit.org · -1 pts · 267d
Stimmt, weil über eindeutige Verstöße gegen Menschenrechte (freie und gleiche Religionsausübung) diskutiere ich auch nicht. Du etwa?
RalfWausE@blackneon.net · -4 pts · 267d
Die Antwort braucht nicht legitim zu sein, es steht dir auch völlig frei mich für Hitler persönlich zu halten. Es ist mir ehrlichgesagt auch ziemlich egal ob das die grundgesetzlich verankerte Rechtslage ist, es ist halt meine Meinung zu diesem Thema.
Edit: Rechtschreibung
CyberEgg@discuss.tchncs.de · 6 pts · 267d
Wirkt einfach so, als könntest du deine Meinung nicht brauchbar verargumentieren.
RalfWausE@blackneon.net · -1 pts · 267d
Kann ich auch nicht - und da meine Meinung eh keinerlei Einfluss auf die Rechtsprechung hat brauche ich das auch nicht "brauchbar verargumentieren". Eine Polizistin oder Richterin mit Hidschāb fallen in meiner persönlichen Wahrnehmung einfach in die Kategorie der Dinge die sich falsch anfühlen. Kurz: Es es gefällt mir einfach nicht. Das ist eben meine Meinung zum Thema, die du gerne schlecht finden kannst - das steht dir völlig frei - es ändert aber nichts daran, dass ich die Dinge so sehe und auch bereit bin diese Ansicht in die Welt zu rülpsen.
Wrufieotnak@feddit.org · 5 pts · 267d
Klar, deine persönliche Meinung widerspricht eben nur unserem Grundgesetz und ist damit verfassungsfeindlich =D
RalfWausE@blackneon.net · -4 pts · 267d
Damit kann ich leben.
einkorn@feddit.org · 9 pts · 267d
Abgesehen davon, dass das Hakenkreuz sich für ein Sonnenrad falsch herum dreht, ist es eben keine staatliche Gleichbehandlung, wenn eine Religion bevorzugt wird.
gigachad@piefed.social · 0 pts · 267d
Swastika und Kopftuch, was ist das denn für ein Vergleich? Wie kommt man auf sowas
RalfWausE@blackneon.net · 1 pts · 267d
Hidschāb
Swastika
Beides religiöse Symbole.
Wrufieotnak@feddit.org · 0 pts · 267d
Ja, nur hat eines der Symbole noch eine weitere Bedeutung komplett unabhängig von der religiösen, was du komplett ignorierst.
celeste@feddit.org · -5 pts · 267d
Ist für mich einfach nur diskriminierend. Kopftücher sind ein Kleidungsstück wie jedes andere auch. Damit sind Frauen nicht "weniger neutral" oder sowas. Es zeugt meiner Meinung nach nur von Klischees gegenüber Muslimas.
Wenn der Staat sich so gegen bestimmte Glauben und Kulturen stellt ist zynisch darin von Neutralität zu sprechen. Richter*Innen sollten tragen dürfen was sie wollen, solange es einigermaßen anständig ist.
trollercoaster@sh.itjust.works · 15 pts · 267d
Religionsausübung ist Deine private Sache. In dem Moment, wo Du den Staat repräsentierst, hast Du keine Religion auszuüben. Nach Feierabend kannst Du wieder anbeten, wen Du willst.
kossa@feddit.org · 4 pts · 267d
Das Entscheidende ist dann doch das "Ausüben" der Religion. Ist Kopftuch tragen dann ein "Ausüben" in dem Moment der staatlichen Repräsentation?
Ich würde sagen nein, ist es nicht. Wenn es aber ein "Ausüben" ist, dann fände ich aber "verstecktes Ausüben" noch viel schlimmer. Also ein tätowiertes Kreuz oder eine Kette mit Jesus dran, aber verdeckt. Eine religiös begründete Beschneidung, von den Richterroben verhüllt. Das wäre dann ja auch alles ein "Ausüben" der Religion.
celeste@feddit.org · 1 pts · 267d
Ein sekulärer Staat sollte nicht gegen religiöse Minderheiten diskriminieren. Sekularität heißt eben es sollten alle Menschen die gleichen Rechte jnabhängig ihrer Religion haben und es widerspricht dem etwa Musliminnen, Christinnen, Jüd*innen ein-/auszuschließen auf Grund von Religionszugehörigkeit. Es geht hier darum was jemand am eigenen Körper trägt. Dies betrifft erstmal keine anderen Personen.
Es ist schwachsinnig hier von Repräsentation nach außen/Befangenheit sonst was zu sprechen, es ist vergleichbar mit Ohringen, verschiedenen Frisuren oder anderen Modischen erscheinungen. Diese können etwa kulturelle Zugehörigkeiten beinhalten (z.B. Punk-Iro) sind aber nicht automatisch parteiisch deswegen. Solange keine parteiischen/politischen Botschaften auf dem Kopftuch stehen mMn einfach nur Diskriminierung.
bleistift2@sopuli.xyz · 1 pts · 267d
Das führt zu der absurden Konsequenz, dass eine Christin ein Kopftuch tragen darf, weil das Stück Stoff für sie kein Ausdruck von Religionsausübung ist, aber eine Muslima kriegt dasselbe Stück Stoff verboten.
trollercoaster@sh.itjust.works · 3 pts · 266d
Richter haben üblicherweise eine Berufskleidung. An bestimmten Gerichten ist da sogar eine Kopfbedeckung dabei. Außerdem finden die Sitzungen in in der Regel beheizten Räumen statt, da braucht es keine Kopfbedeckung.
kossa@feddit.org · 5 pts · 267d
Finde das auch strange
Ich meine...das ganze Justizsystem ist eine weltanschauliche Überzeugung, mit der ich da als Prozessbeteiligter konfrontiert werde 😅
Ich finde auch, dass Richtys von mir aus tragen dürfen, was sie wollen.
Ist die Frau qualifiziert für den Richterjob und möchte ihn machen? Wunderbar, dann ist es doch egal, was sie dabei anhat ¯\_(ツ)_/¯.
celeste@feddit.org · 1 pts · 267d
Exakt
Schmuppes@lemmy.today · 5 pts · 267d
Es sind eben nicht nur Kleidungsstücke wie jedes andere auch. Da müssen wir schon ehrlich sein, wenn wir über das Gerichtsurteil diskutieren wollen. Dasselbe gilt für die Kippa oder den Sikh-Turban.
Eine Strickmütze oder ein Baseballcap? Funktionskleidung oder modisches Accessoire, je nachdem wen man fragt.
celeste@feddit.org · -4 pts · 267d
Es wird als ein Symbol gesehen weil es gerade nicht die weiße Mehrheitsgesellschaft repräsentiert und ist daher Mmn. schützenswert, Richter*innen sollten auch Kippa oder Sikh-Turban tragen dürfwn.
Schmuppes@lemmy.today · 3 pts · 267d
Was ist es denn nun? Kleidungsstück oder religiöses Symbol?
celeste@feddit.org · -1 pts · 267d
Es ist ein Kleidungsstück, daher ist es quatsch von Neutralität zu sprechen.
Es wird von einigen Frauen wegen kultureller und religiöser und geschlechtlicher Zugehörigkeit getragen, deswegen ist es diskriminierend dies zu verbieten.
Schmuppes@lemmy.today · 3 pts · 267d
Es ist nicht diskriminierend. RichterInnen dürfen auch kein Kreuz oder andere religiöse Symbole tragen.
kossa@feddit.org · 1 pts · 267d
Dürfen sie denn verdeckte, religiöse Tatoos haben oder religiös beschnitten sein?
Schmuppes@lemmy.today · 1 pts · 267d
Sicher.
Kornblumenratte@feddit.org · 2 pts · 266d
Wenn das Kopftuch in diesem Fall tatsächlich nur ein Kleidungsstück wie jedes andere auch wäre, könnte sie sich wie alle anderen Richter auch an die bei Gericht für Verhandlungen geltende Kleidungsordnung halten. Wenn sie dies nicht kann, ist es kein Kleidungsstück wie jedes andere.